# taz.de -- Ansturm auf spanische Enklave Ceuta: EU-Innenminister tagen am Dienstag
> Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta
> herrscht Unruhe in der EU. Nun sollen die Innenminister die Lage
> erörtern.
(IMG) Bild: Migranten am 1. August 2026 am Strand von Ceuta
dpa | Angesichts wachsender Unruhe in der EU nach dem [1][Ansturm
Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta] in Nordafrika
sollen die Innenminister der Mitgliedstaaten am Dienstag zu Beratungen
zusammenkommen. Das teilte der irische Regierungschef Micheál Martin auf
Facebook mit. Sein Land hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne. Geleitet wird
das Treffen demnach von dem irischen Innenminister Jim O’Callaghan.
Erörtert werden sollen den Angaben zufolge die Entwicklungen in Ceuta. „Wir
stehen weiterhin in engem Kontakt mit allen EU-Mitgliedstaaten und den
Institutionen und beobachten die Lage weiterhin aufmerksam“, so Martin.
50.000 bis 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus
nach Ceuta geschafft, mindestens 67 Menschen kamen bei dem Versuch ums
Leben. Einsatzkräfte suchten das Meer weiter ab.
Nach den Ereignissen in Ceuta hatten mehrere EU-Länder den Druck auf
Spanien erhöht. In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
unterzeichnet hat, äußerten 22 der 27 Staats- und Regierungschefs große
[2][Besorgnis über die Lage.] Sie warfen Madrid indirekt vor, den Menschen
mit jüngsten Entscheidungen Anreize gegeben zu haben, den Weg in die EU zu
wagen.
## Auch Spaniens Ministerpräsident beschwert sich
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez beschwerte sich seinerseits in
einem Brief an Irlands Regierungschef Martin über das Verhalten einiger
Mitgliedstaaten in der Ceuta-Krise. Er erinnerte daran, dass Ceuta nicht
zum Schengen-Raum gehört. Das bedeute, dass die Menschen von dort aus nicht
einfach in andere EU-Länder weiterreisen könnten. Einen identischen Brief
habe auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Sánchez
erhalten, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE.
Nach Angaben der spanischen Regierung sind unterdessen fast alle Migranten
nach Marokko zurückgekehrt.
Auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika, Melilla, herrschte
zeitweise Alarmbereitschaft. Am Freitagabend und in der Nacht sollen etwa
1.000 Menschen versucht haben, über die Grenze zu kommen, wie der
staatliche Sender RTVE berichtete. Nur wenigen soll der Übertritt gelungen
sein.
1 Aug 2026
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