# taz.de -- Neuer Linkspartei-Chef: Pantisano entschuldigt sich
       
       > Erst der verunglückte CDU-Faschismus-Vergleich, dann ein miserables
       > Wahlergebnis: Der neue Linkspartei-Chef versucht nun, den Schaden zu
       > begrenzen.
       
 (IMG) Bild: Reuevoller Blick zurück aufs Wochenende: Luigi Pantisano
       
       Luigi Pantisano, der neue Co-Chef der Linkspartei, hat sich bei der CDU
       entschuldigt. „Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen
       der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch.
       Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU,
       die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD
       betonen“, so Pantisano am Montag.
       
       Der 46-Jährige, der seit Samstag Nachfolger von Jan van Aken ist, [1][hatte
       in einem Bild-Interview die CDU] in die Nähe des Faschismus gerückt.
       Pantisano wurde ohne Gegenkandidat mit nur 53 Prozent zum Co-Chef von Indes
       Schwerdtner gewählt. Dieses desasterartige Ergebnis war auch eine Quittung
       für Pantisanos Interview. [2][Linke aus Sachsen-Anhalt und
       Mecklenburg-Vorpommern, wo im September gewählt wird, hatten die
       Gleichsetzung von CDU und AfD scharf zurückgewiesen. I]n Thüringen und
       Sachsen kooperiert die Linke mit der CDU – um die AfD von der Macht
       fernzuhalten. Das ist auch ein mögliches Szenario für Magdeburg.
       
       Daniel Günther, Ministerpräsident in Kiel und Vertreter des liberalen
       Flügels der CDU, hatte Pantisano am Montag – vor seiner Entschuldigung –
       zum Rücktritt aufgefordert. „Wer die CDU mit Faschisten und der AfD
       gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch
       disqualifiziert“, so Günther. Auch Generalsekretär Carsten Linnemann hatte
       gefordert: „Die Linke muss jetzt Klarheit schaffen: Entweder er tritt als
       Vorsitzender sofort zurück oder die Meinung von Herrn Pantisano ist
       Parteimeinung.“
       
       ## Erheblicher politischer Schaden
       
       Pantisano betonte in seiner Erklärung zwar auch seine „grundlegende Kritik
       am Rechtskurs der Union“. Ihn sorge „ein mögliches weiteres politisches
       Zusammenrücken von CDU und AfD“. Genau das hatte er mit seiner
       Faschismus-CDU-Analogie allerdings beflügelt. Mit der Entschuldigung
       versucht er nun, den erheblichen politischen Schaden zu begrenzen.
       
       Die Linkspartei hatte bei ihrem Parteitag die schwarz-rote Koalition und
       besonders Kanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. Allerdings lehnten die
       GenossInnen ein Nein zu einer Zusammenarbeit mit der CDU ab. Der linke
       Flügel war beim Parteitag in Potsdam mit dem Versuch gescheitert, einen
       Unvereinbarkeitsbeschluss mit der CDU zu erwirken. Rund drei Viertel der
       Delegierten votierten dagegen.
       
       22 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bild.de/politik/faschistische-politik-neuer-linken-chef-luigi-pantisano-bittet-union-um-entschuldigung-6a3904937e682fc37fc03500
 (DIR) [2] /Neuer-Vorsitzender-der-Linken/!6189458
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Reinecke
       
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