# taz.de -- Streit um Linken-Chef: Durchhalten, Pantisano! Kopernikus hat auch Zeit gebraucht
       
       > Früher oder später wird sich das Weltbild des neuen Linken-Chefs schon
       > durchsetzen. Und dann kommt nach dem AfD-Verbot auch das Aus für die
       > Union.
       
 (IMG) Bild: Luigi Pantisano! Muss durchhalten, denn alles – gute wie schlechte Ideen – braucht seine Zeit
       
       Der arme Luigi Pantisano! Immer noch hacken alle auf dem neuen Linken-Chef
       herum, nur weil er als Erster ausgesprochen hat, was niemand wahrhaben
       will: „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU,
       die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“ Dabei
       wäre die Lage vor den Landtagswahlen im September damit doch ganz einfach:
       Wenn die CDU, die AfD „oder die Faschisten selbst“ alle gleich schlimm
       sind, kann es uns auch völlig wurscht sein, wer von denen bald in
       Sachsen-Anhalt und Meck-Pomm regiert.
       
       Auf die erstaunliche Empörung der Union hat Pantisanos linke Chefkollegin
       [1][Ines Schwerdtner] richtig reagiert: mit Empörung über die Empörung der
       Union. Statt über Pantisano solle die Union lieber über Sozialpolitik
       sprechen. Also wahrscheinlich so wie Pantisano, dem es ja auch nur um
       Sachthemen ging. Das Einzige, was ihm vorgeworfen werden kann, ist seine
       feige Entschuldigung für seine messerscharfe Analyse. Statt vor dem
       ignoranten Mainstream einzuknicken, hätte der Einäugige unter den
       Farbenblinden standhaft dabei bleiben müssen, dass [2][Schwarz, Blau und
       Braun dasselbe] sind.
       
       Das leuchtet vielleicht nicht jedem sofort ein. Aber so ist das immer, bis
       neue Erkenntnisse anerkannt werden. Früheren, ähnlich scharfsinnigen
       Geistesgrößen wie Kopernikus und Galilei haben sie auch nicht sofort
       geglaubt. Heute ist erst recht Kondition gefragt. Nur wenn sich Pantisanos
       Weltsicht durchsetzt, kann es neben dem [3][AfD-Verbot] auch das
       überfällige CDU-Verbot geben.
       
       Da die linken Faschismusvorwürfe vor allem mit der Migrationspolitik
       begründet werden, sollten auch SPD, FDP und die Grünen verboten werden, die
       das jetzt eingeführte europäische Asylsystem zu Ampelzeiten zusammen mit
       allen anderen EU-Regierungen ausgehandelt haben. Und das [4][BSW] sowieso.
       
       Kleiner Haken: Auch der Linken droht dann ein Verbot, weil sie die
       faschistischen CDU-Regierungen in Thüringen und Sachsen stützt. Damit gäbe
       es gar keine Parteien mehr. Das passt zum aktuellen Trend der
       Expertenkommissionen, wäre aber doch ein bisschen schade. Auch nach der
       [5][Social-Media-Kommission] und der Rentenkommission gibt es durchaus noch
       Ansätze für Kritik und Vorschläge von links. Da wäre es schon bedauerlich,
       wenn sich die Linke selbst verbietet.
       
       27 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Debatte-ueber-Luigi-Pantisano/!6190484
 (DIR) [2] https://www.tagesspiegel.de/politik/scharfe-cdu-kritik-nach-faschismus-vorwurf-damit-hat-sich-herr-pantisano-an-tag-1-komplett-disqualifiziert-15737356.html
 (DIR) [3] /AfD-Verbotsantrag/!6190685
 (DIR) [4] /BSW-Annaeherung-an-Rechtsextreme/!6183590
 (DIR) [5] /Expertenkommission-zu-Social-Media/!6190138
       
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 (DIR) Lukas Wallraff
       
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