# taz.de -- Entkernung des Heizungsgesetzes: Bundesregierung kann Frage zu Klimaschutz nicht beantworten
> Das Bundeswirtschaftsministerium will kein Enddatum für Öl- und
> Gasheizungen. Wie so die Klimaziele eingehalten werden sollen, kann es
> nicht sagen.
(IMG) Bild: Hat keine Idee, wie sie die Klimaziele einhalten will: Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie
Wie sind die deutschen Klimaziele und [1][das geplante neue Heizungsgesetz]
mit unendlichen Laufzeiten für fossile Gas- und Ölheizungen miteinander
vereinbar? Das kann auch das Bundeswirtschaftsministerium nicht sagen,
zeigt eine Antwort auf eine Frage des grünen Bundestagsabgeordneten und
früheren Staatssekretärs Michael Kellner. Das Dokument liegt der taz vor.
Der Hintergrund: Unter Federführung von [2][Bundeswirtschaftsministerin
Katherina Reiche (CDU)] plant die schwarz-rote Koalition, die
Heizungsreform der Ampelregierung rückgängig zu machen. Ein zentraler
Punkt: Gas- und Ölheizungen – beide sind extrem klimaschädlich – sollen
auch nach 2045 weiter eingebaut und betrieben werden können, anders als es
Reiches Vorgänger Robert Habeck (Grüne) vorgesehen hatte. 2045 muss
Deutschland nach geltender Rechtslage klimaneutral sein.
Kellner wollte vom Bundeswirtschaftsministerium wissen, wie das Ziel der
Klimaneutralität erreicht werden soll, wenn es kein Enddatum für Gas- und
Ölheizungen gibt. In seiner länglichen Antwort verweist Staatssekretär
Frank Wenzel auf verschiedene Initiativen seines Hauses in der
Energiepolitik, etwa das Bestreben, niedrigere Strompreise für
Bürger:innen zu erreichen. Dadurch steige „insbesondere auch die
Attraktivität von Wärmepumpen“, schreibt er. Die Verbesserung der
Energieeffizienz bleibe wichtig.
Erwähnung finden auch [3][die kommunale Wärmeplanung] und der Ausbau von
Wärmenetzen. Die Worte Gas- und Ölheizung kommen dagegen in der Antwort
nicht vor. Statt Kellners Frage zu beantworten, verweist Wenzel auf die
vorgesehene Überprüfung des neuen Heizungsgesetzes, die 2030 erfolgen soll.
„Die Antwort zeigt mit vielen Worten, die Regierung hat keine Idee, wie sie
die Klimaziele einhalten will“, kommentiert Kellner das Schreiben des
Staatssekretärs. Mitten in einer großen Hitzewelle den Kampf gegen die
Klimakrise abzuschwächen, sei keine gute Idee. „Alle wären besser dran,
wenn es bei Habecks Gesetz bliebe“, sagt er. Am 11. Juni wird die erste
Lesung der Novelle von Schwarz-Rot im Bundestag stattfinden. Die Regierung
will, dass es noch vor der Sommerpause des Parlaments im Juli verabschiedet
wird.
1 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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