# taz.de -- Entkernung des Heizungsgesetzes: Ideologisch verblendet
> Schwarz-Rot profitiert nicht davon, das Habeck’sche Heizungsgesetz
> abzuschaffen. Die Hetze gegen die Wärmepumpe verstellt den Blick auf die
> Realität.
(IMG) Bild: Wärme kommt bekanntermaßen aus dem Heizkörper und sonst nirgendsher
Der eigenen Propaganda zu glauben, kann fatale Folgen haben, denn das
verstellt den Blick auf die Realität. Die Union ist genau in diese Falle
gegangen. Mit der jetzt vom Bundeskabinett beschlossenen Entkernung der
Habeck’schen Heizungspolitik gewinnt sie nichts und verspielt auch im
eigenen Lager viel Vertrauen.
Zur Erinnerung: [1][Zusammen mit der FDP und der Springer-Presse haben
Christdemokrat:innen mit Inbrunst Stimmung gegen das sogenannte
Heizungsgesetz der Ampel gemacht und sich dabei auf den grünen
Wirtschaftsminister Robert Habeck und seine Partei eingeschossen]. Ironie
der Geschichte: Die damalige SPD-Bauministerin Klara Geywitz war dafür
genauso verantwortlich – was das Mitmachen der SPD bei der jetzigen
Kehrtwende so rückgratlos erscheinen lässt. Dazu passt, dass in den Wochen
der Diskussion über das neue Heizungsgesetz [2][Union und SPD in den
Umfragen weiterhin abstürzen, während die Grünen zulegen]. Es lässt sich
kein Kapital daraus schlagen, das Heizungsgesetz wie von Schwarz-Rot
propagiert „abzuschaffen“. Im Gegenteil.
Um das Gesetz schlechtzureden, haben Konservative gehetzt, Unwahrheiten
verbreitet und die Wärmepumpe ideologisiert. Für die Gegner:innen der
Ampel waren die klimafreundlichen Heizungsvorgaben ein idealer Hebel zur
Demontage der damaligen Regierung. Deshalb, und nicht wegen seiner
politischen Substanz, ist das Heizungsgesetz Teil des Scheiterns der Ampel.
Den Grünen hat die Hetzkampagne schwer zugesetzt. Sie haben es nicht
geschafft, der Wand aus verdrehten Fakten und Ignoranz wirkungsvoll etwas
entgegenzusetzen. Das halten manche in der Union für einen Erfolg.
Bis heute geblendet von dieser Wirkung, können viele in der Union nicht
sehen, was aus dem Heizungsgesetz im wirklichen Leben geworden ist. [3][Es
funktioniert, der Markt hat sich zum Großteil darauf eingestellt. Die
Wärmepumpe ist längst kein Hassobjekt mehr.] Sie setzt sich durch, gerade
in der derzeitigen Energiekrise wird ihr langfristiger Preisvorteil
deutlich.
## Gas und Öl würden vielen teuer zu stehen kommen
Immer mehr Menschen freunden sich mit dem Gedanken an, beim nächsten,
ohnehin fälligen Austausch eine nichtfossile Lösung zu wählen. Aber genau
dieser Prozess droht jetzt gestoppt zu werden, wenn die Regierung die
falschen Signale setzt. Denn ihre Botschaft ist: Weiter mit Gas und Öl zu
heizen, ist kein Problem. Doch das ist falsch. Es würde viele
Bürger:innen teuer zu stehen kommen.
Gerade die Angst vor finanzieller Überforderung war der Grund, warum die
Hetze gegen das Heizungsgesetz erfolgreich war – und nicht die Ablehnung
von klimafreundlicher Wärmeerzeugung. Jetzt kommt die Angst vor
finanzieller Überforderung zurück. Diesmal nicht vor allem unter
Eigentümer:innen, sondern unter Mieter:innen. Denn die müssen sich fragen,
ob sie sich künftig das Heizen noch leisten können, wenn ihre
Vermieter:innen weiter auf Gas- und Ölheizungen setzen. Das ist auch
für die Union schlecht. Angst geht immer nach ganz rechts.
16 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bild.de/ratgeber/2023/ratgeber/3-haeuser-3-schicksale-das-wuerde-uns-der-heiz-hammer-von-habeck-kosten-83362426.bild.html
(DIR) [2] https://dawum.de/Bundestag/
(DIR) [3] /Trendwende-auf-dem-Heizungsmarkt/!6099261
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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