# taz.de -- Umstrittene Energiepolitik der Regierung: Wirtschaftsministerin Reiche zeigt sich gesprächsbereit
       
       > Die Ministerin will keine Ausgleichsgelder für neue Erneuerbare-Anlagen,
       > die absehbar abgeschaltet werden. Jetzt zeigt sie sich offen für
       > Änderungen.
       
 (IMG) Bild: Geht Ihr doch ein Lichtlein auf? Ministerin Reiche beim Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft
       
       Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zeigt sich bei einer
       wichtigen Frage zum Ausbau der erneuerbaren Energien kompromissbereit:
       [1][dem sogenannten Redispatch-Vorbehalt.] Dieser bezeichnet den Plan,
       Betreiber in Zukunft in bestimmten Gebieten nicht mehr zu entschädigen,
       wenn ihre Wind- oder Solaranlagen abgeschaltet werden, wenn das Netz
       überlastet ist. Branchenvertreter:innen laufen Sturm gegen dieses
       Vorhaben, weil sie fürchten, dass Banken Projekte nicht mehr finanzieren,
       falls die Einnahmen nicht mehr kalkulierbar sind, da die Entschädigung
       komplett wegfällt.
       
       „Ich bin offen für alle Vorschläge“, sagte die Ministerin am Mittwoch beim
       Kongress des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) in
       Berlin. Voraussetzung sei, dass das Ziel geteilt werde, Wind- und
       Solaranlagen nicht mehr dort zu bauen, wo sie absehbar wegen fehlender
       Netzkapazitäten abgeschaltet werden müssten. Ein konkreter Vorschlag, den
       sie nannte, war der „systemdienliche Redispatch-Vorbehalt“.
       
       Das geht in Richtung [2][eines Vorschlags der Energieunternehmen EWE und
       EnBW]. Sie schlagen flexible Netzanschlussverträge vor, bei denen der
       Ausfall der Entschädigung wegen Netzüberlastung in bestimmten Gebieten auf
       maximal 200 Stunden im Jahr beschränkt wird. So sollen Netz- und
       Erneuerbarenausbau besser synchronisiert werden. EWE-Chef Stefan Dohler,
       der auch Präsident des BDEW ist, sieht wie Reiche grundsätzlich
       Handlungsbedarf. Es müsse die Möglichkeit für eine Steuerung geben, nicht
       „dumm irgendwo hinzubauen“, sagte er bei dem Kongress.
       
       Die Energiebranche drängt die Bundesregierung zu mehr Tempo. Die großen
       energiepolitischen Vorhaben müssten in einem geeinten „Energiepaket“ 2026
       gebündelt und noch in diesem Jahr verabschiedet werden, forderte Kerstin
       Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Jedoch fürchtet die
       Branche, dass ihre Anliegen bei den Koalitionsverhandlungen über ein großes
       Reformpaket unter die Räder kommen. „Die Energiepolitik darf hier nicht
       Verhandlungsmasse werden, das Energiepaket muss für sich stehen“, sagte
       sie. Rente und Redispatch-Vorbehalt, Bafög und Biotreppe,
       Gesundheitsfinanzierung und Gaspaket dürften nicht gegeneinander
       aufgerechnet werden.
       
       10 Jun 2026
       
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 (DIR) [1] /Ausbau-der-Erneuerbaren-in-Gefahr/!6164754
 (DIR) [2] https://www.ewe.com/de/media-center/pressemitteilungen/2026/04/ewe-und-enbw-schlagen-flexible-netzanschlussvertrge-vor-ewe-ag
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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