# taz.de -- Haushalts- und Klimapolitik: Mit Vollgas rückwärts
> Statt in Öko-Heizungen zu investieren, präferiert die Bundesregierung
> fossile Heizungen. Investitionen in klimafreundliche Anlagen werden
> unattraktiv.
(IMG) Bild: Im Klimawandel ist es immer vor, während und nach der Flut
Wie bezeichnend: Ausgerechnet den „Klimabonus“ will die Bundesregierung bei
ihrem weitreichenden [1][Kürzungsplan für Ökoheizungen] abschaffen. Sie
streicht hier Milliarden und einigt sich fast gleichzeitig auf ein Gesetz,
mit dem das weitere fossile Heizen forciert wird. Parallel will
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) dem Klima- und
Transformationsfonds allein im kommenden Jahr 2,7 Milliarden Euro entziehen
– dem zentralen Instrument zum klimagerechten Umbau von Wirtschaft und
Gesellschaft.
Vielen wichtigen Klimaprojekten wird damit der Stecker gezogen. Und das vor
dem Hintergrund, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
ein ganzes Paket an Neuregelungen im Köcher hat, mit denen die Energiewende
brutal ausgebremst und die Verlängerung fossiler Geschäftsmodelle gesichert
wird. Werden ihre Pläne realisiert, wird der Bau neuer Windanlagen oder
Dachsolaranlagen finanziell unattraktiv.
Das alles konterkariert die bisherige Klimapolitik. Die Förderkürzungen und
das neue Heizungsgesetz werden zu einem fatalen Zusammenspiel führen. Viele
Menschen werden sich für den Einbau einer neuen fossilen Heizung
entscheiden, weil es ihnen billiger erscheint. Wenn die extrem hohen
Betriebskosten sie an die Grenze der Belastbarkeit oder darüber hinaus
führen, ist es zu spät. Kritiker:innen warnen, dass etwa soziale
Einrichtungen in Zukunft dazu gezwungen sein werden, [2][neue fossile
Gasheizungen] einzubauen, weil sie die kurzfristig günstigste Lösung wählen
müssen. Dass ist zwar langfristig sehr teuer, aber das interessiert
deutsche Verwaltungsvorgaben genauso wenig wie die Wirtschaftsministerin.
Diese rückwärtsgewandte Politik passt leider hervorragend ins Gesamtbild.
Die Regierung hat keine, wirklich keine Idee, wie sie das Land in eine
bessere Zukunft führen könnte. Der vorgelegte Bundeshaushalt offenbart eine
erschreckende Bereitschaft zum sozialen Kahlschlag und zur falschen
Weichenstellung. Gerade hat die Bundesregierung [3][1,6 Milliarden Euro für
den Tankrabatt] lockergemacht, damit Autofahrende zwei Monate lang
vergleichsweise günstig klimaschädlichen Sprit kaufen konnten. Aber für
Investitionen in eine klimaneutrale Welt und den Erhalt des Sozialstaats
ist angeblich nicht genug Geld da.
Das Kürzen von Zuschüssen für klimafreundliche Umbauten ist genauso
destruktiv wie das massive Herunterfahren von Sozialleistungen. Beides
schafft das Gegenteil von Resilienz von Bürger:innen und Staat, denn es
verschärft die bevorstehenden ökonomischen und ökologischen Krisen.
7 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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