# taz.de -- Kabinettsmitglieder im Haber-Streit: Familienministerin rügt Kulturstaatsminister
       
       > Ministerin Karin Prien erklärt Minister Wolfram Weimers Rückgriff aufs
       > Haber-Verfahren für falsch. Dabei stützt sie sich selbst gern auf
       > Verfassungsschutzbezichtigungen.
       
 (IMG) Bild: Bildungsministerin Karin Prien, als eine der Hauptanwenderinnen des Haber-Verfahrens ist sie zugleich dagegen
       
       Eigentlich wollten sie über kuschelige Themen plaudern, die
       Weltbestsellerautorin und die Bundesministerin: In einer Kirche in
       Hamburg-Blankenese saßen [1][Cornelia Funke] und Karin Prien Sonntagabend
       zusammen. Gehen sollte es darum, „welche Bücher Jugendliche begeistern“ und
       was sich konkret ändern müsse, „damit Lesen wieder selbstverständlich
       wird“.
       
       Moderiert von Stefan Hauck, Kinder- und Jugendbuchkritiker und [2][beim
       Börsenverein beschäftigt], berichtete Prien von prägenden Bucherinnerungen;
       dass Märchen „eine riesige Rolle gespielt“ hätten. Manche habe die
       Großmutter sich gleich selbst ausgedacht.
       
       Nun ist Christdemokratin Prien als [3][Bundesfamilienministerin] auch
       Stifterin des Deutschen Jugendliteraturpreises. Und: Bücher, Preise und das
       Bundeskabinett, da ist in diesen Tagen viel Musik drin, aber kaum
       wohlklingende. Die Branche, so Hauck, frage sich: Wird das
       [4][Haber-Verfahren] auch beim Preis für Jugendliteratur angewendet? „Im
       Kontext von Kunst- und Kulturförderung“, sagte Prien, „hat das meiner
       Meinung nach nichts zu suchen.“
       
       Das wirkt wie eine Absetzbewegung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
       Der berief sich ja auf vermeintliche Erkenntnisse des Verfassungsschutzes,
       als er jüngst drei aus Jurysicht auszuzeichnende Buchhandlungen aus dem
       Wettbewerb um den Buchhandlungspreis nahm – weil für ihn zu extremistisch.
       
       [5][Andererseits]: Durch liberalen Mut fällt Prien im eigenen Beritt auch
       nicht auf, obwohl das viele von ihr, der liberalen Konservativen, erwartet
       hatten. Sie sägt gerade an der Förderung [6][von Hunderten Initiativen des
       Programms „Demokratie leben!“]. Zu linksliberal seien sie ausgerichtet,
       [7][sagte sie dazu der taz. Und dass sie dort das Haber-Verfahren
       flächendeckend anwende.]
       
       Die Hintergründe bleiben ungewiss. Herrscht in ihrem Ministerium wirklich
       Konfusion, welche Milieus beispielsweise Initiativen zur
       Rechtsextremismus-Bekämpfung erreichen? Wie die Sache für „Demokratie
       leben!“ ausgeht, muss sich erst zeigen. Aber nach Märchen klingt das alles
       nicht.
       
       21 Apr 2026
       
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 (DIR) [4] /Kritik-am-Haber-Verfahren/!6161518
 (DIR) [5] /Haber-Verfahren/!6163287
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