# taz.de -- EU-Asylpolitik: Handschrift der Rechtsextremen
> Das EU-Parlament stimmte für die fast schrankenlose Abschiebung in
> Drittstaaten. Konservative und extreme Rechte taten sich dafür zusammen.
(IMG) Bild: Stimmt zusammen mit Rechtsextremen ab: Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der Fraktion EVP im Europaparlament
An 38 Stellen soll der Gesetzestext verändert worden sein, den Konservative
und Rechtsextreme am Donnerstag im EU-Parlament beschlossen haben. 38-mal
verschärften sie gemeinsam die neuen Abschieberegeln der EU. Teils wurden
Forderungen der ESN-Fraktion (Europa der Souveränen Nationen), zu der die
AfD gehört, direkt übernommen. So geht das neue Abschieberecht über das
hinaus, was der Kommission vorschwebte und was die anderen Parteien der
Mitte mitgetragen hätten.
Die neue Rückführungsverordnung ermöglicht, Menschen, die nicht in ihre
Herkunftsländer zurückgeschickt werden können, in [1][sogenannte
Return-Hubs] in Drittstaaten zu bringen. Nach dem Willen der Kommission
hätte es dabei eine gewisse zentrale Steuerung und Überwachung gegeben. Nun
aber haben die Mitgliedsstaaten praktisch völlig freie Hand. Sie können
weitgehend nach Gutdünken andere Regierungen dafür bezahlen, Haftlager
einzurichten, in die Abgeschobene, auch Familien mit Kindern, gesperrt
werden.
Wie lange? Nach welchem Recht? Wie kommen sie wieder raus? Wer ist für sie
verantwortlich? Alles unklar. Die Mitgliedsstaaten können es nun im Großen
und Ganzen halten wie sie wollen. Offen ist, ob sie Staaten finden, die
dabei mitmachen. [2][EVP-Chef Manfred Weber hatte noch am Mittwoch
behauptet, ihm sei keine andere Möglichkeit geblieben, als den Beschluss
mit den Rechten zu fassen,] weil die Sozialdemokraten nicht mitziehen
wollten. Tatsächlich haben die Sozialdemokraten die Return-Hubs sehr wohl
mitgetragen. Die Idee wurde in der Ampelzeit unter der SPD-Innenministerin
Nancy Faeser vorangetrieben. Einwände gegen die Return-Hubs hatten die
Sozialdemokraten allenfalls gegen die weiter angeschärfte Version.
Dass [3][Weber diese nun unbedingt mit der extremen Rechten durchsetzen
musste, ist seine bewusste Entscheidung]. Dass die Rechtsextremen im
Parlament das Votum mit Standing Ovations begrüßten, zeigt: Sie sehen es
als Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit mit den Konservativen in
anderen Bereichen. Wahrscheinlich haben sie damit recht.
26 Mar 2026
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(DIR) [3] /Brandmauer-im-EU-Parlament/!6163096
## AUTOREN
(DIR) Christian Jakob
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