# taz.de -- Nahost-Debatte in der Linkspartei: Steilvorlage für Linken-Hasser
       
       > Die Linke zofft sich mal wieder um ihre Haltung zu Israel. Das schadet
       > ihren Wahlchancen. Doch der Streit hat auch etwas Gutes.
       
 (IMG) Bild: Hier brennt noch Licht: Linken-Büro in Rheinland-Pfalz
       
       Hurra, sie streiten wieder. Kurz vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
       macht die Linke der Konkurrenz ein Geschenk, indem sie sich mal wieder
       [1][über ihre Haltung zum Nahost-Konflikt zofft]. Das schmälert ihre
       Chance, erstmals in den Mainzer Landtag einzuziehen. Die Parteispitze
       bemüht sich um Schadensbegrenzung, kann es aber keinem recht machen.
       
       Der Kern des Konflikts: Viele jüngere Mitglieder empören sich über Israels
       Kriege, ob in Gaza, dem Libanon oder in Iran. Andere in der Partei hängen
       noch immer einem idealisierten Israel-Bild an und fürchten, die
       Deutungshoheit zu verlieren. Manche Jüngere verzetteln sich im Kampf um
       möglichst scharfe Parteitagsbeschlüsse. Manche Linken-Granden sorgen sich
       um das mühsam erarbeitete Ansehen ihrer Partei und vergreifen sich dabei im
       Ton: beste Voraussetzungen für eine Eskalation.
       
       Dabei gibt [2][der Parteitagsbeschluss aus Niedersachsen, der aktuell für
       Streit sorgt], gar nicht so viel her, um die Aufregung zu rechtfertigen.
       Weder ist er ein „Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht des jüdischen
       Volkes“ noch ein Ausdruck von „Judenhass“, wie Zentralrats-Präsident Josef
       Schuster formulierte. Der Beschluss kritisiert den „real existierenden
       Zionismus“ einer rechtsextremen Regierung, die gemeinsam mit den USA gerade
       [3][den Nahen Osten in Brand setzt]: Das sollte in einer linken Partei
       eigentlich Konsens sein.
       
       Für Linken-Hasser ist der Beschluss eine Steilvorlage, um der Partei mal
       wieder Antisemitismus zu unterstellen. Manche Genoss:innen stoßen ins
       gleiche Horn. Auf der Strecke bleiben der Respekt vor anderen Meinungen und
       die „revolutionäre Freundlichkeit“, die man sich doch auf die Fahnen
       schreiben wollte.
       
       Nur ein Gutes hat der Streit: Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter
       Andreas Büttner hat [4][die Partei deswegen jetzt verlassen]. Dieser nutzte
       das Thema immer wieder, um sich auf Kosten seiner Partei zu profilieren. Er
       wird nicht fehlen. Denn wen ein Parteitagsbeschluss mehr empört als Israels
       Kriege, dessen moralischer Kompass ist kaputt.
       
       20 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Antisemitismus-Streit-in-der-Linkspartei/!6163969
 (DIR) [2] https://www.dielinke-nds.de/start/aktuell/detail/news/richtigstellung-zum-antrag-a01-auf-dem-landesparteitag-der-linken-niedersachsen/
 (DIR) [3] /-Nachrichten-im-Iran-Krieg-/!6163963
 (DIR) [4] /Andreas-Buettner-tritt-aus-der-Linken-aus/!6163152
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Bax
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Nahost-Debatten
 (DIR) Die Linke
 (DIR) Antizionismus
 (DIR) Antisemitismusbeauftragter
 (DIR) Gregor Gysi
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Antizionismus
 (DIR) Die Linke
 (DIR) Nahost-Debatten
 (DIR) Nahost-Debatten
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Streit um Israel in der Linkspartei: Parteivorsitzende versuchen, ein Machtwort zu sprechen
       
       Der Konflikt in der Linken über Israel und Zionismus ist heftig. Jetzt
       melden sich die Parteivorsitzenden Schwerdtner und van Aken gemeinsam zu
       Wort.
       
 (DIR) Streit um Israel in der Linkspartei: „Großes Problem mit Einseitigkeit“
       
       Der Konflikt in der Linken über Israel eskaliert. Jetzt geht der
       Bundesgeschäftsführer der Partei auf Distanz zu den „Antizionist:innen“.
       
 (DIR) Erfahrungen palästinensischer Schüler: „Nein, es gibt kein Palästina!“
       
       Der Nahostkonflikt werde an ihrer Schule einseitig behandelt, weil Lehrer
       einer Seite zuneigten, sagen Schülerinnen. Ein Verein vermittelt bei
       Konflikten.
       
 (DIR) Meinungsfreiheit in Deutschland: Faesers fatales Vermächtnis
       
       Der Slogan „From the River to the Sea“ ist seit 2023 verboten – mit
       massiven Folgen. Die Begründung ist aber dünn, wie eine Anfrage der Linken
       zeigt.