# taz.de -- Wachsender Antisemitismus bei den Linken: Auf dem Weg ins politische Abseits
       
       > Der Antisemitismusbeauftragte in Brandenburg, Andreas Büttner, tritt aus
       > der Linkspartei aus. Der Grund: zunehmender Antizionismus.
       
 (IMG) Bild: Unter Antisemitismus-Verdacht: Auf dem Landesparteitag der Linken in Niedersachsen ging es um den „heute real exisxtierenden Zionismus“
       
       Im Bundestag sitzt eine Partei mit einem Landesverband, der das
       Existenzrecht Israels ablehnt. Nein, es ist keine rechtsextreme, sondern
       eine linke Partei: Die Linke. Beim Landesparteitag am vergangenen
       Wochenende verabschiedeten die Genoss*innen in Niedersachsen [1][einen
       Antrag] mit dem ursprünglichen Titel „Ablehnung des Zionismus“. Sie
       versuchten zwar, den Titel abzuschwächen als Ablehnung des „heute real
       existierenden Zionismus“. Damit kann nur Israel gemeint sein, der real
       existierende jüdische Staat. Den sie damit ablehnen, und das ist schlicht
       antisemitisch.
       
       Der antisemitische Flügel der Partei – dieser wird immer größer – zeigt
       sich berauscht von dem Erfolg. Der niedersächsische Landesverband sei als
       erster offiziell „antizionistisch“, grinst ein Parteimitglied mit Kufija
       [2][in einem Instagram-Video]. Eine Genossin sagt in dem Clip, sie hätten
       sich mit einem weiteren Antrag mit Aktivisten wie Ramsis Kilani solidarisch
       erklärt, der nach terrorverherrlichenden und antisemitischen Äußerungen aus
       der Partei ausgeschlossen worden war.
       
       Für Andreas Büttner, Linken-Politiker und Antisemitismusbeauftragter
       Brandenburgs, reicht es: Er ist [3][aus der Partei ausgetreten]. Im Januar
       wurde [4][ein Brandanschlag auf sein Grundstück] verübt, samt
       Hamas-Dreiecken. Die Verurteilung seiner Partei war halbherzig und
       zögerlich. Büttners Entscheidung ist mehr als nachvollziehbar. Denn die
       Linkspartei schießt sich damit politisch ins Abseits. Sie mag zwar ihre
       Mitgliederzahlen im vergangenen Jahr auf mehr als 120.000 Genoss*innen
       verdoppelt und ein starkes Bundestageswahlergebnis von knapp 9 Prozent
       eingefahren haben.
       
       Aber eine Partei, deren Kurs [5][zunehmend von radikalen
       Antizionist:innen] bestimmt wird, der wiederholt durch antisemitische
       Ausfälle für Skandale sorgt, ist kein ernstzunehmender politischer
       Verbündeter und kein potenzieller Koalitionspartner. Erst recht nicht, wenn
       es um das Thema Antisemitismus geht.
       
       16 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.dielinke-nds.de/start/aktuell/detail/news/richtigstellung-zum-antrag-a01-auf-dem-landesparteitag-der-linken-niedersachsen/
 (DIR) [2] https://www.instagram.com/p/DV6hlVGjJtd/
 (DIR) [3] https://www.juedische-allgemeine.de/israel/es-geht-nicht-mehr-andreas-buttner-verlasst-die-linkspartei/
 (DIR) [4] /Nach-Brandanschlag-gegen-Linkenpolitiker/!6143662
 (DIR) [5] /Antisemitismus-in-der-Linkspartei/!6123478
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nicholas Potter
       
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