# taz.de -- Antisemitismus-Fördergeldaffäre der CDU: Im Interesse Israels, nicht des Kampfes gegen Antisemitismus
> Der Berliner Senat räumte Israels Botschaft Mitsprache bei der
> Fördermittelvergabe ein – und offenbart so, worum es der CDU wirklich
> geht.
(IMG) Bild: Fördergeldvergabe: Israels Botschaft war möglicherweise involviert
Die Affäre um die [1][Vergabe von Fördergeldern für Antisemitismusprojekte]
erschüttert Berlins CDU. Täglich gibt es neue Details darüber, wie
CDU-Abgeordnete im Zusammenspiel mit den Kultur-Senator:innen Joe Chialo
und seiner Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson Druck auf die Verwaltung
ausübten, um einem Dutzend von ihnen selbst ausgewählter Projekte fast 3
Millionen Euro zuzuschanzen – ohne ausreichende fachliche Prüfung und
[2][unter Verstoß gegen geltendes Haushaltsrecht].
Wie die Projekte, die bis dato überwiegend [3][nicht mit besonderer
Kompetenz im Einsatz gegen Antisemitismus aufgefallen waren], ausgewählt
wurden, war bislang unbekannt. Im Verdacht: Der Abgeordnete Christian Goiny
beschenkte Parteifreunde aus seinem CDU-Ortsverband, die zugleich an
einigen der Projekte beteiligt sind. Nun stellt sich heraus: Auch die
israelische Botschaft war beteiligt.
In einer von Goinys Nachrichten an Wedl-Wilson, in denen er auf umgehende
Finanzierungszusagen drängte, schrieb er über die Projektanträge: „Die sind
alle geprüft, mit der israelischen Botschaft verabredet und über unser
Fraktionsticket finanziert.“ Dass sich Goiny, der öffentlich bislang jedes
Fehlverhalten, etwa seine offensichtliche Missachtung der Gewaltenteilung,
abstreitet, über die Problematik der Angelegenheit bewusst war, zeigt eine
weitere Nachricht: „Nach Rücksprache mit der israelischen Botschaft, wird
von dort kein Schreiben kommen, da sie nicht den Eindruck erwecken wollen,
dass sie sich in die Entscheidungsprozesse des Senats einmischen.“ Nebenbei
bezeichnete er die Kulturverwaltung als „links und antisemitisch“
durchsetzt.
Was das zeigt: Der CDU geht es nicht um einen wirkungsvollen Einsatz gegen
Antisemitismus, auch wenn sie das öffentlich immer behauptet. Tatsächlich
dient ihr die Thematik für einen Kulturkampf gegen links und die
Durchsetzung einer Israel-treuen Außenpolitik nach innen. Für die
Interessen einer rechtsradikalen israelischen Regierung ist sie bereit,
rechtsstaatliche Verfahren auszuhebeln und öffentliche Gelder zu
verpulvern.
5 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Erik Peter
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