# taz.de -- Steigender Ölpreis und Klimaschutz: Die Angst vorm Benzinpreis wäre vermeidbar gewesen
       
       > Vom Krieg gegen Iran profitieren derzeit vor allem Ölkonzerne. Das ist
       > gefährlich für den Klimaschutz und vollkommen unnötig.
       
 (IMG) Bild: Glücklich ist …, wer zurzeit keinen Benziner fährt
       
       Es ist reiner Wahnsinn, dass die USA und Israel ganz offenbar Iran
       angegriffen haben, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein: Der
       weitgehende Stillstand des Schiffsverkehrs durch die [1][Straße von
       Hormus], abgeschaltete Flüssiggasterminals und der Beschuss von
       Ölraffinerien führen zu weltweit steigenden Öl- und Gas-Preisen, Angst vor
       Engpässen der Düngerversorgung und wild ausschlagenden Börsenkursen.
       
       Nachdem der Ölpreis am Montag auf knapp 120 Dollar pro Barrel gestiegen
       war, behauptete US-Präsident Donald Trump leicht panisch, der Krieg werde
       bald enden. Der Ölpreis sank. Nur ist völlig unklar, ob Trump das überhaupt
       versprechen kann. Schließlich müsste Iran einem Waffenstillstand zustimmen,
       sitzt aber gerade [2][wegen der flatterhaften Energie- und Finanzmärkte] an
       einem echt langen Hebel.
       
       Klar ist nur, dass nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 schon
       wieder ein Krieg den weltweiten Handel mit fossilen Energien
       durcheinanderbringt. Profitieren werden fossile Unternehmen, die [3][die
       Kriegsgewinne dankend mitnehmen], im schlechtesten Fall sogar aufgrund der
       hohen Preise die Ölförderung ausweiten und so [4][die Erderhitzung noch
       weiter verschärfen]. Leidtragende sind die Menschen in Asien und Afrika,
       die von steigenden Ölpreisen in die Armut getrieben werden.
       
       Die Bundesregierung muss sich darauf vorbereiten, eine Kostenexplosion zu
       verhindern. Indem sie Öl- und Gaspreise auf Kosten der fossilen Konzerne
       deckelt, und in dem sie ein Tempolimit einführt, zum Beispiel. Die aktuelle
       Panik wäre vermeidbar gewesen. [5][Solarpaneele] aus China sind spottbillig
       und E-Autos werden immer preiswerter. Heizen kann man auch mit Wärmepumpen.
       
       Hätten Deutschland und Europa in den vergangenen 15 Jahren Tempo gemacht
       beim Klimaschutz, müsste heute niemand mit Bauchschmerzen auf die rasant
       steigende Preisanzeige der Zapfsäule schauen. Beim Hochlauf von
       Erneuerbaren, Wärmepumpen und E-Autos [6][auf die Bremse zu drücken], wie
       es die Bundesregierung derzeit tut, ist beinah so irrsinnig wie der Krieg
       gegen Iran.
       
       10 Mar 2026
       
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