# taz.de -- Israel in Süd-Libanon: Im Schatten des Krieges
       
       > Den Großangriff auf Iran nutzt Israel, um zeitgleich in Libanon Fakten zu
       > schaffen. Berlin zuckt mit den Schultern.
       
 (IMG) Bild: Israelisches Militär unterwegs im Grenzbereich zum Libanon
       
       Israel kündigt an, Soldaten in den Süd-Libanon zu schicken und eine 15
       Kilometer breite „Pufferzone“ zu errichten. Die israelische Armee redet von
       „Vorwärtsverteidigung“ – in Wahrheit heißt das: Einmarsch und Besatzung.
       Israels Militär veröffentlichte eine Karte, die das Gebiet zwischen Grenze
       und Litani-Fluss rot markiert. Alle Bewohner sollen ihre Häuser verlassen,
       sonst drohe Gefahr für ihr Leben.
       
       Mit der Zerschlagung der Hisbollah lässt sich das kaum begründen. Die Miliz
       ist stark geschwächt. Über ein Jahr feuerte sie keine Raketen auf Israel.
       Ihre jüngsten Angriffe fängt die israelische Luftabwehr größtenteils ab.
       Die neue Regierung in Syrien blockiert den Landweg für Waffenlieferungen an
       die Hisbollah aus Iran.
       
       Israels Militär ist seit 1978 [1][sieben Mal] in den Libanon einmarschiert.
       Zuletzt im Herbst 2024: Israelische Soldaten zerstörten und vermüllten
       Häuser. Ganze Grenzdörfer liegen in Trümmern. Mit weißem Phosphor und
       hochkonzentriertem Glyphosat wurden offenbar Agrarflächen verpestet. Trotz
       Waffenstillstand baute Israel fünf Posten – mit Überwachungstechnik,
       Betonmauern und Soldaten. Der Grundstein für Landnahme ist gelegt.
       
       Benjamin Netanjahus Ziel ist ein Großisrael. Nicht nur Teile Gazas hält
       Israel militärisch besetzt, Mitte Februar hatte die Regierung große Teile
       des Westjordanlands [2][de facto annektiert]. In Syrien nutzte Israel den
       Machtwechsel, um in eine von der UN überwachte, eigentlich neutrale
       Pufferzone [3][einzudringen.] Israels Soldaten bauten Straßen, Gebäude und
       Kontrollpunkte.
       
       Im Schatten des Kriegs gegen Iran wird Libanon zum Nebenschauplatz. Das
       nutzt Israel für seine Expansionspolitik. Konsequenzen aus Washington oder
       Berlin? Keine. Keine Sanktionen, kein Stopp von Waffenlieferungen. Die
       Erfahrung zeigt: Israels Regierung ignoriert das Völkerrecht – und kommt
       damit durch.
       
       5 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.reuters.com/world/middle-east/israel-lebanon-border-warfare-has-decades-long-history-2024-09-26/
 (DIR) [2] https://www.aljazeera.com/news/2026/2/24/nearly-20-countries-slam-israels-de-facto-annexation-drive-in-west-bank
 (DIR) [3] /Ein-Jahr-nach-Assads-Sturz/!6134181
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Julia Neumann
       
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