# taz.de -- Hohe Benzinpreise: Bitte kein neuer Tankrabatt!
       
       > Politiker:innen überschlagen sich mit Vorschlägen für billigeren
       > Sprit. Gezielte Hilfen für ärmere Autofahrer wären allerdings sinnvoller.
       
 (IMG) Bild: Billiger Sprit für alle – so lauten die Forderungen vieler Politiker
       
       So schnelle Reaktionen hätte man auch angesichts explodierender Mieten oder
       der ungerechtfertigten Preiserhöhungen bei der Deutschen Bahn gerne: Kaum
       [1][steigen in Deutschland die Spritpreise], überschlagen sich
       Politiker:innen mit Vorschlägen, wie sie gesenkt werden könnten.
       
       Die einen wollen die Mineralölsteuern senken, also einen Tankrabatt wie
       2022. Die anderen fordern, den Co2-Preis auf Sprit auszusetzen – und wieder
       andere einen Preisdeckel [2][wie in Ungarn oder Kroatien.] Rufe nach einem
       autofreien Sonntag oder einem spritsparenden Tempolimit auf Autobahnen
       dagegen gibt es wenige.
       
       Die Preise für einen Liter Benzin oder Diesel haben die magische Grenze von
       2 Euro überschritten – aber das ist nicht astronomisch hoch. Noch ist nicht
       ausgemacht, ob dieses Niveau überhaupt anhält. Aber schon vorübergehende
       Preissteigerungen an den Zapfsäulen bringen das Autoland Deutschland in
       Rage – und das wollen Politiker:innen aller Couleur natürlich nutzen:
       Die ansonsten schwerfällige Bundesregierung reagiert umgehend mit der
       Vorgabe, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise anheben dürfen
       – ein sinnvoller Schritt.
       
       Autofahrende haben ein Recht darauf, nicht abgezockt zu werden – aber das
       ist etwas anderes, als klimaschädliches Verhalten finanziell zu
       unterstützen. Viel spricht dafür, dass die Mineralölkonzerne die Preise
       viel stärker als gerechtfertigt angehoben haben. [3][Eine Übergewinnsteuer]
       könnte sie davon abhalten, zumindest die Ernte aus dieser Gier einzufahren.
       
       Ja, es gibt Menschen mit sehr wenig Geld, die ein Auto brauchen. Wer
       Mindestlohn bezieht und um fünf Uhr morgens aufstehen muss, um 80 Kilometer
       mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, der oder die sollte unterstützt werden –
       zum Beispiel gezielt mit Tankgutscheinen vom Arbeitgeber, der sich das Geld
       vom Staat zurückholt. Solche Maßnahmen wären viel sinnvoller, als das
       Autofahren aus Spaß oder reiner Bequemlichkeit zu unterstützen.
       
       11 Mar 2026
       
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