# taz.de -- Umstrittene GEAS-Reform durchgewunken: Bundestag verschärft Asylrecht
> Die schwarz-rote Koalition setzt die europäische Asylreform, Geas, in
> nationales Recht um. Linke und Grüne kritisieren Lager für Geflüchtete.
(IMG) Bild: „Schärfen und härten“: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Bundestagsdebatte am Freitag
afp | Der Bundestag hat den Weg für [1][die umstrittene europäische
Asylreform] freigemacht. Mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition setzte
das Parlament am Freitag die Reform des Gemeinsamen Europäischen
Asylsystems (Geas) in deutsches Recht um. Sie zielt darauf ab, dass weniger
Asylsuchende in die EU kommen. Während Union und SPD das Vorhaben
verteidigten, kritisierten Grüne und Linke insbesondere geplante sogenannte
Sekundämigrationszentren.
Mit der Geas-Reform wollen die Staaten der Europäischen Union ihre
Asylsysteme vereinheitlichen. [2][Die bislang umfangreichste Reform des
europäischen Asylrechts] soll am 12. Juni in Kraft treten. Die beiden dazu
vom Bundestag beschlossenen Gesetzentwürfe enthalten zahlreiche
Verschärfungen für Asylsuchende in Deutschland.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigte die Reform gegen
Kritik. „Mit der heutigen Entscheidung schärfen und härten wir die
Migrationspolitik“, sagte Dobrindt in der Bundestagsdebatte. Was auf
nationaler Ebene „mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante“ vorangetrieben
worden sei, werde jetzt auf europäischer Ebene fortgesetzt: „Kooperation
mit unseren europäischen Partnern, Konsequenz bei der Reduzierung der
Pull-Faktoren und Klarheit mit unserem Signal in die Welt: Auch in Europa
hat sich die Migrationspolitik verändert.“
Der Bundesinnenminister verwies auf die drei Säulen der Asylreform. Der
Außengrenzschutz werde verbessert und das Dublin-System werde „wieder
funktionsfähig“ gemacht. Die dritte Säule sei die Solidarität unter den
EU-Staaten: „Wir lassen die Länder an den Außengrenzen nicht alleine.“
Daraus werde ein Migrationspakt in Europa.
Grüne und Linke äußerten scharfe Kritik, insbesondere [3][an den geplanten
sogenannten Sekundärmigrationszentren]. Dort sollen Asylsuchende
untergebracht werden, die bereits in einem anderen EU-Land registriert
sind. Die Betroffenen können aus den Zentren in das zuständige EU-Land
ausreisen – sich aber nicht frei in Deutschland bewegen.
## „Schutzsuchende de facto weggesperrt“
„Sie sägen an Grundpfeilern unseres Rechtsstaates“, sagte der
Grünen-Innenpolitiker Lukas Benner. So sollten in Zukunft Schutzsuchende in
diesen Einrichtungen „de facto weggesperrt werden“. Die damit verbundenen
Bewegungseinschränkungen seien „verfassungsrechtlich höchst problematisch“.
Auch Kinder und Jugendliche könnten in solche Zentren gesperrt werden. „Das
ist kein Ort für Kinder, da gehören sie nicht hin.“
Linken-Fraktionsvize Clara Bünger sagte, „Haft, Lager und Entrechtung“
sollten „nun auch in Deutschland Realität werden“. „Sie führen geschlossene
Zentren ein, in denen Menschen de facto weggesperrt werden.“ Auch Kinder
könnten dem Gesetz zufolge inhaftiert werden, laut Gesetz, wenn das ihrem
Wohl diene. „Haft kann niemals dem Wohl eines Kindes dienen“, betonte die
Linken-Sprecherin für Fluchtpolitik.
Politiker von Union und SPD verwiesen darauf, dass mit der Geas-Reform nach
jahrelangem Ringen einheitliche Regeln in Europa gelten würden.
Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) sagte, die Reform schaffe „ein
einheitliches europäisches Verfahren und klare Registrierungswege an den
Außengrenzen“. „Mit der Geas-Reform setzen wir Zuständigkeitsregeln endlich
durch, schaffen verbindlichere Fristen und bessere Vollzugsinstrumente.“
## SPD lobt hohe „hohe Standards“
Nach den Worten von SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede schafft Geas einen
neuen Rahmen „mit hohen Verfahrensstandards, mit mehr Ordnung, mit hohen
menschenrechtlichen Standards und insbesondere mit einem funktionierenden
Solidaritätsmechanismus in Europa“.
Der AfD geht die Reform indes nicht weit genug. Sie werde am Problem der
illegalen Zuwanderung nichts ändern, sagte der Abgeordnete Maximilian Krah.
Fluchtanreize blieben bestehen, Asylverfahren müssten wieder national
geführt werden, forderte Krah. Mit der Vorlage habe die Koalition zwar „das
Beste aus Geas herausholt“, das Gesamtpaket bleibe aber unzureichend.
27 Feb 2026
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