# taz.de -- Migration in die EU: Zahl der irregulären Grenzübertritte weiter gesunken
> Laut der EU-Küstenwache Frontex kommen immer weniger Geflüchtete über die
> Grenzen. Nicht auf allen Routen gehen die Zahlen zurück.
(IMG) Bild: Grenzzaun entlag des Evros an der türkisch-griechischen Grenze
dpa | Die Zahl der registrierten irregulären Grenzübertritte in die
Europäische Union ist 2025 [1][im Vergleich zum Vorjahr] um mehr als ein
Viertel zurückgegangen. Das geht aus Zahlen hervor, die die
EU-Grenzschutzbehörde Frontex mit Sitz in Warschau vorgelegt hat. Knapp
178.000 Versuche registrierte die Behörde demnach im vergangenen Jahr. Das
ist der niedrigste Wert seit 2021.
Frontex bewertete den Rückgang in seinem Bericht als „bemerkenswerte
Entwicklung“. Die Behörde warnte aber gleichzeitig, [2][dass die Situation
an den Außengrenzen der EU ungewiss bleibe]. „Der Trend geht in die
richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht“, sagte
Frontex-Direktor Hans Leijtens. Die enge Kooperation seiner Behörde auch
mit Regierungen und Partnern in Staaten außerhalb der EU habe gute
Ergebnisse gebracht.
Im vergangenen Jahr wurden laut Frontex deutlich weniger irreguläre
Versuche, in die EU zu kommen, auf der westafrikanischen Route (-63
Prozent), auf der Westbalkanroute (-42 Prozent) und [3][an den östlichen
Landgrenzen der EU zu Belarus] (-37 Prozent) verzeichnet. Den Rückgang auf
der Westbalkanroute führt Frontex auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und
Kooperation mit Bosnien-Herzegowina zurück.
Die meisten Menschen, die Frontex bei den irregulären Grenzübertritten
registrierte, haben eine bangladeschische, ägyptische oder afghanische
Staatsangehörigkeit.
## Westliche Mittelmeerroute wird häufiger genutzt
Die meistgenutzte Migrationsroute in die EU bleibt demnach der zentrale
Mittelmeerraum, auf den 2025 ein knappes Drittel aller irregulären
Grenzübertritte entfielen. Häufig wurde auf dieser Route der Weg von Libyen
nach Italien gewählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es hier kaum
eine Veränderung: 66 328 Versuche, über das Mittelmeer in die EU zu kommen,
verzeichnete Frontex 2025 – ein Prozent weniger als im Vorjahr.
Ein differenziertes Bild ergibt sich bei der Route über das östliche
Mittelmeer. Während hier die Zahl der irregulären Grenzübertritte insgesamt
um 27 Prozent zurückging, verzeichnete Frontex dreimal so viele Versuche
wie 2024, vom Osten Libyens zur griechischen Insel Kreta in die EU zu
gelangen. Dies zeige, wie schnell sich der Migrationsdruck und bevorzugte
Routen wandeln könnten, heißt es in dem Bericht.
Besonders über die westliche Mittelmeerroute – also etwa von Algerien nach
Spanien – nahmen die irregulären Überfahrten im vergangenen Jahr zu.
Frontex registrierte nach eigenen Angaben 14 Prozent mehr als 2024.
Einen leichten Rückgang gab es dagegen bei den irregulären Ausreisen nach
Großbritannien. Die Zahl der Versuche, über den Ärmelkanal zu kommen,
sanken demnach um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
15 Jan 2026
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