# taz.de -- Gäste bei Münchner Sicherheitskonferenz: Von Club bis Diplomatie – wer wo wie dabei sein darf
       
       > Familienfeier, Nachtclub, Weltpolitik: Die Gästeliste ist ein Politikum
       > und Scheitern eingepreist.
       
 (IMG) Bild: Es werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs auf der Sicherheitskonferenz erwartet und damit mehr als je zuvor
       
       Kürzlich entdeckte ich, gekritzelt an ein Haus einer europäischen
       Hauptstadt: „Bitte Welt hör auf, so blöd zu sein“! Volle Zustimmung.
       Derzeit ist die Welt tatsächlich sehr blöd. Noch blöder sind die, die
       bestimmen, wer wo wie dabei sein darf. Und wer nicht. Zumindest für jene,
       die sich der Entscheidung beugen müssen. Par excellence ist das gerade in
       München zu beobachten, wenn sich das Who’s who der
       Sicherheitsexpert:innen und die Politikelite treffen.
       
       Die Gästeliste ist ein Politikum und Scheitern ist eingepreist. Ob im Club
       oder in der Diplomatie. Das ist auch auf der [1][Münchner
       Sicherheitskonferenz] nicht anders. US-Vizepräsident JD Vance musste auf
       der Gästeliste stehen. Daran führte kein Weg vorbei. Auch wenn der
       [2][Schock seiner Rede] vom Vorjahr der Welt immer noch in den Knochen
       steckt.
       
       Was ein Glück, dass die US-Administration Fakten schuf, und damit das bange
       Warten beendete. Vance kommt nicht, dafür US-Außenminister Marco Rubio, der
       anschließend zu Victor Orbán nach Ungarn reisen will. Der Ruf der
       Konferenz, die wichtigsten Player der Welt zusammenzubringen, wurde
       gewahrt. Geschenkt die Absicht Rubios mit seinem Europabesuch die
       spalterischen Fliehkräfte in der EU zu adeln.
       
       Bestimmt werden und bestimmen wollen, das ist ein ständiges Austarieren.
       Iranische und russische Offizielle kommen nicht nach München. Dafür die
       Hoffnung von Teilen der iranischen Opposition der [3][Schah-Sohn Reza
       Pahlavi]. Und ja, auch AfD-Vertreter.
       
       ## Sprengkraft der Einladungsliste
       
       Von der Sprengkraft der Einladungsliste war die Rede. Siko-Chef Wolfgang
       Ischinger beschwichtigte, dass nur Fachpolitiker der Rechtsaußenkräfte
       eingeladen wurden. Das ist ein bisschen so, wie mit dem cholerischen Freund
       der Nichte und der Familienfeier. Kommt er, gibt’s Stress. Darf er nicht,
       auch. Also besser vorab deeskalieren.
       
       In der europäischen Hauptstadt mit dem Graffiti, das an der Blödheit der
       Welt verzweifelt, ist übrigens gerade keine Sicherheitskonferenz, aber
       Ballsaison. Klingt schöner, hat aber auch unschöne Aspekte: Ein Relikt aus
       Zeiten, in der die Gästeliste auch mal über Leben und Tod, Wohlstand und
       Armut entschied. Blöd war das damals wie heute.
       
       13 Feb 2026
       
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 (DIR) Tanja Tricarico
       
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