# taz.de -- Brandanschlag auf Stromnetz in Berlin: „Vulkangruppe“ distanziert sich von „Vulkangruppe“
       
       > Noch ein Schreiben einer „Vulkangruppe“: Nun distanziert sich die
       > angebliche Ursprungsgruppe von dem aktuellen Brandanschlag in
       > Berlin-Lichterfelde.
       
 (IMG) Bild: Einsatzkräfte stehen an der Brandstelle der Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Berlin-Lichterfelde
       
       Die Frage der Verantwortung für den [1][tagelangen Blackout in Berlin] wird
       immer verworrener. Nach einem zweiten Bekennerschreiben der vermeintlichen
       „Vulkangruppe“ tauchte nun [2][auf der linken Onlineplattform Indymedia ein
       weiteres Schreiben] einer angeblichen „Vulkan“-Ursprungsgruppe auf, die
       sich von der Aktion im Berliner Stadtteil Lichterfelde distanziert.
       
       Man sei die Gruppe von 2011 gewesen, heißt es in dem Schreiben. Ob das
       stimmt, lässt sich objektiv nicht final überprüfen – genauso wenig wie die
       Autor*innen der vorherigen Bekennerschreiben. Im Jahr 2011 aber gab es
       tatsächlich den ersten Brandanschlag in Berlin [3][auf einen Kabelschacht
       am Bahnhof Ostkreuz,] zu dem sich eine Gruppe namens „Das Grollen des
       Eyjafjallajökull“ bekannte, nach einem kurz zuvor ausgebrochenen
       isländischen Vulkan. Danach war es in und um Berlin zu knapp einem Dutzend
       weiterer Brandanschläge gekommen, zu denen sich „Vulkangruppen“ bekannten.
       
       In dem aktuellen Schreiben der vermeintlichen Ursprungsgruppe heißt es
       jetzt, 2011 seien die Ziele „Bundeswehreinsätze, deutsche Kriegsbeteiligung
       und Waffenexporte“ gewesen. „Infrastruktur war für uns kein Selbstzweck und
       kein Spielfeld, sondern Symbol und Träger militärischer Gewalt nach außen.“
       
       Nun aber wurde der Gruppenname „in einen Zusammenhang gestellt, den wir
       nicht tragen“, heißt es weiter. Es werde eine Gruppenkontinuität behauptet,
       die es nicht gebe. „Die Texte und Aktionen der letzten Jahre stammen nicht
       von uns. Sie widersprechen dem, wofür wir standen und warum wir überhaupt
       gehandelt haben.“
       
       ## Zuvor waren zwei Bekennerschreiben aufgetaucht
       
       Der ursprüngliche Ansatz sei defensiv angelegt gewesen, behaupten die
       Autor*innen. „Wir wollten Unterbrechung, nicht Eskalation. Störung von
       Normalität, nicht ihre Zerstörung. Es ging um Sichtbarkeit von
       Verantwortung, nicht um moralische Überhöhung oder um eine Logik der
       permanenten Sabotage.“
       
       Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine habe sich der Kontext aber
       „grundlegend verschoben“. Ab da wurde jede Sabotage zu einer „allgemeinen
       Destabilisierung“ und zu einer Aktion, „die leicht und falsch
       instrumentalisiert werden“ könne. Deshalb habe man von diesen Aktionen dann
       „Abstand genommen“ – aus Verantwortung. „Weil wir nicht Teil einer Dynamik
       sein wollten, in der Kritik an Militarismus mit der faktischen Schwächung
       von Gesellschaften zusammenfällt.“
       
       Erst kurz zuvor war wiederum [4][ein zweites Bekennerschreiben einer
       „Vulkangruppe“ zu dem Brandanschlag in Berlin-Lichterfelde auf der linken
       Onlineplattform Knacknews aufgetaucht], in dem sich diese noch mal zu der
       Aktion bekannte und Spekulationen zurückwies, bei der Tat [5][könnte es
       sich um eine russische Sabotageaktion gehandelt haben].
       
       Durch den Brandanschlag war es zu einem tagelangen Stromausfall in
       zehntausenden Haushalten im Südwesten von Berlin gekommen, Schulen und
       Supermärkte blieben geschlossen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
       mussten mit Notstrom versorgt werden. [6][Am Mittwoch gab der Berliner
       Senat bekannt, dass bereits im Tagesverlauf die Stromversorgung wieder
       vollständig hergestellt sein soll]. Ursprünglich war damit gerechnet
       worden, dass die Reparaturen bis Donnerstag andauern.
       
       7 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Brandanschlag-auf-Stromnetz-in-Berlin/!6142611
 (DIR) [2] https://de.indymedia.org/node/566531
 (DIR) [3] /Verspaetungen-und-Ausfaelle/!5120087
 (DIR) [4] /Stromausfall-Vulkangruppe-weist-Russland-Spekulation-zurueck/!6143436
 (DIR) [5] /Nach-Anschlag-auf-Stromkabel-in-Berlin/!6143002
 (DIR) [6] /Berliner-Stromausfall/!6143442
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konrad Litschko
       
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