# taz.de -- Siebtes Schreiben einer „Vulkangruppe“: Detailliertes Täterwissen?
> Wieder meldet sich eine „Vulkangruppe“ zu Wort, diesmal mit einer
> Beschreibung des Tathergangs. Verspottet wird eine Gruppe, die sich
> distanziert hatte.
(IMG) Bild: Berlin- Lichterfelde, 4. Januar: das Heizkraftwerk Lichterfelde während des Stromausfalls im Berliner Südwesten
Nach der Verwirrung um bislang sechs Schreiben verschiedener
„Vulkangruppen“ haben sich die selbsternannten mutmaßlichen Urheber des
[1][Brandanschlags auf eine Stromkabelbrücke im Berliner Ortsteil
Lichterfelde] zu Wort gemeldet. Mit der Preisgabe von mutmaßlichem
Täterwissen reklamieren sie die Tat für sich. Man wolle das Schweigen über
Details von Polizei und Stromnetz Berlin brechen, „um unsere Identität zu
bestätigen und klarzumachen, dass wir keine Internet-Trolle sind, sondern
die, die in der Nacht zum 3. Januar am Teltowkanal waren“.
Laut dem auf dem linken Internetportal Indymedia veröffentlichten Text mit
dem Titel „Vulkangruppe: Das Rauschen im Walde und die Angst vor der
eigenen Courage“ habe die Gruppe eine „Wartungstür an der Seite der Brücke
schlichtweg aufgehebelt“. Weiterhin heißt es: „Um den Kurzschluss absolut
sicherzustellen“, habe man „Reste von verzinktem Maschendrahtzaun […] fest
um die gebündelten Phasen gewickelt“. Der Draht habe für den „leitenden
Kontakt“ gesorgt, nachdem das Feuer sich durch die „Ummantelung“ gefressen
habe.
Mehrere bisherige vermeintliche Bekennerschreiben weist die Gruppe zurück.
In einem war behauptet worden, die Kabel seien mit „gezielten Schnitten
durchtrennt“ worden – was unmöglich sei. Ein anderes sei der Versuch, ihr
Handeln inhaltlich einzubetten, dies sei aber gar nicht ihr Anliegen: „Wir
verstecken uns nicht hinter theoretischen Abhandlungen.“ Besonders hart
gehen die Autor:innen des jüngsten Schreibens aber mit jenen ins
Gericht, [2][die die Urheberschaft des ersten derartigen Anschlags von 2011
behaupteten, die Tat aus dem Januar aber kritisierten].
Während das bislang letzte Schreiben vom 10. Januar das
Distanzierungsschreiben als „Fake“ zurückwies, wird sich nun daran
abgearbeitet. Die Autor:innen werden als „Rentner der Revolte“
verspottet. Deren Mutmaßungen, die Aktion in Lichterfelde sei
möglicherweise eine „Inszenierung des BKA“ (Bundeskriminalamt), weisen sie
scharf zurück: „Dass ihr authentischen Zorn und eine politische
Zurückweisung eurer Kapitulation für einen Algorithmus haltet, zeigt nur,
wie sehr ihr euch von der emotionalen Realität des Widerstands entfremdet
habt.“ Mit dem Versuch, die Aktion als „Fake“ zu markieren, werde die
Debatte „entpolitisiert“.
Auf politische Einordnungen oder Erklärungen hingegen verzichtet das
jüngste Schreiben. Stattdessen heißt es nur: „Wir sind die Konsequenz aus
einer Welt, die brennt.“ Zugleich werden Nachfolgeaktionen angekündigt: Man
werde sich „nicht weiter an diesem Meta-Diskurs beteiligen“ – stattdessen:
„Jetzt gehen wir wieder an die Arbeit.“
13 Jan 2026
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(DIR) Erik Peter
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