# taz.de -- Vorgespräch über Linksbündns: Nachsitzen am Wochenende
       
       > Das Treffen, bei dem Grüne und SPD von der Linkspartei eine echte
       > Abgrenzung von Antisemitismus erwarten, soll am Samstagmorgen
       > weitergehen.
       
 (IMG) Bild: Viel zu verkünden hatten die Landesvorsitzenden nicht (v. l. n. r.: Bettina König, SPD; Kerstin Wolter, Linke; Nina Stahr, Grüne)
       
       Das am späten [1][Donnerstagnachmittag beendete erste Vorgespräch] über
       eine mögliche Koalition aus Linkspartei, Grünen und SPD soll am
       Samstagmorgen weitergehen. Das berichtet der Tagesspiegel. Ein Dementi gab
       es dazu von Beteiligten gegenüber der taz nicht. Das Treffen gilt
       ausdrücklich weder als erste Sondierung noch als Koalitionsverhandlung.
       Inhalt ist die Forderung von Grünen und SPD, dass sich die Linkspartei mehr
       als bisher von Antisemitismus in den eigenen Reihen abgrenzt.
       Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf [2][hat dazu einen „Mechanismus“
       gefordert], ohne diesen näher zu definieren.
       
       Vielleicht war es eher ein schlechtes Omen, am Donnerstag in einer
       Gesprächspause Kartoffelsuppe als kleinen Imbiss zu servieren, wovon ein
       Teilnehmer der taz berichtete. Zumindenst Grafs Co-Spitzenkandidatin
       Bettina Jarasch müsste sich an Verhandlungen nach der Wahl 2011 erinnert
       gefühlt haben. Bei der damaligen Sondierung mit der SPD über ein rot-grünes
       Bündnis, an der Jarasch beteiligt war, gab [3][es ebenfalls
       Kartoffelsuppe]. Zwei Wochen später waren die Verhandlungen gescheitert,
       statt Rot-Grün gab es Rot-Schwarz.
       
       Im Haus der Statistik nahe des Alexanderplatzes hatten die 14 Verhandler –
       je fünf von Linkpartei und SPD und vier von den Grünen – ab dem späten
       Donnerstagvormittag zusammengesessen. Als sie gut fünf Stunden später
       wieder herauskamen, hatten sie außer dem Verweis auf angeblich konstruktive
       Gespräche nichts zu berichten.
       
       Im Vorfeld hatte es neben dem Thema Antisemitismus auch Vorwürfe gegen die
       Linkspartei wegen angeblicher Verbindungen ins Clanmilieu gegeben. Die FAZ
       hatte zudem auf einen früheren Hinweis von Linkspartei-Spitzenkandidatin
       Elif Eralp im Abgeordnetenhandbuch von 2022 und 2023 verwiesen, [4][wo sie
       eine Mitgliedschaft bei der Rote Hilfe e. V.] angibt.
       
       ## Zeit für parteinterne Rückkopplungen
       
       Dieser Verein wird im jüngsten Verfassungsschutzbericht des Bundes im
       Kapitel „Linksextremismus“ aufgeführt. [5][Dort heißt es über ihn], er
       versuche „durch meinungsbildende Öffentlichkeitsarbeit die Sicherheits- und
       Justizbehörden sowie die rechtsstaatliche Demokratie zu diskreditieren“.
       Nach Angabe der Linkspartei gehörte Eralp der Roten Hilfe seit ihrem
       Jura-Studium an und trat im Jahr 2025 aus, bevor sie Spitzenkandidatin
       wurde.
       
       Dass die Verhandler nicht schon am nächsten Tag miteinander weiterreden
       wollten und das Haus der Statistik am Donnerstagnachmittag zunächst ohne
       Terminangabe verlassen hatten, gilt als Zeichen für Gesprächsbedarf in den
       jeweils eigenen Reihen. Zeit dafür soll nun offenbar dieser Freitag bieten.
       
       2 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Vorgespraech-ueber-ein-Linksbuendnis/!6218409
 (DIR) [2] /Debatte-ueber-Antisemitismus/!6215294
 (DIR) [3] /Wahl-vorbei-Verhandlungen-beginnen/!5111441
 (DIR) [4] /Vorgespraech-von-Linken-Gruenen-und-SPD/!6217467
 (DIR) [5] https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/BMI26012-vsb2025.pdf?__blob=publicationFile&v=7
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
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