# taz.de -- Präsidium des Abgeordnetenhauses: Ein Spitzenposten ist der Linkspartei zumindest sicher
       
       > Für den Parlamentsvorsitz hat die Linke als stärkste Fraktion das
       > Vorschlagsrecht. Es müsste eine bisherige Abgeordnete sein. Davon gibt es
       > nur vier.
       
 (IMG) Bild: Noch nie war ein Mitglied der Linkspartei Präsidentin oder Präsident des Abgeordnetenhauses
       
       Ob die Linkspartei mit Elif Eralp erstmals im Roten Rathaus regiert ist
       zwar noch offen und [1][Gegenstand von Koalitionsverhandlungen]. Ein
       Spitzenamt aber hat die Partei bereits sicher: die Leitung des Präsidiums
       des Abgeordnetenhauses. Die Geschäftsordnung schreibt der stärksten
       Fraktion – also jener Linkspartei – zwar nicht direkt den Posten, aber
       [2][immerhin das Vorschlagsrecht dafür zu].
       
       Das Amt ist eine Premiere bei der Partei, die im Abgeordnetenhaus bisher –
       anders als im Bundestag – noch nicht einmal den Alterspräsidenten stellte,
       der die jeweils erste Parlamentssitzung eröffnet. Eine Vizepräsidentin aus
       ihren Reihen gab es hingegen schon mehrmals.
       
       Die Linkspartei war bei der Abgeordnetenhauswahl vor einer Woche mit
       Abstand stärkste Kraft geworden. Sie stellt im neuen Parlament, das Ende
       Oktober erstmals zusammenkommen soll, mit [3][47 statt bisher 20 Sitzen]
       die größte Fraktion. Zweitstärkste Kraft ist die CDU mit 34 Sitzen vor der
       AfD mit 29.
       
       „Für die Wahl der Präsidentin oder des Präsidenten und der
       Vizepräsidentinnen oder Vizepräsidenten haben die Fraktionen das
       Vorschlagsrecht in der Reihenfolge ihrer Stärke“, steht in Paragraf 12 der
       Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses. Demzufolge könnte es ein weiteres
       Novum geben und die AfD könnte als drittstärkste Fraktion erstmals einen
       Vizepräsidenten stellen. Im Brandenburger Landtag [4][besetzt sie einen von
       drei Vizeposten]. SPD und Grüne hätten anders als bisher keine Vizes mehr
       in ihren Reihen.
       
       Offen ist, wen die Linksfraktion als Präsident oder Präsidentin benennen
       wird. Wenig strittig dürfte sein, dass nur jemand mit Parlamentserfahrung
       dafür infrage kommt. Das schränkt den Kreis der Bewerber deutlich ein. Denn
       die Linksfraktion ist zwar so groß wie noch nie, doch nur acht ihrer
       Mitglieder [5][waren bisher schon Landesparlamentarier].
       
       Zum anderen wird die Linkspartei nicht gern hinter die CDU zurückfallen
       wollen, die 2023 Cornelia Seibeld für den Vorsitz vorschlug. Soll es wieder
       eine Frau sein, bleiben von den acht mit Parlamentserfahrung noch vier.
       Eine davon ist Eralp, die Regierungschefin werden will, eine andere die
       Abgeordnete Claudia Engelmann mit bisher nur zwei Jahren Parlaments- und
       wenig Leitungserfahrung.
       
       Übrig bleiben zwei Frauen, die von beidem reichlich haben: Franziska
       Brychcy und Hendrikje Klein. Beide sind seit zehn Jahren Abgeordnete,
       Ex-Landesparteichefin die eine, Ausschussvorsitzende die andere. Brychcy
       sagte der taz allerdings am Sonntag, dass sie sich nicht in einer solchen
       Rolle sieht.
       
       ## Alterspräsident steht schon fest: Kurt Wansner (CDU)
       
       Brychcy will nach eigenen Worten für die Fraktion die Haushaltspolitik
       verantworten. Dort klafft nach dem Ausscheiden der langjährigen Mitglieder
       Steffen Zillich und Manuela Schmidt eine besonders große Lücke. Laut
       Brychcy wird der Landesvorstand der Fraktion in Kürze einen Vorschlag auch
       fürs Parlamentspräsidium machen.
       
       Das Abgeordnetenhaus tagt erstmals am 29. Oktober in neuer Zusammensetzung.
       Die Sitzung wird wie 2021 und 2023 [6][als Alterspräsident der 78-jährige
       Kurt Wansner (CDU) eröffnen]. Er gehört dem Parlament bereits seit 1995 an.
       
       27 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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