# taz.de -- Angriffe von rechts: Sexismus als Alltag
       
       > Bärbel Bas ist vom SPD-Vorsitz und als Arbeitsministerin zurückgetreten.
       > Die verachtenden Angriffe gegen sie als Frau wurden am Ende zu heftig.
       
 (IMG) Bild: Bärbel Bas hat nicht alles richtig gemacht, bei ihr kam der Alltagssexismus der Union erschwerend hinzu
       
       Sozialstaats-Stalinistin. Politische Schizophrenie auf Regierungsniveau.
       Bärbel Bas muss mal jemand aus dem Bällebad rausholen. Solche und ähnliche
       Anfeindungen musste sich die SPD-Vorsitzende in den vergangenen Jahren
       recht häufig anhören. Selbst jetzt, nachdem [1][Bärbel Bas als
       SPD-Co-Chefin und Arbeitsministerin zurückgetreten ist], hören die Angriffe
       gegen sie nicht auf. Was ist hier eigentlich los? Sind wir mittlerweile
       eine Gesellschaft, in der nicht einmal ein derart persönlicher Einschnitt
       im Leben wie der Tod Anlass bietet, innezuhalten? Um wenigstens für ein
       paar Tage auf verächtlich machende, verletzende, misogyne Angriffe zu
       verzichten?
       
       Ohnehin ist es erstaunlich, wie lange Bas stoisch ertragen hat, wie sie als
       nicht mehr ganz junge Frau infantilisiert und pathologisiert wurde. Das ist
       eine alte Masche, um Frauen das Leben nicht nur in Spitzenämtern schwer zu
       machen und sie so lange mit Dreck zu bewerfen, bis sie freiwillig das Feld
       räumen. Dabei waren wir schon weiter. Doch mit der Rückkehr einer
       Bro-Culture insbesondere durch die AfD nehmen Frauenverachtung, Frauenhass
       und die Benachteiligungen von Frauen wieder zu. Die Angriffe gegen Bas
       kommen daher nicht unerwartet vor allem von rechts außen und der
       Loser-Partei FDP, aber auch vom Koalitionspartner.
       
       Sachliche Kritik an der Regierungsarbeit ist richtig und nötig, solange sie
       sich eben auf sachliche Kritik beschränkt. Sobald sie unterkomplex und
       misogyn wird, scheint die Antriebskraft dahinter nicht Korrektur zu sein,
       sondern [2][Zerstörungswille.] Was gewinnt die Union dabei? Nichts außer
       dem Bild einer zerrütteten Regierung, von dem die AfD genüsslich
       profitiert.
       
       Bärbel Bas hat bei Weitem nicht alles richtig gemacht, Kritik erntete sie
       vor allem bei der [3][Bürgergeld- und Rentenreform]. Nun war sie als
       Akteurin des viel kleineren Koalitionspartners ohnehin in der schwächeren
       Verhandlungsposition. Bei ihr kam der Alltagssexismus der Union erschwerend
       hinzu.
       
       12 Oct 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schmollack
       
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