# taz.de -- Antisemitismus in der Berliner Linken: Gefahr für Elif Eralp
       
       > Der deutliche Wahlsieg der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp in Berlin
       > macht Hoffnung. Doch der Politikwechsel wird durch die Verbohrtheit
       > einzelner Parteimitglieder bedroht.
       
 (IMG) Bild: Elif Eralp am Wahlsonntag: Doch verbohrte und verirrte Mitglieder der Linken könnten ihr gefährlich werden
       
       Der Linken-Wahlsieg in Berlin [1][ist eine riesige Chance]. Elif Eralp
       verkörpert glaubwürdig, dass Berlin unter ihr als Regierender
       Bürgermeisterin anders wird: gerechter, bezahlbarer, lebenswerter. Doch der
       Antisemitismus – oder zumindest die Sympathie für Antisemiten – in Teilen
       ihrer Partei bedroht das Projekt. Nicht nur moralisch, sondern auch
       politisch. Insbesondere verirrte Mitglieder im Bezirk Neukölln werden so
       zur echten Gefahr für progressive Politik.
       
       Es ist abstoßend, wie dort Linken-Mitglieder teils offen die Nähe zur
       palästinensischen Terrororganisation PFLP suchen. Am Sonntagabend feierte
       auf der Wahlparty des Ortsverbands auch Ibrahim Ibrahim mit, ein Aktivist
       aus dem direkten Umfeld der Organisation. Und im Wahlkampf hatte der
       Bezirksverband bereits einen Rapper auftreten lassen, der die PFLP feiert.
       
       Wie kann man abstreiten, dass von Verbrüderung mit der PFLP eine Drohung
       gegen Israelis und implizit auch gegen Juden*Jüdinnen ausgeht? Wie sich
       anmaßen, links zu sein, und gleichzeitig eine Organisation glorifizieren,
       die systematisch Zivilisten ermordete? Kein Freiheitskampf rechtfertigt,
       eine Nagelbombe auf einem Markt zu zünden, wie es ein Selbstmordattentäter
       der PFLP etwa 2002 im israelischen Netanja tat. Oder das Massaker vom 7.
       Oktober 2023, an dem die Organisation ebenfalls beteiligt war.
       
       Eralp [2][distanziert sich stets deutlich von den Verirrungen in der
       Neuköllner Linken]. Und doch könnte daraus eine machtpolitische Gefahr für
       sie werden. Damit sie Bürgermeisterin wird, müssen Grüne und SPD erst mal
       überzeugt werden, zu koalieren. Antisemitismus-Vorfälle helfen dabei nicht.
       Genauso wenig wie der Eindruck, Eralp habe parteiintern keine
       Durchsetzungskraft.
       
       Die PFLP-Freunde in der Berliner Linken schaden deshalb nicht nur den
       Juden*Jüdinnen in Deutschland oder ihrer eigenen Spitzenkandidatin. Sie
       verraten auch die Hunderttausenden, die am Sonntag links gewählt haben,
       damit sich in Berlin wirklich etwas ändert.
       
       21 Sep 2026
       
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