# taz.de -- Reaktion auf mögliches Linksbündnis: CSU fürchtet „sozialistisches Himmelfahrtskommando“
       
       > Die kleinere Unionspartei drängt auf das schon verabredete Verbot von
       > Wohnungsenteignungen durch die Länder.
       
 (IMG) Bild: Wohnungsunternehmen enteignen? Die CSU lehnt das ab und drängt darauf, ein verabredetes Verbot umzusetzen
       
       Die CSU rechnet offenbar ernsthaft mit einer Regierungsübernahme in Berlin
       durch die Linkspartei – und drängt auf ein Verbot bei Enteignungen. Das
       berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die bayerische Schwesterpartei der
       CDU fordert, aus dem im schwarz-roten Koalitionsausschuss vereinbarten
       [1][Vorgehen gegen eine Vergesellschaftung großer privater
       Wohnungsbestände] zügig ein Gesetz zu machen.
       
       „Die Enteignungspläne der Linken treiben den Wohnungsmarkt in den Ruin und
       sind mit horrenden Kosten verbunden“, zitieren Zeitungen der Funke
       Mediengruppe den CSU-Generalsekretär Martin Huber. „Den Beschluss im
       Koalitionsausschuss, Enteignungen von Immobilien per Bundesgesetz zu
       verbieten, müssen wir nun schnellstmöglich umsetzen.“
       
       Die Pläne der Linkspartei bezeichnete Huber als ein „sozialistisches
       Himmelfahrtskommando“, das keine einzige neue Wohnung entstehen lasse und
       notwendige private Investitionen gefährde. Der CSU-Generalsekretär verwies
       auf den Schutz des Eigentums im Grundgesetz. „Eigentum ist von unserer
       Verfassung geschützt, und das bleibt auch so“, sagte er.
       
       Die Enteignungen großer Wohnungsbestände war das zentrale
       Wahlkampfversprechen der Berliner Linkspartei. Sie will [2][gemäß einem
       erfolgreichen Volksentscheid] aus dem Jahr 2021 großen Immobilienbesitzern
       alle Wohnungen nehmen, die über einen Bestand von 3.000 hinausgehen. Im
       Blick hat sie dabei vor allem den Immobilienkonzern Vonovia als größten
       Player, der in Berlin 130.000 Wohnungen besitzt. Zu ihm gehört das
       Unternehmen Deutsche Wohnen, nach dem die hinter dem Volksentscheid
       stehende Initiative sich als [3][„Deutsche Wohnen & Co enteignen“]
       benannte.
       
       ## Eralp könnte Regierungschefin werden
       
       Linkspartei Spitzenkandidatin Elif Eralp, [4][die das Amt der Regierenden
       Bürgermeisterin anstrebt], hatte am Montag nochmals bekräftigt, dass in
       einer künftigen Landesregierung „auch vergesellschaftet werden muss“. Eralp
       wäre in Berlin die erste Regierungschefin der Linkspartei. Bundesweit würde
       ihre Partei damit nach Thüringen – mit Bodo Ramelow – zum zweiten Mal eine
       Staats- oder Senatskanzlei führen.
       
       Möglich wäre das mit einem Linksbündnis mit Grünen und SPD, die bei der
       Abgeordnetenhauswahl viert- und fünftstärkste Partei wurden. Diese beiden
       Parteien könnten aber auch eine Kenia-Koalition bilden – unter Führung der
       CDU, die am Sonntag deutlich hinter der Linkspartei auf Platz zwei landete.
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte nach dem Koalitionsausschuss im
       Juli ein Gesetz angekündigt, das den Ländern Enteignungen von
       Wohnungsbaugesellschaften verbietet. Der Koalitionsausschuss beschloss
       darauf Anfang Juli einen entsprechenden Auftrag an die Bundesregierung. Ein
       Gesetzentwurf liegt jedoch noch nicht vor.
       
       (mit dpa)
       
       22 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Vergesellschaftung-von-Wohnungskonzernen/!6192870
 (DIR) [2] https://download.statistik-berlin-brandenburg.de/eb55b8b784d62692/df8fedf66eb0/SB_B07-04-02_2021u00_BE.pdf
 (DIR) [3] https://dwenteignen.de/
 (DIR) [4] /Linke-gewinnt-Abgeordnetenhauswahl/!6213639
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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       Vergesellschaftung.