# taz.de -- Antisemitismus in der Berliner Linken: Grüne setzen Linkspartei unter Druck
       
       > Spitzenkandidat Graf und seine Bundesvorsitzenden verlangen, ihr
       > möglicher Koalitionspartner müsse antisemitische Stimmen „in die
       > Schranken weisen“.
       
 (IMG) Bild: Spitzenkandidat Graf (l.) und Grünen-Bundeschef Banaszak drängen die Linkspartei, antisemitische Strömungen klarer einzudämmen
       
       Die Grünen auf Landes- und Bundesebene haben am Tag nach der
       Abgeordnetenhauswahl den Druck auf Linkspartei-Spitzenkandidatin Elif Eralp
       erhöht, gegen [1][Antisemitismus in den eigenen Reihen] vorzugehen.
       Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf forderte, sie müsse solche Strömungen
       mehr als bisher „in die Schranken weisen“. Er werde aber „jetzt nicht
       Einzelvorschläge machen“ – das liege in der Verantwortung der Linkspartei.
       
       Die Linkspartei war am Sonntag mit 25,7 Prozent vor der CDU mit 18,8
       Prozent stärkste Partei bei der Wahl zum Landesparlament geworden.
       Rechnerisch möglich sind jenseits der AfD [2][ein Linksbündnis und eine
       Kenia-Koalition] unter CDU-Führung. Grüne und SPD als Viert- und
       Füntplatzierte der Wahl müssen nun entscheiden, mit wem sie regieren
       wollen.
       
       In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Graf griff der
       Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak, ohne darauf angesprochen worden zu
       sein, [3][den Besuch des Clan-Chefs Issa Remmo] bei der Wahlparty der
       Linkspartei am Sonntagabend auf. „Wir nehmen sehr ernst, wer da gestern auf
       Wahlpartys unterwegs war“, sagte er. Auf Nachfrage bestätigte er, damit
       Remmo zu meinen. Außerdem nannte er den von der Wochenzeitung Die Zeit als
       Unterstützer einer palästinensischen Terrororganisation eingestuften
       Ibrahim Ibrahim.
       
       Banaszak räumte zwar ein, dass Remmo am Sonntag von der Linkspartei zum
       Gehen aufgefordert worden sei. Der Grünen-Vorsitzende setzte aber hinzu:
       „Man muss natürlich die Frage stellen: Wie kommt Herr Remmo darauf, dort
       den Wahlabend zu verbringen? Wie kommt Herr Ibrahim darauf?“ Banaszak und
       nach ihm auch seine Co-Vorsitzende Franziska Brantner formulierten fast
       wortgleich mit Blick auf ein Linksbündnis, es könne in einer Koalition
       keine zwei Meinungen zu Islamismus, Antisemitismus und Clan-Kriminalität
       geben.
       
       ## Linkspartei will Freitag über Sondierung entscheiden
       
       Die Bundesvorsitzenden ließen in der Pressekonferenz genau wie der Berliner
       Spitzenkandidat offen, wie das von Graf formulierte „in die Schranken
       weisen“ antisemitischer Tendenzen konkret aussehen soll. Das galt auch für
       einen von Graf geforderten „Mechanismus“ dazu.
       
       Sondierungen über ein Linksbündnis können erst beginnen, wenn dem bei der
       Linkspartei ein für Freitag geplanter Landesparteitag zustimmt. Bei den
       Grünen reicht dafür nach Parteiangaben ein Beschluss des Landesvorstands.
       „Wir werden mit allen demokratischen Parteien reden“, kündigte Graf am
       Montag an.
       
       21 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nahostkonflikt-und-Linke-in-Berlin/!6208815
 (DIR) [2] /Erdrutschsieg-der-Linkspartei/!6213900
 (DIR) [3] https://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-terrorunterstutzer-stand-neben-ihm-clan-chef-issa-remmo-bei-wahlpartys-der-linken-in-berlin-16078471.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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