# taz.de -- Bundeskanzler aus dem Urlaub zurück: Merz hat es jetzt ganz eilig
       
       > Der Kanzler will bei der Klausur ab Dienstag sein Kabinett auf die
       > Umsetzung von Reformen einschwören. Eine Umfragemehrheit glaubt aber an
       > sein baldiges Ende.
       
 (IMG) Bild: Schaut auch mal wieder rein: Bundeskanzler Friedrich Merz
       
       dpa/rtr/taz | Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will das schwarz-rote
       Kabinett bei seiner Klausur in der kommenden Woche auf eine zügige
       Umsetzung von Reformvorhaben einschwören. Mit Blick auf die Reformen bei
       Rente, Steuern, Entbürokratisierung und Digitalisierung sagte er der Bild
       am Sonntag: „Wir haben vor der Sommerpause historische Beschlüsse dazu
       gefasst. Jetzt müssen sie so schnell wie möglich umgesetzt werden.“
       
       Er sei sehr zuversichtlich, dass man das hinbekomme. „Es geht um eine
       schnelle und umfassende Entlastung für die Wirtschaft, gerade auch für
       Handwerk und Mittelstand“, sagte er. „Ich werde das Team auf diese Aufgabe
       einschwören.“
       
       Das Kabinett kommt am Dienstag und Mittwoch in Schloss Neuhardenberg in
       Brandenburg zusammen. Die Ankurbelung der Wirtschaft und ein stärkerer
       Schutz vor Hitze und weiteren Folgen des Klimawandels sollen dabei wichtige
       Themen sein, wie der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille
       bereits mitgeteilt hatte. Allerdings mit klaren Präferenzen, wie Merz in
       der Bild am Sonntag nochmal klarstellte: „In Deutschland geht es um
       Wachstum und Beschäftigung. Das ist das wichtigste Thema“.
       
       Merz sagte mit Blick auf die teils massive Kritik aus Wirtschaft,
       Opposition und auch aus den eigenen Reihen: „Die Bundesregierung lässt sich
       nicht von ihrem Kurs abbringen, wir wissen, was richtig und gut ist für das
       Land. Da lassen wir uns nicht beirren.“
       
       Am Samstag hatte Merz bei seinem ersten Termin nach seinem dreiwöchigen
       Sommerurlaub die Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen besucht, wo
       der größte Waldbrand des Bundeslandes gelöscht worden war. Dort hatte er
       für ihn ungewöhnlich deutlich auf den Zusammenhang zwischen dem Brand und
       dem Klimawandel hingewiesen – allerdings ohne Änderungen der Klimapolitik
       zu verkünden.
       
       ## Mehrheit glaubt an vorzeitige Ablösung des Kanzlers
       
       Viel Zeit für die Umsetzung bleibt Merz nicht mehr – zumindest wenn man
       einer Umfrage des Instituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur
       glaubt. Danach rechneten 36 Prozent der Befragten damit, dass der
       CDU-Vorsitzende dieses Jahr noch Kanzler bleibt, aber vor der
       Bundestagswahl 2029 abgelöst wird. 18 Prozent gingen sogar von einer
       Ablösung noch im laufenden Jahr aus.
       
       Nur 29 Prozent der Befragten glauben, dass der Kanzler noch mindestens bis
       zur nächsten regulären Wahl 2029 im Amt bleibt. 17 Prozent machten keine
       Angaben.
       
       Gefragt, wen sie persönlich für das Amt des Bundeskanzlers für geeignet
       halten, entschieden sich 9 Prozent für Merz und 25 Prozent für seinen
       Parteifreund, den NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. 66 Prozent
       antworteten mit „weiß nicht“.
       
       23 Aug 2026
       
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