# taz.de -- Der Kanzler und der Klimawandel: Nein, Merz ist kein Klimaaktivist
> Friedrich Merz zeigt sich im abgebrannten Hürtgenwald als Klimaaktivist –
> ohne Konsequenzen. Was ihm wirklich wichtig ist, verkündet er per „Bild“.
(IMG) Bild: Ein Merzlein steht im Walde: Der Kanzler staunt, was Waldbrände und Klimawandel bewirken können
Ups, er hat es wirklich gesagt. Nicht nur erwähnt, als etwas, das ihn nicht
interessiert. Sondern als etwas, das wichtig ist. „Das ist der
Klimawandel“, sagte Friedrich Merz am Samstag [1][bei seinem Besuch im
Hürtgenwald], in dem fast eine Woche lang [2][der bisher größte Waldbrand
in Nordrhein-Westfalen] gewütet hatte. Der Bundeskanzler legte sogar noch
nach und versprach, alles zu tun, um den Klimawandel zurückzudrängen. Ist
Merz auf seine alten Tage zum Seniorenbeauftragten der
Fridays-for-Future-Bewegung geworden?
Leider nein. Und man muss es so formulieren: natürlich nicht. Denn auch
wenn Merz gleich seinen ersten öffentlichen Termin nach dem dreiwöchigen
Sommerurlaub den Waldbrandbekämpfer:innen widmete, auch wenn er dort
explizit den Klimaleugner:innen widersprach. Ein Klimaaktivist ist der
Kanzler noch lange nicht. Nicht nur, dass er vor Ort mit keinem Wort
verriet, was genau er denn tun wolle, um die Klimakatastrophe wenn schon
nicht abzuwenden, so doch wenigstens aufzuhalten. Nein, er [3][verkündete
auch noch gleich via Bild], was bei ihm vor allem anderen stehe:
Wirtschaftswachstum. Und genau so sieht die Politik der regierenden Union
auch aus.
Dabei wäre es nicht nur im Hürtgenwald höchste Zeit, dass die
Bundesregierung [4][den Löschzug holt und das Wasser aufdreht]. Denn es
brannten in diesem Sommer nicht nur tausende Bäume – es starben Menschen.
14.000 Hitzetote gab es [5][laut konservativer Schätzung des
Robert-Koch-Instituts]. Davon 10.000 allein binnen weniger Tage bei der
extremen Hitzewelle Ende Juni. Solch extreme Sterbezahlen gab es nicht mal
zu den Hochzeiten der Coronapandemie beim Jahreswechsel 2020/21, als die
damalige Bundesregierung das Land mit einem Lockdown zu schützen versuchte.
Dazu ist dem Kanzler bis heute nichts eingefallen. Und deshalb war der
lautstarke Protest am Samstag gegen den Merzbesuch im Walde auch mehr als
angemessen – auch wenn die Pfiffe den Kanzler sichtbar wütend machten. Doch
diese Wut beruht zu Recht auf Gegenseitigkeit.
23 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Friedrich-Merz-zu-Besuch-im-Huertgenwald/!6206224
(DIR) [2] /Feuer-im-Huertgenwald/!6206113
(DIR) [3] /Bundeskanzler-aus-dem-Urlaub-zurueck/!6206227
(DIR) [4] /Loeschzug-von-Fruchtiger-Beigeschmack/!6193951
(DIR) [5] /14000-Hitzetote--vielleicht-auch-ein-paar-Tausend-mehr/!6205754
## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Waldbrände
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Trockenheit
(DIR) Hitze
(DIR) GNS
(DIR) Greenpeace-Studie
(DIR) Schweden
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) Waldbrände
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) Waldbrände
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Milliardenschäden durch Hitzesommer: Wieder kein Wendepunkt
Laut Greenpeace hat der heiße Sommer die Wirtschaft mindestens 36
Milliarden Euro gekostet. Zum Umdenken in der Klimapolitik führt das wohl
nicht.
(DIR) Klimaprotest vor Neuwahl in Schweden: 10.000 fordern mehr Klimaschutz
Bei einem Protestzug in Stockholm sagt die Klimaaktivistin Greta Thunberg,
keine Partei mache genug. In drei Wochen wird das Parlament neu gewählt.
(DIR) Klimawandel und der Kanzler: Grüne fordern Klima-Notfallplan von Merz
Die Kanzler soll die Anti-Klima-Pläne der Koalition stoppen, fordert
Katharina Dröge (Grüne). Der hatte nach einem Waldbrand die Wichtigkeit von
Klimapolitik betont.
(DIR) Friedrich Merz zu Besuch im Hürtgenwald: Nach dem Feuer kommt Merz
Beim Besuch im Hürtgenwald wird Bundeskanzler Friedrich Merz mit Buhrufen
empfangen. Er verteidigt sein spätes Kommen und spricht über den
Klimawandel.
(DIR) Bundeskanzler aus dem Urlaub zurück: Merz hat es jetzt ganz eilig
Der Kanzler will bei der Klausur ab Dienstag sein Kabinett auf die
Umsetzung von Reformen einschwören. Eine Umfragemehrheit glaubt aber an
sein baldiges Ende.
(DIR) Feuer im Hürtgenwald: „600 Meter nichts als Flammen“
Der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen ist offiziell vorbei. Die
Feuerwehr findet bis zum Schluss Glutnester unter einzelnen Bäumen.
Anwohnende sind geschockt.