# taz.de -- Neuer Verkehrsminister Steffen Bilger: Wenigstens hat er Erfahrung
> Der neue Bundesverkehrsminister hat verkehrspolitische Erfahrung,
> immerhin. Hoffnung auf einen Kurswechsel macht seine Ernennung aber kaum.
(IMG) Bild: Wenigstens hat er Erfahrung: Der neue Verkehrsminister hat den Führerschein
Der bisherige klima- und sozialfeindliche Kurs macht ja bescheiden. Er
verleitet dazu, schon auf kleine Übel mit Erleichterung zu reagieren, eben
weil sie klein sind oder vielleicht doch ein, zwei von den vielen nötigen
Dingen erfüllt wurden.
Nachdem Kanzler Friedrich Merz erst gewissen Fritz Güntzler, einen
CDU-Finanzpolitiker ohne verkehrspolitische Erfahrung, zum wichtigsten
Verkehrspolitiker machen wollte, hat er jetzt mit Steffen Bilger immerhin
einen Verkehrsminister gewählt, der fachliche Expertise mitbringt. Der
mindestens einen der vielen nötigen Ansprüche erfüllt. Ohnehin, was war zu
erwarten, als Merz den konservativen, aber freundlich auftretenden Minister
Patrick Schnieder (CDU) [1][auf deutlich weniger freundliche Weise]
infragestellte? Einen ebenso höflichen, aber progressiveren Nachfolger?
Und doch ist es traurig, dass Bilgers Ernennung die Hoffnungen auf eine
progressive Verkehrspolitik im Bund erst einmal platzen lässt. Bilger ist
bekannt für wirtschaftsnahe Positionen. In seiner Zeit als
Verkehrspolitiker im Bundestag hat er Maßnahmen für einen klimafreundlichen
Verkehr mehrmals klare Absagen erteilt. Als Parlamentarischer
Staatssekretär unter Andreas Scheuer machte er sich zwar mit dem
Ministerium vertraut, allerdings zu einer Zeit, in der [2][das
Pkw-Mautdebakel] schlechtes Licht auf das Haus warf.
Dabei wäre es so wichtig, den verkehrspolitischen Kurs der Bundesregierung
ordentlich zu korrigieren. Es braucht, unter anderem, [3][Geld für marode
Straßen und Brücken], dafür darf keines mehr in neue Autobahnen fließen. Es
braucht ernsthafte Anstrengung, die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu
senken, zum Beispiel mit dem Abschied von Steuerprivilegien für
Dienstwagen. Es braucht einen verlässlichen Finanzplan für den öffentlichen
Nahverkehr, für gesellschaftliche Teilhabe und Klimaschutz.
Bisher hat sich Bilger nicht mit derart pragmatischen Ansätzen hervorgetan.
Die letzte Hoffnung ist, dass er die Erwartungen übertrifft.
27 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Nanja Boenisch
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