# taz.de -- Neuer Verkehrsminister Steffen Bilger: Kein Freund von Tempolimit und Verbrenner-Aus
       
       > Der designierte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bringt jahrelange
       > Erfahrung in der Verkehrspolitik mit. Wer er ist – und wofür er sich
       > einsetzt.
       
 (IMG) Bild: Steffen Bilger, der neue Verkehrsminister, fuhr in der Vergangenheit einen autofreundlichen Kurs
       
       Ein Torwart sollte nicht Linksaußen spielen, hatte CDU-Finanzpolitiker
       Fritz Güntzler vor wenigen Tagen gesagt, als er das Amt des
       Bundesverkehrsministers dankend ablehnte – aus fachlichen Gründen. Jetzt
       hat Bundeskanzler Friedrich Merz [1][einen Fachmann gefunden], einen, der
       auf dem Flügel trainiert ist: Steffen Bilger, seit 2025 Erster
       Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag mit
       verkehrspolitischer Erfahrung, soll Patrick Schnieder an der Spitze des
       Verkehrsministeriums ablösen.
       
       Bilger, Fan des VfB Stuttgart, wurde schon 1996 als 17-jähriger Schüler
       Parteimitglied. In Tübingen studierte er Rechtswissenschaft, arbeitete
       danach als Anwalt und gründete mit Kollegen eine eigene Kanzlei, die sich
       auf Verkehrs- und Energierecht spezialisiert hatte. 2009 zog er für die CDU
       in den Bundestag ein. Seitdem hat er sich bei allen Bundestagswahlen das
       Direktmandat in seinem Wahlkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg
       gesichert.
       
       Bilger saß von 2009 an neun Jahre lang für die Union im Verkehrsausschuss
       des Bundestags. 2014 war er Mitglied im Eisenbahninfrastrukturbeirat, einem
       [2][Gremium zur Beratung der Bundesnetzagentur].
       
       Schon damals unterstützte er den amtierenden Bundesverkehrsminister
       Alexander Dobrindt (CSU) bei dessen Plänen für eine Pkw-Maut. Das Ziel: bei
       nicht-deutschen Autofahrer:innen Geld für die Verkehrsinfrastruktur
       einzutreiben, [3][argumentierte Bilger im Jahr 2014,] und sagte: „Wir sind
       überzeugt: Das Vorhaben ist vereinbar mit dem EU-Recht.“ Rund fünf Jahre
       später platzte das Projekt, der Europäische Gerichtshof beurteilte die Maut
       als rechtswidrig.
       
       ## Staatssekretär unter Verkehrsminister Scheuer
       
       Zur Zeit des Urteils war Andreas Scheuer (CSU) Verkehrsminister, Bilger
       unter ihm von 2018 bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär. In seiner
       Funktion [4][dort machte Bilger klar], dass er nichts von einem generellen
       Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen hält. Und er warb
       gegen das auf EU-Ebene geplante Verkaufsverbot für neue Verbrenner ab 2035.
       Erst im vergangenen Jahr, dann schon als Parlamentarischer Geschäftsführer
       von CDU und CSU, bekräftigte Bilger [5][im Gespräch mit RTL und n-tv]: „Das
       Verbrenner-Aus macht keinen Sinn“, seine Fraktion sei „immer für
       Technologieoffenheit“ gewesen.
       
       So ging er in seiner Zeit als Staatssekretär im Verkehrsministerium auch
       tatkräftig gegen Umweltschützer:innen, [6][speziell gegen die Deutsche
       Umwelthilfe (DUH) vor]. Mit Klagen auf Fahrverbote für Dieselfahrzeuge
       machte die DUH Druck auf die Bundesregierung und ihre Klimapolitik. Der
       CDU-Bezirksverband Nordwürttemberg, dem Bilger vorsaß, beantragte daraufhin
       zu prüfen, „ob die Deutsche Umwelthilfe noch die Kriterien für die
       Gemeinnützigkeit erfüllt“.
       
       Das [7][Fernsehmagazin „Monitor“ warf Bilger] angesichts des Antrags eine
       zu große Nähe zur Autolobby vor: Nordwürttemberg sei geprägt von
       Autoherstellern, der Ehrenvorsitzende des CDU-Bezirksverbands,
       Ex-Verkehrsminister Matthias Wissmann, selbst Cheflobbyist der
       Automobilindustrie.
       
       Noch am späten Sonntagabend teilte Bilger in sozialen Medien mit, er freue
       sich, ins Verkehrsministerium zurückzukehren. Seinen Posten als
       Parlamentarischer ⁠Geschäftsführer muss er ohnehin räumen, weil [8][der
       neue Fraktionschef Frei] ebenfalls aus ‌Baden-Württemberg kommt.
       
       27 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nachfolge-fuer-Schnieder-gefunden/!6199350
 (DIR) [2] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/DieBundesnetzagentur/BeiraeteAusschuesse/Eisenbahninfrastrukturbeirat/start.html
 (DIR) [3] https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2014/kw51_de_maut-348564
 (DIR) [4] https://www.ifproductions.de/projects/die-gewaehlten/
 (DIR) [5] https://www.n-tv.de/politik/Union-setzt-SPD-bei-Verbrenner-Aus-unter-Druck-article26081689.html
 (DIR) [6] /Nach-Klagen-fuer-Diesel-Fahrverbote/!5548493
 (DIR) [7] https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/cdu-duh-100.html
 (DIR) [8] /Nach-dem-Ruecktritt-von-Jens-Spahn/!6198242
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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