# taz.de -- Anschlag auf den CSD: Dobrindt stuft Tat als „islamistischen Terroranschlag“ ein
       
       > Ein Mann fährt in während des CSD am Samstagabend in die Menschenmenge.
       > Laut Innenminister Dobrindt soll er als Waffe nicht nur das Auto, sondern
       > auch eine Machete verwendet haben.
       
 (IMG) Bild: Das Tatfahrzeug im Tiergarten, hier starb eine Frau infolge des Angriffs auf den CSD, mindestens 16 weitere Menschen wurden verletzt
       
       dpa/afp/rtr/kna/epd/taz | Hundertausende feierten am Samstagabend beim
       Berliner Christopher Street Day – dann wird die Veranstaltung kurz nach 22
       Uhr abgebrochen. Nach Angaben der Polizei hat ein Autofahrer in einem
       weißen Transporter mehrere Menschen angefahren. Eine Frau wurde getötet, 16
       weitere teils schwer verletzt. Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und
       floh.
       
       Am Sonntagnachmittag trat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor die
       Presse und stufte die Tat als „islamistischen Terroranschlag“ ein. Auch die
       Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus.
       
       Laut CSU-Chef Markus Söder zielte der Angriff auf die
       freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland. „Er ist auch ein
       bewusster Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes. Und deswegen muss
       auch mit aller Härte dagegen vorgegangen werden“, sagte der bayerische
       Ministerpräsident im ZDF-Sommerinterview.
       
       Besonders schlimm sei, dass der Angriff auf den CSD und damit auf den
       „Ausdruck von Lebensfreude, von Freiheit und von Toleranz“ gezielt habe,
       betonte Söder. „Und deswegen ist der Anschlag eben mehr als, sagen wir mal,
       nur der Versuch, irgendwas zu stören.“
       
       Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: „Diese Tat ist ein Angriff
       auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art, zu leben und
       zusammenzuleben.“ Er sei „erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen
       Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, bei dem Hunderttausende
       Menschen aus aller Welt friedlich und fröhlich feiern wollten, ein Zeichen
       setzen wollten für Toleranz und Vielfalt, für ein selbstbestimmtes und
       gleichberechtigtes Leben“.
       
       ## Was sich ereignete
       
       Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am
       Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte
       sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.
       
       Nach ihrem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig
       später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das
       Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf
       den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund
       das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung
       Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahn-Eingänge am Brandenburger Tor zu
       nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher
       auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“
       
       ## Mindestens 29 Menschen verletzt
       
       Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der
       Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert.
       Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem
       Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt.
       
       Kurz zuvor war im angrenzenden Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz ein
       Autofahrer mit seinem Wagen in eine dort feiernde Menschenmenge gefahren.
       Wie ein Polizeisprecher berichtet, hat der Fahrer mehrere Menschen an- oder
       umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidiert ist. Zunächst hieß es, dass
       17 Menschen wurden schwer, teils lebensgefährlich verletzt wurden – eine
       Frau so schwer, dass sie gestorben ist. Drei Personen seien
       lebensbedrohlich verletzt und acht schwerverletzt. Am Sonntagnachmittag
       sprach Innenminister Dobrindt (CSU) bei einem Besuch am Tatort von
       insgesamt 29 Geschädigten.
       
       Der mutmaßliche Täter war nach den Worten des Bundesinnenministers in der
       Vergangenheit durch ein hohes Maß an Straftaten, durch Radikalisierung und
       die Zugehörigkeit zur islamistischen Szene aufgefallen. Er sei deutscher
       Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Der mutmaßliche Täter sei 2005
       in Deutschland geboren worden. Aktuell stehe die Suche nach ihm im
       Vordergrund, sagte Dobrindt.
       
       Er soll zudem für den Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day
       (CSD) nicht nur sein Fahrzeug als Waffe benutzt haben. Er sei mutmaßlich
       auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, sagte Dobrindt.
       
       Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Fahrzeug sei mit hoher
       Geschwindigkeit von der Lennéstraße in den Tiergarten abgebogen. Dabei habe
       er mehrere Menschen angefahren.
       
       Der Tiergarten ist Berlins grüne Lunge, ein großer Park, der seit jeher
       auch ein Treffpunkt für die queere Community ist. Die Demonstration zum CSD
       führte durch die Stadt zur bekannten Siegessäule. Bei der
       Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor singt an dem Abend auch Popstar
       Sarah Connor, kurz darauf wird das Gelände wegen der Lage geräumt.
       
       ## Täter bisher flüchtig
       
       Der Fahrer hat laut Polizei das Auto verlassen und ist geflohen. „Wir
       fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, so ein Sprecher. Die
       Polizei ist mit zahlreichen Einsatz- und Rettungskräften im Einsatz.
       
       Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen
       gibt und wie groß die Gefahr aktuell noch ist. In den sozialen Medien
       kursierten Fotos einer vermeintlichen Festnahme, jedoch wies die Polizei
       Berichte über eine mögliche Festnahme zurück.
       
       Seit dem Sonntagmorgen sucht die Polizei öffentlich mit einem Foto nach
       einem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten
       Abdul B., wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin
       mitteilten. Die Behörden ermitteln „aufgrund des Verdachts eines
       Anschlags“.
       
       Die Behörden warnten: „Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen
       Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise
       bewaffnet und gefährlich!“ Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90
       Meter groß beschrieben.
       
       Er hat nach dpa-Informationen Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026
       aus dem Jugendarrest entlassen.
       
       ## Mutmaßlicher Täter als Gefährder bekannt
       
       Der flüchtige Hauptverdächtige des mutmaßlichen Terroranschlags auf den
       Christopher Street Day in Berlin war den deutschen Sicherheitsbehörden
       einem Bericht zufolge seit Jahren als islamistischer Gefährder bekannt. Der
       inzwischen 21 Jahre alte Abdul B. sei bereits als Jugendlicher in der
       islamistischen Szene Berlins aufgefallen und ab dem 16. Lebensjahr von
       Sicherheitsbehörden erfasst worden, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR
       und WDR am Sonntag.
       
       Wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat sei er im Mai 2026 zu
       einer Jugendstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt, aber auf
       „Vorbewährung“ entlassen, hieß es weiter in dem Bericht. B. habe die
       Auflage erhalten, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen. Das
       Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
       
       B. sei teilweise observiert worden, außerdem sei sein Telefon überwacht
       worden, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Die
       Sicherheitsbehörden schätzten ihn demnach als radikalisiert und
       gewaltbereit ein. Er solle versucht haben, nach Syrien auszureisen, um sich
       der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ anzuschließen. Nach einem Hinweis
       deutscher Behörden sei B. im vergangenen Jahr im Libanon festgenommen und
       zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt worden.
       
       Die auf Extremismusprävention und Deradikalisierung spezialisierte
       Organisation „Violence Prevention Network“ bestätigte gegenüber der ARD,
       zwei Treffen mit B. abgehalten zu haben. Der Mann sei „nicht fassbar“ und
       „undurchschaubar“ gewesen, sagte Thomas Mücke, der Leiter der Organisation,
       dem ARD-Magazin „Report Mainz“.
       
       „Der Tatverdächtigte ist als Beratungsfall geprüft worden, weil er eine
       gerichtliche Weisung erhalten hatte, an diesen Beratungsgesprächen
       teilzunehmen“, sagte Mücke. In dieser sogenannten Clearing-Phase sei
       geprüft worden, ob der Mann als Beratungsfall in Betracht komme. „Die
       Person wirkte in den bisherigen Gesprächen eher als angepasst und daher war
       nicht erkennbar gewesen, ob es wirklich zu einer Beratungssituation kommen
       wird“, sagte Mücke weiter. Das wäre abschließend erst in einem dritten
       Gespräch entschieden worden.
       
       ## Zeugen berichten von Stichverletzungen
       
       Nach Zeugenangaben sollen Menschen bei dem Vorfall am Rande des Christopher
       Street Days in Berlin auch durch Stiche verletzt worden sein. „Das ist das,
       was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen
       liegen sollen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Menschen seien so
       schnell wie möglich in Krankenhäuser transportiert worden. Bestandteil der
       Ermittlungen sei auch, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase
       gegeben habe, so Nath. Die Bild berichtete, eine Person mit einem Messer
       habe das Fahrzeug verlassen, die B.Z. schrieb von einer Machete.
       
       Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen
       oder mehrere Täter gebe. „Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt“,
       sagte der Polizeisprecher. Details wollte er nicht nennen – auch mit Blick
       auf den oder die flüchtigen Täter.
       
       Es seien seit Samstag mehr als 2.200 Polizisten in Berlin im Einsatz. Sie
       seien teils schwer bewaffnet. Auch verdeckte Kräfte seien dabei. Hinzu
       kämen mehrere Hundert Beamte im gesamten Stadtgebiet.
       
       ## Keine Festnahme nach Polizei-Einsatz in Schöneberg
       
       Die Polizei hat eine Wohnung in Schöneberg durchsucht. Eine Festnahme gab
       es nicht, weil niemand angetroffen wurde, sagte Polizeisprecher Nath der
       dpa.
       
       Der Zugriff, an dem Spezialkräfte der Polizei (SEK) beteiligt waren,
       erfolgte nach Informationen der Welt gegen 1.10 Uhr. Demnach war in dem
       Mietshaus ein sehr lauter, explosionsartiger Knall zu hören. Vorher hatten
       Polizisten das Gebäude betreten. Nach dem Welt-Bericht rückte die Polizei
       gegen 1.25 Uhr wieder ab.
       
       ## Polizei bittet um Mithilfe per Hinweisportal
       
       Unterstützt wurden die Einsatzkräfte auch durch die psychosoziale
       Notfallversorgung, die nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Personen
       betreuten. Es habe zuvor keine Hinweise auf einen solchen Vorfall gegeben,
       sagte ein ‌Polizeisprecher. „Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an.“
       Über ein [1][Hinweisportal] sollen Angaben und Zeugenberichte zur Tat
       gesammelt werden.
       
       Für Angehörige wurde eine Personenauskunftsstelle unter der Telefonnummer
       (030) 84854460 eingerichtet.
       
       ## Merz verurteilt Todesfahrt als „abscheuliche Tat“
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Todesfahrt am Rande des
       Christopher Street Day (CSD) in Berlin als „abscheuliche Tat“ verurteilt.
       Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem
       Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet“,
       erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Sonntag. Merz und Dobrindt
       „danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für
       Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“.
       
       ## Innensenatorin Spranger: „Entsetzt über die furchtbare Tat“
       
       Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat nach dem Vorfall am Rande
       des Christopher Street Days in Berlin betroffen reagiert. „Ich bin entsetzt
       über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von
       Teilnehmenden friedlich gefeiert haben“, erklärte sie. Auch sie stehe mit
       den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt. „Die Sicherheit der Berlinerinnen
       und Berliner und der Gäste der Stadt hat höchste Priorität.“
       
       Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor
       Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche
       Hinweise auf einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe,
       antwortete der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts sagen.
       „Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern
       tatsächlich im Tiergarten.“ Deshalb sei die Lage auch so unübersichtlich.
       
       ## Berlins Bürgermeister verurteilt Angriff
       
       In einer ersten Stellungnahme hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai
       Wegner (CDU) kurz nach Mitternacht von einem „Angriff auf unsere freie und
       weltoffene Gesellschaft“ gesprochen. Nach einem friedlichen CSD sei die
       Versammlung „auf brutalste Art attackiert“ worden. „Berlin ist die Stadt
       der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste
       angegriffen worden.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien
       und Freunden, teilte der CDU-Politiker mit. Zugleich dankte er allen
       Einsatzkräften.
       
       Für den Sonntagnachmittag kündigte Wegner eine Sondersitzung des Senats und
       einen Trauergottesdienst in der Marienkirche an. Wegner sprach von einem
       Anschlag auf „die Art und Weise unseres Zusammenlebens“. „Damit muss
       Schluss sein“, sagte er.
       
       ## Evers: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“
       
       Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sein Entsetzen ausgedrückt. „Es
       trifft unsere Stadt mitten ins Herz“, schrieb er auf der Plattform X. Er
       dankte allen helfenden Händen und der Berliner Polizei für ihren Einsatz
       zum Schutz der Menschen. „Ich hoffe für die Verletzten, ich trauere mit
       Angehörigen und Freunden. Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit
       für Konsequenzen!“
       
       Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969,
       als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in New York stürmte. Es
       folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der
       modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.
       
       ## Bundesanwaltschaft in Kontakt mit Berliner Behörden
       
       Die Bundesanwaltschaft steht mit den Ermittlungsbehörden vor Ort in
       Kontakt. Das sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der Deutschen
       Presse-Agentur. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen in diesem Fall
       aber bislang nicht übernommen.
       
       Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie
       kann unter anderem Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus
       übernehmen. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.
       
       ## Berliner Erzbischof trauert um Opfer
       
       Der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch hat mit Entsetzen auf den
       mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am
       Samstagabend reagiert. „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest
       brutal zu zerstören“, erklärte Koch auf Anfrage.
       
       In den Sonntagsgottesdiensten werde Fürbitte für die Betroffenen und ein
       friedliches Miteinander in der Gesellschaft gehalten, kündigte Koch an.
       „Der Hass darf nicht gewinnen.“
       
       ## Rapperin Ikkimel fordert mehr Zusammenhalt
       
       Die Rapperin Ikkimel hat nach dem tödlichen Vorfall am Rande des Berliner
       Christopher Street Days (CSD) zu Zusammenhalt aufgerufen. „Liebe ist
       NIEMALS der Fehler, ANGST UND HASS niemals eine Antwort“, schrieb die
       29-Jährige bei Instagram. Sie hoffe, dass viele Menschen jetzt
       realisierten, wie wichtig es sei, zusammenzuhalten – „jetzt noch mehr als
       sonst“.
       
       „Ich hoffe, ihr seid in Ordnung – ich kann es nicht fassen“, schrieb
       Ikkimel in ihrer Story in Social-Media-typischem Schreibstil. Wenigstens
       Berlin solle ein sicherer Ort sein, so die Künstlerin, die am Freitag beim
       „Demokratieabend“ des Berliner CSD am Brandenburger Tor aufgetreten war.
       „Bitte, bitte bleibt stark. Ich werde immer für uns einstehen.“
       
       ## Solinger Initiative versichert Opfern Solidarität
       
       Der Initiativkreis Solingen hat nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den
       Christopher Street Day in Berlin seine Solidarität mit den Opfern und ihren
       Angehörigen erklärt. Als Organisatoren des Solinger Stadtfestes wisse man
       um die Gefühle der Angehörigen, die einen Menschen verloren hätten, so wie
       um das Trauma all jener, die das mit ansehen mussten, erklärte der
       Initiativkreis am Sonntag in Solingen. „Der Initiativkreis steht fest an
       der Seite all dieser Menschen.“
       
       Die Tat wecke Erinnerungen an das Attentat auf das Solinger Stadtfest am
       23. August 2024, hieß es weiter. Dabei hatte ein mutmaßlicher syrischer
       Islamist eine Frau und zwei Männer mit einem Messer getötet und acht
       Besucher teilweise schwer verletzt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf
       verurteilte ihn im vergangenen September zu einer lebenslangen Haft,
       dagegen legte er Revision ein.
       
       ## Trauermarsch in Richtung Brandenburger Tor geplant
       
       Nach der Attacke am Rande des Berliner CSD hat das schwule
       Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ zu einem Trauermarsch aufgerufen. Man wolle ab
       17.30 Uhr von der St.-Marien-Kirche in Richtung Brandenburger Tor laufen,
       hieß es von den Veranstaltern auf Instagram. „Wir trauern um die getötete
       Frau“, hieß es in dem Beitrag. Der Anschlag habe einer „offenen,
       vielfältigen Gesellschaft“ gegolten.
       
       Man wolle gemeinsam schweigend zum Brandenburger Tor gehen. „Ein Weg der
       Trauer, des Gedenkens und der Solidarität“, schrieben die Veranstalter.
       Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten Blumen und Kerzen mitbringen. „Im
       Mittelpunkt stehen die Opfer“, betonten die Organisatoren.
       
       26 Jul 2026
       
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