# taz.de -- Mahnwache nach dem CSD-Attentat: „Liebe ist stärker als der Hass!“
> Die queere Community fordert nach dem islamistischen Anschlag auf den
> Berliner CSD mehr Schutz und macht deutlich: Der Hass soll nicht siegen.
(IMG) Bild: Gedenken an die Opfer des CSD-Anschlags in Berlin
(dpa) Es war eine Mahnwache für die Opfer des islamistisch motivierten
Anschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD), bei der ganz
unterschiedliche Gefühle Platz hatten. Manche von denen, die am
Sonntagabend an den Tatort im Berliner Tiergarten gekommen waren, hatten
Tränen in den Augen. Andere waren wütend. Viele riefen laut gemeinsam
„Liebe ist stärker als der Hass!“
Zu der Gedenkveranstaltung hatten der Verband Queere Vielfalt
Berlin-Brandenburg (LSVD) und der LSVD Bundesverband gemeinsam eingeladen –
gut eine Woche nach dem Terroranschlag, bei dem ein 21-jähriger Islamist
eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt hatte.
Nach Angaben der Berliner Polizei waren rund 1.000 Menschen gekommen, um an
der Mahnwache teilzunehmen. Darunter waren auch eine Reihe von Vertretern
aus der Landespolitik – vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) über
die grüne Landesvorsitzende Nina Stahr bis zum SPD-Fraktionschef Raed
Saleh. Aber das Wort erhielten nach dem Wunsch der Veranstalter nur
Menschen aus der queeren Community selbst.
„Wir lehnen jede Form der Gewalt ab. Rechte oder religiöse Ideologien
verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken“, sagte Julia Miosga
vom CSD-Verein Berlin. „Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne
Relativierung.“ Aber ebenso klar müsse es sein, sich jedem Versuch
entgegenzustellen, [1][die Tat für Hass gegen Musliminnen und Muslime oder
Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren.]
## Aufruf zu Anteilnahme
„Was wir stattdessen brauchen, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit
den Opfern und ihren Angehörigen“, sagte sie. „Wir müssen unser Augenmerk
auf die Dinge lenken, die uns als Gesellschaft, als queere Community
einen.“
Patrick Müller-Kampa vom LSVD Berlin-Brandenburg sagte, es reiche nicht,
bei der Trauer stehenzubleiben. „Wir brauchen endlich die ausdrückliche
Aufnahme des Schutzes queerer Menschen in Artikel 3 des Grundgesetzes“,
forderte er. „Wir brauchen ein Berliner Gewalthilfegesetz, das queere
Menschen ausdrücklich mitdenkt und sicherstellt, dass Betroffene von Gewalt
die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.“
Doreen Hoffmann vom CSD Deutschland ergänzte, die Anteilnahme und
Solidarität seien anhaltend riesig. „Und das berührt mich sehr. Aber ich
bin auch wütend.“ Sie sei wütend auf Extremisten – egal, ob sie sich einer
politischen Ideologie oder religiösem Fanatismus verschrieben hätten.
„Ich bin wütend auf alle, die den Hass auf queere Menschen wieder
salonfähig machen.“ [2][Sie sei auch wütend auf Politikerinnen und
Politiker, die queere Rechte ständig infrage stellten und dann, wenn das
Schlimmste passiere, betroffen wirkten.] „Wir brauchen konsequenten Schutz,
klare Haltung und politische Verantwortung“, forderte sie.
Bei dem Terroranschlag am 25. Juli hatte der Attentäter im Tiergarten mit
einem Auto mehrere Passanten angefahren, bevor er – vermutlich mit einer
Machete – weitere Menschen angriff. [3][Der Islamist wurde am Tag nach dem
Anschlag von Polizisten in Berlin erschossen,] als die Beamten ihn
festnehmen wollten.
3 Aug 2026
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