# taz.de -- Krise der deutschen Autobauer: China ist kein Absatzmarkt mehr
       
       > 2024 waren Autos noch Deutschlands wichtigstes Handelsgut mit China. Nun
       > liegen sie nur noch auf Platz drei. Das hat Folgen.
       
 (IMG) Bild: Im Zeitalter der E-Mobilität nicht mehr nötig: Ein Arbeiter mit einem Auspuff in der VW-Fabrik im chinesischen Chengdu
       
       Die [1][Krise der Autobauer] verhagelt die deutsche Handelsbilanz mit
       China. Während die gesamtwirtschaftlichen Importe aus Fernost von Januar
       bis Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf
       72,4 Milliarden Euro stiegen, brach der Warenverkehr in die
       entgegengesetzte Richtung um 14,5 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro ein.
       Dies gab das Statistische Bundesamt am Montag bekannt.
       
       Demnach ist China nach wie vor Deutschlands wichtigster Handelspartner
       außerhalb der EU. Aber die Bundesrepublik kauft mehr in der Volksrepublik
       ein, als sie an China verkauft. So importiert Deutschland viele Waren des
       täglichen Lebens aus China. Zum Beispiel kommen vier von fünf aller
       tragbaren Computer und zwei von drei Smartphones in Deutschland aus China.
       Auch ein Großteil der Solartechnik stammt aus dem Land.
       
       Dabei machten deutsche Unternehmen lange Zeit gute Geschäfte in China. Vor
       allem für deutsche Autobauer war das Land ein guter Absatzmarkt. Als
       [2][Deutschlands größter Kfz-Konzern Volkswagen] 2023 ein letztes Mal aufs
       Jahr gerechnet seine Absatzzahlen steigern konnte und weltweit 9,4
       Millionen Autos verkaufte, wurde davon jedes dritte in China ausgeliefert.
       Doch kaum eins war davon ein Elektrofahrzeug. Denn VW setzte wie BMW und
       Mercedes lange auf den Verkauf von Verbrennern.
       
       Das rächt sich immer mehr. Vergangenes Jahr setzte der Wolfsburger Konzern
       nur noch 2,69 Millionen Fahrzeuge in China ab. Die beiden anderen deutschen
       Autobauer kämpfen ebenfalls mit Absatzproblemen in dem nach Indien
       bevölkerungsreichsten Land der Welt.
       
       ## Autos nur noch auf Platz drei
       
       Das schlägt sich eben auch im Handelssaldo zwischen Deutschland und China
       nieder. Waren deutsche Kraftfahrzeuge 2024 mit einem Wert von 20,3
       Milliarden Euro noch das wichtigste Handelsgut mit China, lagen sie in den
       ersten fünf Monaten 2026 nach Maschinen und Datenverarbeitungsgeräten,
       elektrischen sowie optischen Erzeugnissen auf Platz drei. Denn bereits 2025
       brach der Absatz deutscher Autos in China um ein Drittel ein. Von Januar
       bis Mai sackte er nochmal um mehr als ein Viertel ab. Und was VW, BMW und
       Mercedes auch beunruhigen wird: 23,5 Prozent aller importierten
       [3][E-Autos] kommen mittlerweile aus Fernost.
       
       20 Jul 2026
       
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 (DIR) Simon Poelchau
       
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