# taz.de -- Krise der Autoindustrie: VW-Töchter tüfteln Sparpläne aus
       
       > Porsche hat weitere 5.000 Stellenstreichungen bis 2035 besiegelt. Die
       > sollen immerhin sozialverträglich sein. Bei Audi ist eine Werkschließung
       > im Gespräch.
       
 (IMG) Bild: Bei Porsche sollen 5.000 Arbeitsplätze verschwinden – durch Altersteilzeit und Aufhebungsverträge
       
       afp/taz | Die Schwierigkeiten bei Volkswagen machen auch vor den
       Premiumtöchtern nicht Halt: Der Sportwagenhersteller Porsche kündigte am
       Montag 5.000 zusätzliche Stellenstreichungen an, Audi senkte seine
       Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die VW-Töchter leiden [1][wie auch
       die Kernmarke des Konzerns] unter einem wegbrechenden China-Geschäft und
       hohen Belastungen wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump.
       
       Bei Porsche kommt hinzu, dass der Strategiewechsel für den Verkauf von
       Verbrennern das Unternehmen Milliarden kostet. Ursprünglich wollte Porsche
       schon in den nächsten Jahren vollständig auf E-Fahrzeuge umsatteln, vor
       rund zwei Jahren beschloss der Luxusautobauer dann, doch noch länger auf
       Verbrennungsmotoren setzen zu wollen.
       
       Porsche kündigte nun einen „sozialverträglichen“ Stellenabbau bis 2035 an.
       Der Absatz des Sportwagenbauers war im ersten Halbjahr stark
       zurückgegangen, um rund 16 Prozent auf rund 122.000 Autos. In China brach
       der Absatz sogar um ein Drittel ein, in Nordamerika waren es 13 Prozent. Im
       Heimatmarkt Deutschland lieferte das Unternehmen knapp 15.000 Autos aus,
       sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
       
       Das nun mit dem Gesamtbetriebsrat sowie der IG Metall verhandelte
       „Zukunftspaket“ soll die Personalkosten „deutlich“ senken, wie Porsche
       mitteilte. Im Gegenzug sagte der Vorstand Investitionen in Höhe von 2,1
       Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach bei Stuttgart
       zu. Gemeinsames Ziel sei es, „die Wettbewerbsfähigkeit des
       Sportwagenherstellers zu stärken und dabei langfristig möglichst viele
       Arbeitsplätze abzusichern“.
       
       ## Altersteilzeit und Aufhebungsverträge
       
       Die 5.000 Arbeitsplätze sollen den Angaben nach durch natürliche
       Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge verschwinden. Zugleich
       sicherte das Unternehmen den Erhalt seiner Standorte zu und schloss
       betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus. 2025 hatte Porsche bereits 3.900
       Stellenstreichungen angekündigt. Davor hatte das Unternehmen gut 42.000
       Mitarbeiter.
       
       „Das Zukunftspaket ist gut für Porsche“, erklärte Porsche-Chef Michael
       Leiters. „Es gibt uns die Möglichkeit, unser Unternehmen strategisch neu
       auszurichten und in unsere Wettbewerbsfähigkeit zu investieren.“ Sicherheit
       für die Mitarbeiter:innen gebe es nur, „wenn wir unsere Ziele
       erreichen und wirtschaftlich erfolgreich sind“.
       
       Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Ibrahim Aslan, sprach von einem
       „hart erkämpften“ Paket. „Wir konnten die Arbeitgeberseite überzeugen, dass
       eine Investition in das Unternehmen Porsche an den Standorten Zuffenhausen
       und Weissach eine Chance ist, und damit auch für weitere fünf Jahre
       maßgeblich Beschäftigung sichern.“ Die Lasten würden dadurch auf alle
       Schultern verteilt.
       
       Cem Ince, Sozialpolitiker der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte vor
       diesem Hintergrund [2][die Rentenpläne der Bundesregierung]:
       „Altersteilzeitmodelle sind seit Jahren ein zentrales Instrument, um
       Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten“, sagte er. „Ein Ende der
       abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren würde dieses Instrument
       beerdigen“, das habe katastrophale Folgen für Beschäftigte, Betriebe und
       Regionen.
       
       ## Audi will schärferen Sparkurs
       
       Die Ingolstädter VW-Tochter Audi senkte am Montag die Umsatzprognose für
       2026 um fünf Milliarden auf nun 58 bis 63 Milliarden Euro. „Geopolitische
       Unsicherheiten, US-Zölle und der intensive Wettbewerb – insbesondere in
       China – prägten die Geschäftsentwicklung“, [3][erklärte das Unternehmen].
       Im ersten Halbjahr verzeichnete Audi demnach insgesamt Umsätze in Höhe von
       gut 29 Milliarden Euro – 10,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
       
       Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in
       Aussicht. „Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen, dass die bereits
       eingeleiteten Maßnahmen, wie eine strikte Kostendisziplin, wirken. Aber sie
       reichen nicht aus“, erklärte er. „Um im internationalen Wettbewerb zu
       bestehen, müssen wir gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern unser
       Geschäftsmodell neu ausrichten und weitreichende strukturelle
       Verbesserungen realisieren.“
       
       Audi ist auch von den im Raum stehenden Sparmaßnahmen von VW betroffen.
       Diskutiert wird [4][unter anderem die Schließung des Audi-Werks in
       Neckarsulm]. Wie das Handelsblatt am Montag berichtete, wird für den
       Standort nun eine erneute Senkung der jährlichen Produktionskapazität von
       derzeit 225.000 auf 150.000 Einheiten geprüft. Auch am Hauptsitz Ingolstadt
       könnte demnach die Produktion weiter sinken.
       
       28 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Starker-Gewinneinbruch-bei-Autobauer/!6198748
 (DIR) [2] /Die-Reformplaene-von-Schwarz-Rot/!6187387
 (DIR) [3] https://www.audi.com/de/pressemitteilungen/audi-konzern-haelt-operatives-ergebnis-im-ersten-halbjahr-2026-trotz-schwieriger-maerkte-stabil-18148?pk_campaign=newsletter-18148-2026-07-27&pk_content=primary-btn&pk_medium=ad-hoc&pk_source=newsletter
 (DIR) [4] /Kampfansage-an-die-Belegschaft/!6192546
       
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