# taz.de -- Jobabbau in der Autoindustrie: Porsche auf Sparkurs
       
       > Der Sportwagenbauer will weitere Stellen streichen – und erntet Kritik
       > dafür. Eine Einigung mit den Gewerkschaften über die Sparpläne steht noch
       > aus.
       
 (IMG) Bild: Mitarbeiter:innen bei Porsche prüfen in der Lackiererei im Stammwerk in Zuffenhausen eine Karosserie
       
       Die Sparpläne des Autobauers Porsche sorgen für Kritik. „Ob bei Porsche, VW
       oder Audi: Bevor Tausende Arbeitsplätze geopfert werden, müssen die
       Renditeerwartungen der Großaktionäre eingedampft werden“, fordert Cem Ince,
       Sozialpolitiker der Linken im Bundestag. „Wo ein Stellenabbau
       unausweichlich ist, muss er freiwillig und sozialverträglich erfolgen, etwa
       durch Abfindungen oder Altersteilzeit.“ Außerdem müssten Betriebsräte
       frühzeitig eingebunden, Beschäftigte über Sparprogramme aufgeklärt werden.
       
       Am Mittwoch hatten Medien berichtet, dass sich bei der Volkswagen-Tochter
       ein weiterer Stellenabbau andeutet – die Belegschaft war zu diesem
       Zeitpunkt noch nicht informiert. Porsche-Chef Michael Leiters plane, bis
       2035 zwischen 5.000 und 6.000 Jobs zu streichen, hieß es in der
       Bild-Zeitung. Auch das Manager Magazin berichtete über einen Stellenabbau
       in dieser Größenordnung.
       
       Im Gegenzug solle die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte
       Kündigungen bisher bis Mitte 2030 ausschließt, bis Ende 2035 verlängert
       werden.
       
       Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik bei der Umweltorganisation BUND,
       kritisiert: „Das Sparpaket wird nicht zuletzt deshalb diskutiert, weil ein
       Strategiewechsel und ein längeres Festhalten am Verbrennungsmotor
       Milliardensummen kosten.“ [1][Porsche büßte zuletzt Gewinne ein], weil die
       Verkäufe in China eingebrochen sind – und weil sich der Luxusautobauer auf
       dem Weg hin zur Elektromobilität verstolpert hat. Seit knapp zwei Jahren
       setzt Porsche wieder stärker auf Verbrenner, der Strategieschwenk riss ein
       Loch in die Unternehmensbilanzen.
       
       ## Schwieriger Markt für Verbrenner
       
       „Neu geplante Verbrenner-Modelle treffen nun auf [2][einen immer
       schwieriger werdenden Markt] für diese Antriebsart, während die Nachfrage
       nach E-Autos hierzulande und international stetig steigt“, meint
       Hilgenberg. „Sollte jetzt die Markteinführung bestimmter vollelektrischer
       Modelle verzögert werden, könnte sich die Situation für Porsche noch
       verschärfen.“
       
       Die Stellenstreichungen sollen Teil des sogenannten Zukunftspakets sein.
       Porsche ließ jedoch durchblicken, dass es darüber noch keine Einigung
       zwischen Unternehmen, Betriebsrat und der ebenfalls involvierten
       [3][Gewerkschaft IG Metall] gibt. Der Aufsichtsrat unterstütze das
       Zukunftspaket, sagte ein Porsche-Sprecher am Mittwoch. Für Montag ist eine
       Betriebsversammlung in Stuttgart angesetzt, in deren Rahmen die
       Mitarbeitenden informiert werden sollen.
       
       Porsche hatte schon vor eineinhalb Jahren verkündet, dass in der Region
       Stuttgart bis 2029 rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen.
       Außerdem wurden im Leipziger Werk Stellen abgebaut. (mit dpa/rtr)
       
       23 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
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