# taz.de -- Digital-Staatssekretär geht schon wieder: Neues Problem für Kai Wegner
       
       > Nach kaum zehn Wochen im Amt tritt Staatssekretär Matthias Hundt zurück.
       > Zuvor hatte der RBB von wirtschaftlichen Ungereimtheiten berichtet.
       
 (IMG) Bild: Hat ein neues Problem: Berlins Regierungschef Kai Wegner (CDU)
       
       Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat wieder mal ein Problem. Zwei
       Wochen vor seiner geplanten erneuten Kür zum CDU-Spitzenkandidaten für die
       Abgeordnetenhauswahl geht er jenes Staatssekretärs für Digitalisierung
       verlustig, den erst am 18. März ernannt hat. Matthias Hundt hatte die
       [1][zur brandenburgischen Wirtschaftsministerin avancierte Marina Klement
       (CSU)] ersetzen sollen, die maßgeblich das Schlüsselprojekt der
       Verwaltungsreform vorangetrieben hatte.
       
       Aktueller Anlass für den Rücktritt Hundts sind offenbar Berichte über
       wirtschaftliche Unstimmigkeiten von Unternehmen, in denen er eine
       maßgebliche Rolle spielte. [2][Der RBB sah] „unklare Vorgänge in
       Zusammenhang mit Insolvenz“. [3][Am Dienstagvormittag war bekannt
       geworden], dass die Staatsanwaltschaft Dresden gegen ihn ermitteln soll.
       
       Doch schon zuvor hatte es Zweifel an Wegners Personalauswahl gegeben. Die
       Ernennung Hundts war überraschend schnell und ohne Einbeziehung des
       digitalpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus erfolgt –
       der soll davon erst aus der Zeitung erfahren haben. Der Tagesspiegel
       berichtete zudem, dass man sich an Hundt in seinem vormaligen sächsischen
       Wirkungskreis [4][auf wenig positive Weise erinnerte].
       
       Der Tagesspiegel zitierte nach dem Rücktritt aus einer persönlichen
       Erklärung Hundts, die der Zeitung nach deren Angaben vorliegt. Dort
       begründete der 57-Jährige seinen Rücktritt mit einer gegen ihn laufenden
       „Medienkampagne“. Diese sei „zu einer unerträglichen Belastung für mich und
       meine Familie geworden“.
       
       ## In der CDU herrschte bereits Unruhe
       
       Regierungschef Wegner hatte erst Mitte April die parteilose, aber von der
       CDU ins Amt geholte Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson entlassen. Der
       Hintergrund des jetzt zurückgetretenen Digitalisierungs-Staatssekretärs,
       mögliche wirtschaftliche Ungereimtheiten und sein offenbar schlechtes
       Standing in der sächsischen Landespolitik scheinen in der CDU-geführten
       Berliner Senatskanzlei nicht oder nicht ausreichend bekannt gewesen zu
       sein.
       
       Bereits bei der Entlassung von Wedl-Wilson [5][hatte es in der CDU rumort].
       Wegner, so die Befürchtung, schien die Affäre um eine hochumstrittene
       CDU-Förderliste und die vom Landesrechnungshof als „evident rechtswidrig“
       eingestufte Mittelvergabe in der Senatsverwaltung für Kultur nicht in den
       Griff zu kriegen. Ihr lange deutlicher Vorsprung in Wahlumfragen [6][ist
       fast komplett weggeschmolzen]. Nun dürfte die Causa Hundt vor dem lange als
       bloße Formalie gedachten Landesparteitag am 9. Juni mit der
       Spitzenkandidatenkür für erneute Aufregung in der Partei sorgen.
       
       26 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Regierungsbildung-in-Potsdam/!6162474
 (DIR) [2] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/05/berlin-digital-officer-matthias-hundt-staatssekretaer-unternehmen.html
 (DIR) [3] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/insolvenz-vorwuerfe-digital-staatssekretaer-matthias-hundt-berlin-100.html
 (DIR) [4] https://www.tagesspiegel.de/berlin/schlitzohr-lugenbold-hochstapler-hat-kai-wegner-als-berlins-neuen-chef-digitalisierer-den-falschen-ausgewahlt-15419836.html?icid=single-topic_15641688___
 (DIR) [5] /Foerdergeldaffaere/!6174733
 (DIR) [6] https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/berlin.htm
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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