# taz.de -- Ex-Digital-Officer bekommt Übergangsgeld: 50.000 Euro für einen Abgang nach 69 Tagen
> Erst eine Bitte um Entlassung, dann der Rückzieher, jetzt Rauswurf: Warum
> der Senat Hundt entlässt, was das kostet und wer seine Aufgaben
> übernimmt.
(IMG) Bild: Im März bekam Hundt von Wegner die Ernennungsurkunde als „Chief Digital Officer“. Heute für bei der Entlassung gab es kein Foto
Die Personalpolitik von Regierungschef Kai Wegner (CDU) erweist sich
zumindest in Teilen nicht nur als unglücklich, sondern auch als teuer: Dass
der am Dienstag vom schwarz-roten Senat entlassene vormalige Staatssekretär
und Chief Digital Officer Matthias Hundt entlassen wurde, kostet die
Landeskasse rund 50.000 Euro an Übergangsgeld – was speziell anmutet, weil
Hundt nur 69 Tage im Amt war und vorige Woche erst selbst um seine
Entlassung gebeten hatte.
Formal gibt es an der Zahlung nichts zu rütteln: Senatssprecherin Christine
Richter verwies in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung
auf die Rechtslage: Das [1][Landesbeamtenversorgungsgesetz] sieht demnach
vor, dass ein entlassener Staatssekretär sechs Monate lang noch 71,75
Prozent seiner vormaligen Bezüge bekommt.
Laut Richter gab es aber im Senat keine Aussprache darüber, ob das nach so
kurzer Zeit sinnig ist und ob ein längerer Mindestzeitraum nicht eine gute
Idee sein könnte. Laut Richter wurde auch nicht festgelegt, in einer der
nächsten Sitzungen über eine solche Änderung zu sprechen.
Hundt hatte laut Richter vorige Woche um seine Entlassung gebeten.
Vorangegangen waren Berichte über wirtschaftliche Ungereimtheiten aus
früherer Tätigkeit und Berichte über staatsanwaltschaftliche Ermittlungen
in Dresden. Hundt selbst hat solche Vorwürfe bestreiten lassen. Seine Bitte
um Entlassung hatte Hundt aber zurückgezogen, weshalb Regierungschef Wegner
von sich aus aktiv werden musste, um sich von Hundt zu trennen.
## Zuständig für ein zentrales Projekt
Parallel zu zunehmender Kritik an Hundt und seinem Auftreten gleich nach
seiner Ernennung Mitte März war die Frage aufgekommen, warum Wegner
ausgerechnet ihn für die zentrale Rolle in der Senatskanzlei ausgesucht
hatte, und das offenbar in aller Kürze. Denn der Bereich, den er abdecken
sollte – die Umsetzung der Verwaltungsreform –, gilt als zentraler Punkt in
Wegners drei Amtsjahren. Mit Hilfe von Grünen und Linkspartei hatte die
schwarz-rote Koalition eine zuvor über zwei Jahrzehnte diskutierte Reform
vereinbart und beschlossen.
Hundts dafür zustände Vorgängerin, Staatssekretärin Martina Klement (CSU),
galt bei allen Fraktionen als äußerst kompetent – was sie aber für andere
Jobs interessant machte: Die Brandenburger CDU, neu in der dortigen
Landesregierung, bot ihr im März an, Wirtschaftsministerin zu werden, und
[2][Klement nahm an].
Zu hören war in den vergangenen Wochen mehrfach, Wegner könnte Hundt von
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) empfohlen bekommen haben,
die früher wie Hundt in Dresden lebte. Dem widersprach Senatssprecherin
Richter am Dienstag auf eine entsprechende Anfrage: „Frau Günther-Wünsch
hat keine Rolle gespielt.“
2 Jun 2026
## LINKS
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(DIR) [2] /Koalitionsbildung-in-Brandenburg/!6162453
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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