# taz.de -- Siedlerterror im Westjordanland: Brandanschlag auf eine Moschee, Angriff auf Schafhirten
       
       > Die Gewalt israelischer Siedler im besetzten Westjordanland hält an. Am
       > Wochenende traf es unter anderem ein Dorf nahe Ramallah – und einen Hund.
       
 (IMG) Bild: Siedlerübergriffe und -angriffe sind im besetzten Westjordanland mittlerweile Alltag. Hier am 29. Oktober 2025 nahe Ramallah
       
       Israelische Siedler haben das palästinensische Dorf Jibiya nordwestlich von
       Ramallah im besetzten Westjordanland angegriffen. Dabei steckten sie laut
       örtlichen Medienberichten am Freitag eine Moschee und mehrere
       palästinensische Fahrzeuge in Brand. Außerdem hätten sie Hassgraffiti an
       mehreren Gebäuden angebracht. Berichte über Verletzte gab es nicht.
       
       Der Angriff sei kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Politik
       und offizieller Aufstachelung durch die israelische Regierung, erklärte das
       palästinensische Religionsministerium laut der palästinensischen
       Nachrichtenagentur Wafa. Das Ziel sei, Palästinenser einzuschüchtern und
       ihre Präsenz sowie ihre religiöse Identität anzugreifen. Den Brandanschlag
       auf die Moschee bezeichnete das Ministerium als „feigen Terrorakt“.
       
       Es rief die Palästinenser auf, Moscheen durch Präsenz von Menschen vor
       Angriffen von israelischen Siedlern zu schützen. Von internationalen
       Organisationen wie der Unesco forderte das Ministerium den Schutz von
       Gebetsstätten.
       
       Nach Bericht der Agentur Wafa wurden außerdem fünf Palästinenser am
       Sonntagmorgen von Siedlern nahe Bethlehem mit Reizgas verletzt. Eine Gruppe
       Siedler habe das Dorf gestürmt, Bewohner angegriffen und das Gas versprüht.
       Sie hätten überdies Handys gestohlen und Sachbeschädigung begangen, so
       Wafa.
       
       Für Aufruhr [1][sorgte außerdem ein viral gegangenes Video], in dem ein
       israelischer Siedler wiederholt brutal mit einem Stock auf einen Hund
       einschlägt. Das Tier, Berichten zufolge Lucy genannt, gehört einer
       palästinensischen Familie. Das Tier sei angebunden gewesen, habe keine
       Gefahr dargestellt, erklärte der Besitzer gegenüber der israelischen
       Zeitung Haaretz. Der Angriff ereignete sich am Freitag im Dorf Atarat. Die
       Polizei gab an, Ermittlungen aufgenommen zu haben, der Hund befindet sich
       in Behandlung.
       
       Weitere Siedlerübergriffe ereigneten sich lokalen Berichten zufolge am
       Wochenende [2][nahe dem christlichen Dorf Taybeh], wo Siedler laut Wafa
       ihre Tiere auf palästinensischem Privatland weideten. Und in Khirbet
       al-Tawil, südlich von Nablus, wo sie Hirten angriffen und ein Schaf
       überfuhren. [3][Auch davon ging ein Video viral.]
       
       Die Siedlergewalt im Westjordanland hat seit 2023 massiv zugenommen.
       [4][Das israelische Militär selbst zählte im Jahr 2025 etwa 2,4 Angriffe
       pro Tag.] Die Attacken werden außerdem immer tödlicher, seit Jahresbeginn
       wurden bereits 13 Menschen von Siedlern getötet. Darunter sind auch
       Minderjährige, [5][etwa jüngst ein 13-Jähriger auf dem Gelände seiner
       Schule]. Die Europäische Union [6][erließ in diesem Zuge jüngst Sanktionen
       gegen Siedlerorganisationen]. Der israelische Staat bedachte die
       völkerrechtswidrigen Siedlungen wie auch selbst nach israelischem Recht
       illegale Außenposten [7][allein seit 2022 mit umgerechnet über fünf
       Milliarden Euro].
       
       Mit Material von kna
       
       17 May 2026
       
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 (DIR) [1] https://x.com/IhabHassane/status/2055354037818544604?s=20
 (DIR) [2] /Siedlergewalt-im-Westjordanland/!6178558
 (DIR) [3] https://x.com/IhabHassane/status/2055963080740241652?s=20
 (DIR) [4] /Siedlergewalt-im-Westjordanland/!6147397
 (DIR) [5] /Gewalt-im-Westjordanland/!6172672
 (DIR) [6] /EU-Sanktionen-gegen-israelische-Siedler/!6178562
 (DIR) [7] /Siedlerterror-im-Westjordanland/!6166649
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lisa Schneider
       
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