# taz.de -- Itamar Ben-Gvir und die Gaza-Flotte: Alle Siedler auf die EU-Sanktionsliste – auch die Minister!
> Das grausige Video des israelischen Polizeiministers stößt auf breite
> Verurteilung. Die Gelegenheit ist günstig für einen internationalen
> Boykott.
(IMG) Bild: Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir in einem Standbild aus einem Video vom 20. Mai 2026
Die Bilder, die Itamar Ben-Gvir in den sozialen Netzwerken veröffentlichte,
sind zum Gruseln. Israels rassistischer Polizeiminister übertrifft sich
selbst an Niedertracht, wie er so spottend durch die Reihen der gefesselten
und auf dem Boden knienden AktivistInnen stolziert und ihnen verkündet, wer
hier der Hausherr sei.
Wenn man sieht, wie Menschen, denen nichts anderes vorzuwerfen ist, als
dass sie gegen die Politik Jerusalems im Gazastreifen protestieren, wie
Schwerstverbrecher behandelt werden, dann gewinnen selbst [1][die
absurdesten Berichte] über Zustände in israelischen Gefängnissen und den
Umgang mit PalästinenserInnen, die wegen Hetze oder gar politischen
Gewaltaktionen inhaftiert sind, ein Stück weit an Glaubwürdigkeit.
Ben-Gvir zielte mit seinem unsäglichen Video vermutlich darauf ab, Stimmen
bei den [2][bevorstehenden Wahlen] für sich zu gewinnen. Er dürfte genau
das Gegenteil erreicht haben. Selbst Israels Regierungschef Benjamin
Netanjahu bewies genug Anstand, um sich von seinem Polizeiminister zu
distanzieren. Es kann nicht im Sinne Israel sein, international noch weiter
ins Abseits zu geraten. Wer das anders sieht, hätte bei den Wahlen ohnehin
für Ben-Gvir gestimmt.
Dass Israels Polizeiminister diesmal zu weit gegangen ist, zeigen nicht
zuletzt die Reaktionen in Europa. Völlig zu Recht schließt sich
Bundesaußenminister Johann Wadephul umgehend der Kritik an, die im Unisono
aus Paris, Rom, Madrid und vielen anderen Hauptstädten ertönt. Die
Gelegenheit ist günstig, dem Unmut Maßnahmen folgen zu lassen. Vor noch
nicht zwei Wochen einigten sich die EU-Staaten auf Sanktionen gegen
gewalttätige Siedler. Kein Bankkonto, keine Durchreise – nur Minister sind
bedauerlicherweise weiter davon ausgenommen.
So absurd es ist, [3][israelische KünstlerInnen oder AkademikerInnen zu
boykottieren], so sinnvoll wären Sanktionen gegen die, die den Siedlungsbau
und die Menschenrechtsverletzungen verantworten. Und das sind nicht nur die
gewalttätigen, sondern alle SiedlerInnen schlechthin.
21 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Susanne Knaul
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