# taz.de -- Konsequenzen aus dem Irankrieg: Flugverzicht gegen die Ölkrise
       
       > Wer nicht unbedingt fliegen muss, sollte nun darauf verzichten, damit der
       > Ölverbrauch sinkt. Die Bundesregierung muss mit gutem Beispiel
       > vorangehen.
       
 (IMG) Bild: Die Fliegerei ist für mehr als 3 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes in der Europäischen Union verantwortlich
       
       Die Bundesregierung muss wegen der Ölkrise an die Bevölkerung appellieren,
       auf nicht unbedingt nötige [1][Flüge] zu verzichten. Der Staat sollte mit
       gutem Beispiel vorangehen, indem er Flugreisen für Beamte und
       Kabinettsmitglieder stärker begrenzt. Bahn fahren oder Videokonferenzen –
       das geht auch.
       
       Denn die Welt muss angesichts des Irankriegs Rohöl einsparen. Sollten die
       Ölpreise weiter so hoch bleiben, wird die Inflation auch in Deutschland
       nochmal zunehmen, die Wirtschaft könnte schrumpfen, die Arbeitslosenquote
       steigen. Umso wichtiger ist es, den Ölverbrauch dort zu senken, wo es
       vergleichsweise leicht fällt. Der Luftverkehr gehört dazu. Schließlich
       werden bisher laut Internationaler Energieagentur (IEA) weltweit rund [2][7
       Prozent des Rohöls für Kerosin] verbraucht.
       
       Gleichzeitig ist ein großer Teil des Flugverkehrs verzichtbar. Das Gros der
       in diesem Sommer geplanten Starts hierzulande geht dem Deutschen Zentrum
       für Luft- und Raumfahrt zufolge nach [3][Spanien, in die Türkei, nach
       Italien und Griechenland]. Die Mehrheit der Passagiere dürften Urlauber
       sein. Sie könnten ihre Ferien auch im Inland oder in Nachbarstaaten
       verbringen, die sich gut mit der Bahn erreichen lassen.
       
       Inlandsflüge haben immer noch einen Anteil von 14 Prozent. Selbst die
       Strecke Berlin-Stuttgart schafft der ICE in etwa 5 bis 6 Stunden, in denen
       sich auch gut im Zug arbeiten lässt. Innerdeutsche Flüge sollten gerade
       während einer Ölkrise stark reduziert werden.
       
       ## Hände weg vom Emissionshandel
       
       Auf keinen Fall darf die Politik dagegen Forderungen der Flugbranche
       nachgeben, den Emissionshandel im EU-Luftverkehr einzuschränken. Die
       Fliegerei ist für mehr als [4][3 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes in der
       Europäischen Union] verantwortlich. An diesem Problem hat sich durch den
       Irankrieg nichts geändert. Die Emissionen der Jets ließen sich
       verhältnismäßig leicht senken, weil sie eben zu einem großen Teil Luxus
       sind. Etwa in Frankreich statt in Indonesien zu urlauben, mindert die
       Lebensqualität kaum.
       
       20 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] https://www.iea.org/reports/sheltering-from-oil-shocks/air-transport-fuels
 (DIR) [3] https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/dlr-touristik-report-sommer-2026-mehr-ferienfluege-ab-deutschland
 (DIR) [4] https://www.dehst.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/factsheets/factsheet_LV.pdf?__blob=publicationFile&v=4
       
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 (DIR) Jost Maurin
       
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