# taz.de -- Bundesregierung für billigeres Fliegen: Senkung der Ticketsteuer geplant
> Zum 1. Juli soll die Ticketsteuer im Luftverkehr gesenkt werden, der
> Bundestag soll dies am Donnerstag beschließen. Was bringt das?
(IMG) Bild: Kommt die Gesetzesänderung für den Luftverkehr zum 1. Juli? Dazu müssen Bundestag und Bundesrat beraten
dpa | Der Bundestag will am Donnerstag über eine Änderung des
Luftverkehrsteuergesetzes entscheiden. Danach muss dem noch der Bundesrat
zustimmen. An diesem Montag gab es eine Anhörung im Finanzausschuss des
Bundestags. Für Flüge aus Deutschland soll von Juli an eine niedrigere
Ticketsteuer gelten. Die Luftverkehrsteuer soll so stark gesenkt werden,
dass die Einnahmen auf das Niveau von 2024 zurückfallen. CDU, CSU und SPD
lösen ein Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag ein.
Bei der Ticketsteuer gibt es drei Kategorien: Für Inlands- und Europaflüge
sowie andere Kurzstrecken sollen künftig statt 15,53 Euro noch 13,03 Euro
Luftverkehrsteuer anfallen. Bei Mittelstrecken (Zielländer zwischen 2.500
und 6.000 Kilometer Entfernung) ist eine Reduzierung von 39,34 Euro auf
33,01 Euro vorgesehen, bei Langstreckenflügen (Zielländer mehr als 6.000
Kilometer entfernt) fallen künftig 59,43 Euro an und nicht mehr 70,83 Euro.
Das Finanzministerium hatte betont, ihm sei wichtig, dass [1][die Senkungen
an die Reisenden weitergegeben werden.] Doch zwingen kann die Regierung die
Airlines nicht. Aktuell treibt der durch den Irankrieg gestiegene Ölpreis
die Kosten.
## Branche: Weitere Entlastungen notwendig
Die Branche hatte die Ankündigung zur Ticketsteuer bereits als notwendigen
ersten Schritt bezeichnet – aber weitere Entlastungen angemahnt. Der BDL
fordert unter anderem eine ebenfalls von der Koalition beschlossene
Dämpfung der Flugsicherungskosten. Der Verband ADV schrieb, die Absenkung
der Luftverkehrsteuer reiche aber bei Weitem nicht aus, um den
Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen.
Die Maßnahme entfalte nicht die notwendige Signalwirkung für eine
[2][nachhaltige Trendwende]. Das verdeutliche das Beispiel der
Angebotsreduzierung von Ryanair am Flughafen Berlin.
Die Luftverkehrsbranche fordert weitere Entlastungen über die geplante
Absenkung der Ticketsteuer hinaus. „Die aktuelle Absenkung der
Luftverkehrsteuer ist ein notwendiger erster Schritt, reicht aber nicht
aus, um die Wettbewerbsnachteile bei den staatlich induzierten Kosten
gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen“, schreibt der
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL in einer
Stellungnahme für eine Anhörung im Bundestag. Ähnlich äußerte sich der
Flughafenverband ADV.
## Verkehrsclub: Falsches Signal
Der Verkehrsclub Deutschland kritisiert die geplante Steuersenkung. Sie
setzte angesichts der [3][Energiekrise] infolge des Irankriegs und der
Herausforderungen durch den Klimawandel das „völlig falsche Signal“, heißt
es in der Stellungnahme für die Anhörung. „Die Subventionen für den
Luftverkehr führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, insbesondere zur
wesentlich umweltverträglicheren Schiene.“
21 May 2026
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