# taz.de -- Wegen gestiegener Ölpreise: Energieagentur rät zu Tempolimit und Homeoffice
       
       > Die Internationale Energieagentur empfiehlt mehr Homeoffice und ein
       > niedrigeres Tempolimit. Eine höhere Pendlerpauschale wäre laut OECD nicht
       > gut.
       
 (IMG) Bild: Zu Hause arbeiten oder langsam fahren empfiehlt die Energieagentur
       
       dpa/rtr | Die Internationale Energieagentur (IEA) rät angesichts der
       Ölkrise infolge des [1][Irankrieg]s zu Maßnahmen, die den Ölverbrauch
       senken. Die Empfehlungen zur Abfederung der Krise konzentrierten sich auf
       den Verkehr, auf den 45 Prozent des Ölverbrauchs entfalle, teilte die IEA
       mit, die die Interessen der Ölverbraucherländer vertritt.
       
       Mehr Homeoffice, ein Absenken des [2][Tempolimits] auf Straßen sowie das
       Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel könnten demnach den Spritverbrauch
       reduzieren. So könne etwa die Zufahrt in die Großstädte im täglichen
       Wechsel jeweils Autos mit geradem und ungeradem Kennzeichen erlaubt werden,
       wodurch Staus und der Kraftstoffverbrauch reduziert würden, so die IEA.
       Zusätzliche Einsparungen ließen sich durch Carsharing, eine effizientere
       Fahrweise sowie durch eine verbesserte Effizienz im Güter- und
       Lieferverkehr erzielen.
       
       Auch der Verzicht auf [3][Flugreisen] kann den Ölbedarf in der Krise
       senken, teilte die IEA mit. Die Industrie könne versuchen, wo dies möglich
       ist, auf alternative Rohstoffe als Energiequelle umzustellen. Regierungen
       könnten durch regulatorische Maßnahmen und gezielte Anreize mit gutem
       Beispiel vorangehen und Unterstützung auf die Verbraucher konzentrieren,
       die sie am dringendsten benötigten. Erfahrungen aus früheren Krisen
       zeigten, dass gezielte Unterstützungsmechanismen wirksamer seien als breit
       angelegte Subventionen.
       
       ## OECD gegen Tankrabatt und höhere Pendlerpauschale
       
       Die Industriestaaten-Organisation OECD warnte die deutsche Politik vor
       teuren Maßnahmen wie einem Tankrabatt oder einer höheren Pendlerpauschale.
       „Diese Forderungen sind natürlich verständlich, da die höheren Benzin- und
       Dieselpreise die Kaufkraft der Haushalte verringern“, sagte der
       Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
       Entwicklung (OECD), Robert Grundke, am Freitag der Nachrichtenagentur
       Reuters. „Allerdings kosten diese Maßnahmen auch eine Menge Geld.“
       
       Gestiegene ‌Verteidigungsausgaben, ein großer Investitionsbedarf im
       Infrastrukturbereich sowie steigende Kosten im Gesundheits- und
       Rentensystem aufgrund der alternden Bevölkerung würden die staatlichen
       Finanzen bereits stark belasten. Deshalb empfiehlt die OECD, eventuelle
       Unterstützungsmaßnahmen gezielt auf ärmere Haushalte zu fokussieren. Denn
       diese seien am meisten von den gestiegenen Tankstellenpreisen betroffen.
       „Diese Maßnahmen sollten von vornherein zeitlich begrenzt sein“, betonte
       Grundke.
       
       Die OECD rät der Bundesregierung zudem dazu, mögliche Hilfen so zu
       gestalten, ⁠dass sie Energiesparanreize beibehalten, um existierende
       Knappheiten nicht noch zu vergrößern. Die Energiepreisbremse der damaligen
       Ampelregierung sei eine gute Lösung gewesen, da sie die Preissignale zum
       Energiesparen nicht verzerrt hätte. „Um solch ein Modell allerdings gezielt
       auf bedürftige Haushalte auszurichten, bräuchte es eine bessere
       Dateninfrastruktur, um bedürftige Haushalte ‌besser zu identifizieren“,
       sagte ‌Grundke. Dabei könnte sich Deutschland an anderen OECD-Ländern
       orientieren, in welchen staatliche Hilfen bereits gezielter ⁠auf bedürftige
       Haushalte ausgerichtet werden könnten.
       
       Insbesondere Kraftstoffe haben sich seit dem Ausbruch des Irankriegs vor
       rund drei Wochen spürbar verteuert. „Um mittelfristig die Abhängigkeiten
       von Energieimporten zu verringern, ist es zudem zentral, ‌den Ausbau von
       Wind- und Solarenergieanlagen sowie des Energienetzes zu ‌beschleunigen und
       damit die Elektromobilität zu fördern“, sagte Grundke. Eine stärkere
       Nutzung von erneuerbaren Energien würde Deutschland unabhängiger von
       Ölpreisschwankungen am Weltmarkt machen. Um dies zu erreichen, sollten
       bestehende Steuererleichterungen und Subventionen ‌für fossile
       Energieträger schrittweise abgebaut werden, um die ⁠Nutzung erneuerbarer
       Energien und E-Autos attraktiver zu machen.
       
       20 Mar 2026
       
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