# taz.de -- Greenpeace-Berechnung zu Kerosin: Fliegen ist schon lange nicht mehr schön
       
       > Durch den Irankrieg wird das Kerosin knapp. Um Flugbenzin zu sparen,
       > hilft nur eines: weniger fliegen und sinnlose Flugverbindungen canceln.
       
 (IMG) Bild: Innereuropäisch kann man locker auf den Flieger verzichten
       
       Spätestens ab Juni dürfte in Europa das Kerosin knapp werden. Die
       Internationale Energieagentur jedenfalls ist alarmiert. So wie die Ursachen
       für den Kerosinmangel klar auf der Hand liegen – der Irankrieg –, sind es
       auch die Folgen: Es wird weniger Flüge für weitaus höhere Preise geben.
       Oder anders formuliert: Fliegen wird (wieder) Luxus.
       
       Wer dabei an Klima und Umwelt denkt, könnte sich jetzt freuen: So what?
       Weniger Flüge schützen das Klima, ist doch super. Aber so einfach ist das
       wie so häufig nicht. Denn Reiche und Besserverdienende fliegen trotzdem und
       die Airlines verbrauchen weiterhin massiv Flugbenzin, wollen sie doch so
       viele Flüge wie möglich verkaufen.
       
       Wie der Kerosinmangel behoben werden könnte, hat jetzt [1][Greenpeace
       ausgerechnet]: Würden Luxusflüge und überflüssige Verbindungen gestrichen,
       würden 38 Prozent des Treibstoffs eingespart werden können. Hilfreich ist
       auch, wären Privat- und Inlandsflüge tabu.
       
       Das ist jetzt keine wahnsinnig überraschende Erkenntnis, jede schwäbische
       Hausfrau (so es sie noch gibt) kann sich das mit einem Blick ins
       Haushaltsbuch rasch ausrechnen. Aber hilfreich ist der Greenpeace-Move
       trotzdem, weil er Inlands- und Privatflüge als das benennt, was sie sind:
       sinnlos und schädlich.
       
       Von [2][Berlin nach München muss man nicht fliegen], der ICE schafft diese
       Strecke mittlerweile in vier Stunden. Okay, okay, wenn der ICE nicht mal
       wieder viel zu spät ist oder die Deutsche Bahn kurzfristig Züge streicht.
       
       Auch innereuropäisch kann man locker auf den Flieger verzichten. Von
       München nach Bologna kommt man mit dem Zug in sechs Stunden, im Bordbistro
       gibt es caffé italiano vero und die Aussicht auf die Alpen gratis. Wer von
       Rostock [3][nach Paris] will, muss zugegebenermaßen etwas mehr Zeit
       einplanen. Aber auch diese Strecke bewältigt man an einem Tag. Und mal Hand
       aufs Herz: Rechnet man Anreise zum Airport, Check-in, Sicherheitskontrolle,
       Gepäckabfertigung zusammen, lässt man Nerven und vertrödelt viel Zeit.
       Fliegen ist schon lange nicht mehr schön.
       
       6 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://presseportal.greenpeace.de/265089-greenpeace-kerosinverbrauch-lasst-sich-um-ein-drittel-senken/
 (DIR) [2] /Konsequenzen-aus-dem-Irankrieg/!6172367
 (DIR) [3] /Verkehrswende-in-Paris/!6105200
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schmollack
       
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