# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Pakistan erwartet Unterhändler für Mittwoch
> In Islamabad werden die Sicherheitsvorkehrungen für Verhandlungen
> zwischen den USA und Iran verschärft. US-Präsident Trump steckt im
> Umfragetief.
(IMG) Bild: Ein Polizist geht vor der zweiten Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran in Islamabad an Hinweistafeln in der Nähe des Serena-Hotels vorbei
## AP-Informationen: Unterhändler für Mittwoch in Pakistan erwartet
Die USA und Iran haben nach Angaben aus Vermittlerkreisen die Anreise von
Delegationen für Gespräche über Irankrieg in Islamabad bestätigt. Wie der
Nachrichtenagentur AP mitgeteilt wurde, sollten US-Vizepräsident J. D.
Vance und Iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als
Delegationsleiter voraussichtlich am Mittwoch in der pakistanischen
Hauptstadt eintreffen. Das sei den Vermittlerstaaten, unter denen Pakistan
eine führende Rolle einnimmt, bestätigt worden. Das iranische
Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, bislang sei keine Delegation des
Landes nach Islamabad gereist. In Islamabad ist jedoch bereits spätestens
seit Sonntag eine erhebliche Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen zu
beobachten. (ap)
## Trump: Iran hat „zahlreiche Male“ gegen vereinbarte Feuerpause verstoßen
Einen Tag vor Ende der zweiwöchigen Waffenruhe in Irankrieg hat
US-Präsident Donald Trump Iranischen Seite vorgeworfen, wiederholt gegen
die getroffene Vereinbarung verstoßen zu haben. Die Islamische Republik
habe die Feuerpause „zahlreiche Male“ verletzt, erklärte Trump am Dienstag
in seinem Onlinedienst Truth Social. (afp)
## Libanon pocht auf Abzugs Israels und droht mit Konsequenzen
Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri warnt Israel vor
Konsequenzen, sollte sich seine Armee nicht aus dem Süden des Landes
zurückziehen. Wenn Israel seine Besatzung aufrechterhalte, werde es „jeden
Tag den Geruch des Widerstands riechen“, sagt der Verbündete der
Hisbollah-Miliz der Zeitung Al-Dschumhurija. Der israelische
Verteidigungsminister Israel Katz pocht unterdessen auf die Entwaffnung
der Hisbollah. Sollte die libanesische Regierung dies nicht umsetzen,
werde das israelische Militär seine Einsätze fortsetzen. Derzeit gilt eine
Waffenruhe. (rtr)
## Finanzminister: Irankonflikt kostet Frankreich bis zu 6 Milliarden Euro
Die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs schlagen in Frankreich mit
Kosten von 4 bis 6 Milliarden Euro zu Buche. Diese Zahlen nannte
Finanzminister Roland Lescure am Dienstag im Hörfunksender RTL. Seit Beginn
des Konflikts im Nahen Osten sind die Anleiherenditen stark gestiegen.
Allein die daraus resultierenden höheren Kreditkosten belasten den Etat
laut dem Minister mit zusätzlichen 3,6 Milliarden Euro. Premierminister
Sebastien Lecornu will am Abend neue Hilfen für die Verbraucher in Zeiten
der gestiegenen Energiepreise bekannt geben – insbesondere für Bürger, die
beruflich auf das Auto angewiesen sind. (rtr)
## Iran zeigt sich kriegsbereit: „Hölle“ für USA und Israel
Irans Militär hat sich vor dem Auslaufen der Waffenruhe bereit für eine
Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen Israel und die USA gezeigt. Das
Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen,
berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der
mächtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg
identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen
werde man eine „Hölle“ für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.
(dpa)
## Roter Halbmond: zwei Tote bei Angriff israelischer Siedler im
Westjordanland
Im von Israel besetzten Westjordanland sind nach Angaben von
Rettungskräften zwei Menschen durch Schüsse israelischer Siedler getötet
worden, darunter ein 13-jähriges Kind. Vier weitere Menschen seien bei dem
Angriff auf das Dorf Al-Mughadschir nahe der Stadt Ramallah verletzt
worden, erklärte der Rote Halbmond am Dienstag. Die Verletzten seien in
Krankenhäuser gebracht worden. Die israelische Armee äußerte sich auf
Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu dem Vorfall. (afp)
## Trump steckt in Umfragetief fest
US-Präsident Donald Trump kommt aus dem Umfragetief nicht heraus. 62
Prozent der Amerikaner und Amerikanerinnen sind demnach unzufrieden mit
seiner Arbeit, wie aus der am Dienstag veröffentlichten jüngsten Erhebung
der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos
hervorgeht. Weder sein Vorgehen in Iran noch seine Wutausbrüche gegen den
Papst oder die Nato-Verbündeten kommen bei der Mehrheit gut an. Zudem hegt
ein erheblicher Anteil der US-Bürger Zweifel an der geistigen Verfassung
und dem Temperament des 79-Jährigen.
Die Militärschläge gegen Iran befürwortet in der Umfrage nur eine
Minderheit von 36 Prozent. Lediglich 25 Prozent denken, dass die USA durch
die Angriffe ein sichereres Land würden. Nur 26 Prozent der Befragten
finden, dass die im Zuge des Kriegs gestiegenen Lebenshaltungskosten das
militärische Vorgehen gegen Iran rechtfertigen. Entsprechend sind genauso
wenige Amerikaner von Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten überzeugt.
Auch Trumps Drohung, die USA aus der Nato zu holen, stößt auf wenig
Verständnis. Nur 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer befürworten einen
Austritt aus der Militärallianz. (rtr)
## Libanon meldet massive Schäden an Brücken
Im Libanon sind seit dem Wiederaufflammen des Kriegs zischen der
Schiitenmiliz Hisbollah und Israel 15 Brücken beschädigt oder zerstört
worden. Der Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Fajes Rasamni,
sagte am Dienstag dem Fernsehsender LBC, der Regierung liege noch keine
endgültige Schätzung [1][über das Ausmaß der Schäden in dem fast
siebenwöchigen Krieg] vor. Der Minister nannte eine Summe zwischen 7 und 8
Milliarden Dollar. (ap)
## EU-Kommissar: EU will verstärkt Kerosin aus den USA kaufen
Angesichts von Warnungen vor Engpässen hat EU-Verkehrskommissar Apostolos
Tzitzikostas eine verstärkte Beschaffung von Kerosin aus den USA ins Spiel
gebracht. „Wir arbeiten daran, eine alternative Versorgung Europas mit
Flugkraftstoff zu sichern, etwa mit Treibstoff vom Typ A aus den USA“,
sagte Tzitzikostas nach einer Videokonferenz der EU-Verkehrsminister am
Dienstag. Die Kommission will am Mittwoch ein Paket für [2][Wege aus der
Energiekrise] vorlegen. US-Treibstoff vom Typ A ist in der EU bisher nicht
zugelassen. Die Kommission prüfe derzeit, welche Voraussetzungen es für
eine zeitnahe Zulassung in der EU gebe, erklärte Tzitzikostas. Danach werde
die Kommission eine Entscheidung treffen. (afp)
## DIHK warnt vor „immensen Kostensteigerungen“ durch Irankrieg
Der Krieg in Iran setzt nach Angaben der Deutschen Industrie- und
Handelskammer (DIHK) in der deutschen Wirtschaft eine „spürbare
Kettenreaktion“ in Gang, mit „immensen Kostensteigerungen“ bei Firmen.
Sprunghafte Preissteigerungen und täglich wechselnde Einkaufspreise machten
es nahezu unmöglich, auf Basis verlässlicher Kalkulationen zu planen. In
einer DIHK-Blitzumfrage unter rund 2.400 Betrieben berichten demnach 83
Prozent der Firmen von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte, in der
Industrie sind es 87 Prozent. Als häufigste Belastung nennen die
Unternehmen gestiegene Fracht- und Transportkosten (73 Prozent) sowie
höhere Preise für Energie (71 Prozent). Zudem melden 58 Prozent der
Betriebe steigende Rohstoff- und Materialpreise. (dpa)
## Kondom-Hersteller Karex kündigt Preiserhöhung wegen Irankrieg an
Der weltgrößte Kondomhersteller Karex will wegen gestörter Lieferketten
infolge des Irankriegs die Preise um 20 bis 30 Prozent anheben. „Die Lage
ist definitiv sehr heikel, die Preise sind hoch. (…) Wir haben keine andere
Wahl, als die Kosten jetzt an die Kunden weiterzugeben“, sagte Firmenchef
Goh Miah Kiat am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Nachfrage
nach Kondomen sei in diesem Jahr um rund 30 Prozent gestiegen, da viele
Kunden wegen hoher Frachtkosten und Lieferverzögerungen nur noch geringe
Lagerbestände hätten. Zudem seien die Kosten für Rohstoffe wie
synthetischen Kautschuk, Verpackungsmaterial und Silikonöl gestiegen. Das
malaysische Unternehmen produziert jährlich mehr als fünf Milliarden
Kondome und beliefert bekannte Marken wie Durex und Trojan sowie staatliche
Gesundheitssysteme und UN-Hilfsprogramme. Sollten die Probleme in den
Lieferketten andauern, seien weitere Preiserhöhungen möglich, sagte der
Firmenchef. (rtr)
## Nationaler Sicherheitsrat sieht keine Treibstoffnotlage
Der Nationale Sicherheitsrat hat sich mit der Energiekrise infolge des
Irankriegs befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit keine
Versorgungsnotlage für Treibstoff gibt. Die Vorräte gerade an Kerosin seien
als „für eine absehbare Zeit“ ausreichend erachtet worden, erfuhr die
Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Es gebe außerdem
„Raffinerieoptionen“, die eine schnelle Reaktion auf möglicherweise
auftretende Lücken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am
Montagabend stattfand. Man sei sich allerdings der „angespannten Situation“
bewusst und werde die Lage weiter intensiv beobachten. Dazu werde die
bereits bestehende Task Force Energieversorgung ausgeweitet und in einen
Staatssekretärsausschuss umgewandelt. (dpa)
## Unsicherheit über Iran-Gespräche – Islamabad trifft Vorkehrungen
Ob die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Gespräche über Irankrieg
in Pakistan zustandekommen, ist auch am Dienstag vorerst weiter unklar.
Iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf weckte in einem
Beitrag auf der Plattform X zuletzt neue Zweifel an der Anreise einer
Delegation seines Landes. Unter dem Eindruck von Drohungen werde Teheran
keine Verhandlungen akzeptieren. Er warf den USA vor, von Iran praktisch
eine Kapitulation zu verlangen, allerdings sei man in Teheran darauf
vorbereitet, neue Mittel auf dem Schlachtfeld auszuspielen. Ghalibaf hatte
die iranische Delegation bei der ersten Gesprächsrunde in Pakistan
angeführt. Auch das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag,
[3][bislang sei keine Delegation nach Islamabad gereist]. Kürzlich hatte
die US-Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs am Wochenende die
Spannungen erneut verschärft.
Trump sandte zuletzt gemischte Botschaften aus, wie sich der Konflikt
weiterentwickeln könnte. Er deutete an, dass er noch immer damit rechne,
seine Unterhändler nach Islamabad zu schicken, machte aber zugleich
deutlich, dass er es nicht eilig habe, den Krieg zu beenden. Eine
Verlängerung der Waffenruhe mit Iran bezeichnete er in einem Interview mit
der Nachrichtenagentur Bloomberg als „höchst unwahrscheinlich“. Doch selbst
die Frage, wann genau diese ausläuft, war von Unklarheiten umgeben. (ap)
## Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf
Die Bundesregierung fordert von der politischen Führung in Teheran ein
Eingehen auf das Gesprächsangebot der USA. „Wir rufen Iran jetzt dringend
dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten
Staaten von Amerika zu verhandeln“, sagte Außenminister Johann Wadephul am
Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg. Es gebe eine
ausgestreckte Hand der Amerikaner, die im Interesse der eigenen Bevölkerung
ergriffen werden sollte. Man wisse, dass der amerikanische Vizepräsident J.
D. Vance bereit sei, für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt
Islamabad zu reisen.
Mit Blick auf die US-Regierung sagte Wadephul, er könne die amerikanische
Seite nur auffordern, weiter die Offenheit für Verhandlungen mit Iran zu
zeigen. „Ich glaube, es gibt nach wie vor ein Fenster der Möglichkeiten,
diesen Krieg durch Verhandlungen zu beenden“, betonte er. Der Krieg gehe
bald in den dritten Monat und man habe ein Interesse, dass der Konflikt
rasch gelöst werden könne. Wadephul kritisierte zudem die iranische
Blockade der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel. „Wir
fordern Iran dazu auf, die freie und sichere Schifffahrt durch die Straße
von Hormus unverzüglich wiederherzustellen“, sagte er. Als Europäer teile
man dieses Ziel mit den Partnern am Golf und stehe bereit, nach Ende der
Auseinandersetzung die Lage abzusichern. (dpa)
## Wadephul bekräftigt deutsches Nein zu Aussetzung von
EU-Assoziierungsabkommen mit Israel
Angesichts neuer Forderungen, das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel zu
beenden, hat Bundesaußenminister Johann Wadephul die deutsche Ablehnung
eines solchen Schritts bekräftigt. „So etwas halten wir für unangebracht“,
sagte Wadephul am Dienstag vor einem Treffen mit EU-Kollegen in Luxemburg.
Zwar müsse über „die kritischen Fragen“ mit Israel gesprochen werden, dies
solle aber im „konstruktiven Dialog“ geschehen.
Spanien, Irland und Slowenien hatten zuvor eine Aufkündigung des
EU-Assoziierungsabkommens mit Israel auf die Agenda des
Außenministertreffens gesetzt. Mehrere EU-Mitglieder hatten sich bereits im
vergangenen Jahr angesichts Israels Vorgehen im Gaza-Krieg für einen
solchen Schritt ausgesprochen. Zu einem Beschluss kam es jedoch nie. Die
israelische Invasion des Libanon und ein neues Gesetz zur Einführung der
Todesstrafe für Palästinenser im Westjordanland führten nun dazu, dass das
Thema wieder aufgegriffen wurde. (afp)
## Erstmals wieder Inlandsflüge in Iran nach mehr als 50 Tagen
Nach mehr als 50 Tagen will Iran den Luftverkehr im Inland wieder
aufnehmen. Erstmals nach Kriegsbeginn sei am Mittwoch wieder ein Flug der
staatlichen Fluggesellschaft Iran Air aus der Hauptstadt Teheran in die
nordöstliche Millionenmetropole Maschhad geplant, hieß es in
übereinstimmenIranischen Medienberichten. Die Maschine soll danach
Passagiere aus Maschhad zurück nach Teheran fliegen. Im Krieg waren in Iran
Dutzende Passagierflugzeuge außer Betrieb genommen worden, wie die Zeitung
Shargh jüngst berichtete. Sieben Flughäfen seien Ziel der
israelisch-amerikanischen Bombardierungen geworden. Die größten Schäden
entstanden demnach an den Flughäfen Mehrabad in Teheran sowie in der
nordwestlichen Metropole Tabris. Besonders betroffen waren die Airlines
Mahan Air und Iran Air. (dpa)
## Nicaraguas Präsident Ortega nennt Trump „geistig verwirrt“
Der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega hat US-Präsident Donald Trump
wegen des Irankriegs vorgeworfen, „geistig verwirrt“ zu sein. „Ein Krieg,
der so geführt wird, wie es der US-Präsident derzeit tut, ist typisch für
jemanden, der den Verstand verloren hat und denkt, er könne alles tun, was
er will – jede Art von Grausamkeit“, sagte Ortega während einer
Veranstaltung in der Hauptstadt Managua am Montag (Ortszeit). Bei Trump
gebe es „ein Problem geistiger Instabilität“, führte Ortega weiter aus.
„Wie wir hier sagen: Er hat seinen Verstand verloren.“
Ortega kritisierte Trump auch für ein unlängst auf dessen Plattform Truth
Social gepostes Bild, das den US-Präsidenten als Jesus darstellt, der einen
Kranken heilt. „Wie viele hat er tatsächlich geheilt?“, fragte Ortega. „Die
Menschen werden ihn zur Rechenschaft ziehen und herausfinden, wie viele er
getötet hat.“ Der 80-jährige frühere Guerilla Ortega kam 2007 in Nicaragua
an die Macht und regiert das Land zunehmend autoritär. Washington wirft ihm
vor, die Opposition zu unterdrücken und das Land ganz auf sich
zugeschnitten zu haben. Bislang hatte sich Ortega zum Irankrieg eher
zurückhaltend geäußert. (afp)
## China: Kritische Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden
China hat kurz vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen Iran
und den USA auf weitere Verhandlungen gedrungen. Es handele sich derzeit um
eine kritische Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden, sagte Guo Jiakun,
ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Es sei nun umso wichtiger,
„dass alle Parteien größte Aufrichtigkeit zeigen, sich weiterhin für eine
politische Lösung einsetzen und die Dynamik der Waffenruhe und der
Verhandlungen aufrechterhalten“. Staatschef Xi Jinping hatte am Montag die
Öffnung der Straße von Hormus gefordert. (ap)
## Erheblich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad
Inmitten der Spekulationen über das Zustandekommen einer zweiten
Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran sind die Sicherheitsvorkehrungen
in Islamabad weiter verschärft worden. Zeugen und Behördenvertreter
berichteten der Nachrichtenagentur AP am Dienstag vom Einsatz Tausender
Sicherheitskräfte in der pakistanischen Hauptstadt. Die Vorkehrungen
wirkten strenger als noch beim ersten Treffen der Kriegsgegner am 11. und
12. April. Allerdings hat Teheran eine Teilnahme an erneuten Verhandlungen,
die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, bislang nicht bestätigt.
Auch Pakistan hat noch keinen Termin für ein Treffen bekanntgegeben. (ap)
## Israel: Hisbollah-Chef wird „mit seinem Kopf bezahlen“
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der
israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs
gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Minister
Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen
Soldatengedenktag. Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der
libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach
Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Die Hisbollah habe Israel „im
Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen“ und werde dafür den Preis
zahlen. „Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie
abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023
zurückkehren“, sagte Katz demnach. (dpa)
## Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten
Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres
Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar
vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete
die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach
vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak
in Brand gesetzt zu haben. (dpa)
## Pakistan und Ägypten tauschen sich zu Vermittlungsbemühungen aus
Pakistans Außenminister Ishaq Dar hat sich im Ringen um eine weitere
Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran mit seinem ägyptischen
Amtskollegen Badr Abdel-Atti ausgetauscht. Das pakistanische
Außenministerium teilte am Dienstag mit, beide hätten die Bedeutung von
Dialog und Zusammenarbeit für Frieden und Stabilität betont und vereinbart,
in engem Kontakt zu bleiben. Details wurden in der Mitteilung nicht
genannt. (ap)
## Iran droht mit „entscheidender Antwort“ bei Angriffen
Die iranischen Streitkräfte sind nach den Worten eines hochrangigen
Militärkommandeurs zu einer „sofortigen und entscheidenden Antwort“ auf
jede erneute feindselige Handlung ihrer Gegner bereit. Teheran behalte auf
militärischem Gebiet die Oberhand, einschließlich der Kontrolle über die
Straße von Hormus, zitiert die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim den
Kommandeur des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, Ali Abdollahi.
Man werde dem US-Präsidenten nicht erlauben, „falsche Narrative über die
Lage vor Ort zu schaffen“. (rtr)
## AP-Informationen: Iran gewährt Milizen im Irak mehr Autonomie
Iran hat verbündeten Milizen im Irak mehr Autonomie gewährt. Wie die
Nachrichtenagentur AP aus Behörden- und Milizkreisen erfuhr, sollen einige
militante Gruppen inzwischen Einsätze eigenständig planen dürfen, die zuvor
eng mit Teheran abgestimmt wurden. Hintergrund seien die Belastungen durch
den Krieg mit den USA und Israel. Viele vom Iran unterstützte Milizen
werden über den irakischen Staatshaushalt finanziert und sind in den
Sicherheitsapparat eingebunden. Die USA und andere Staaten kritisieren das
seit Langem und werfen Bagdad vor, nicht entschlossen genug gegen Gruppen
vorzugehen, die immer wieder Angriffe auf US-Interessen und Länder in der
Region verüben. (ap)
## Trumps „Friedensrat“ spricht mit DP World über Logistik für Gaza
Vertreter des von US-Präsident Donald Trump gegründeten „Board of Peace“
führen einem Bericht der Financial Times zufolge Gespräche mit dem
staatlichen Logistikkonzern DP World aus Dubai. Dabei gehe es um die
Verwaltung von Lieferketten für Hilfsgüter und den möglichen Bau eines
neuen Hafens im Gazastreifen, meldet die Zeitung unter Berufung auf
Insider. DP World und das Weiße Haus waren für eine Stellungnahme zunächst
nicht zu erreichen. (rtr)
## US-Vertreter: Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington am
Donnerstag
Am Donnerstag finden in Washington nach Angaben eines US-Vertreters erneut
Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanon statt. „Wir werden
weiterhin direkte Gespräche in gutem Glauben zwischen den beiden
Regierungen erleichtern“, sagte der Verteter des US-Außenministeriums am
Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Gespräche sollen demnach im
US-Außenministerium in Washington stattfinden, erneut auf Botschafterebene.
(afp)
## Trump: Bergung von Uran aus Iran wird „langer und schwieriger Prozess“
sein
US-Präsident Donald Trump hat einen langwierigen Prozess zur Bergung von
Uran aus Iran angekündigt. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im
Juni des vergangenen Jahres hätten eine „komplette und totale Auslöschung“
der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in
seinem Onlinedienst Truth Social. „Daher wird es ein langer und schwieriger
Prozess sein, das wieder auszugraben“, fügte er mit Blick auf das Uran
hinzu.
Trump will das iranische Uran nach einem Friedensabkommen mit Iran in die
USA bringen. Washington werde Teheran dabei helfen, das angereicherte Uran
aus den im vergangenen Juni getroffenen iranischen Atomanlagen zu bergen,
erklärte Trump vergangene Woche. Iran hatte eine angebliche Bereitschaft
zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit
den USA am Freitag allerdings dementiert. „Irans angereichertes Uran wird
nirgendwohin transferiert“, sagte der Sprecher des iranischen
Außenministeriums, Esmail Bakaei. (afp)
## Leavitt: USA waren einem guten Deal mit Iran nie näher
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht
sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit Iran
näher denn je. „Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie
jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz
zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat“,
sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox
News. Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident
Donald Trump später aufgekündigt hatte. Die USA stünden kurz vor einer
Einigung, sagte Leavitt weiter. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, habe
der Präsident mehrere Optionen zur Verfügung, „von denen er ohne zu zögern
Gebrauch machen wird.“ Trump habe zuvor gezeigt, dass er seinen Worten
Taten folgen lasse. (dpa)
## Optimismus an Börsen in Ostasien hält an
Die Börsenkurse in Ostasien sind vor Ablauf der derzeitigen Waffenruhe in
Iran erneut gestiegen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte eine
Stunde nach Handelsstart um rund 2 Prozent. Damit rangiert er derzeit sogar
höher als noch zu Beginn des aktuellen Irankriegs Ende Februar. Der
japanische Nikkei 225 stieg zum selben Zeitpunkt – 10 Uhr morgens Ortszeit
– um knapp 1,2 Prozent. (dpa)
## Iran: Trump will Verhandlungstisch in „Kapitulationstisch“ verwandeln
Der Iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher
Ghalibaf schrieb auf X, Teheran akzeptiere keine Verhandlungen mit den USA
unter Drohungen. US-Präsident Donald Trump versuche, den Verhandlungstisch
in einen „Kapitulationstisch“ zu verwandeln, fügte er hinzu. (rtr)
## Trump: Blockade iranischer Häfen wird erst nach „Deal“ mit Iran
aufgehoben
Die USA werden die Blockade iranischer Häfen nach den Worten von Präsident
Donald Trump nur im Falle eines Abkommens mit Iran aufheben. Die Blockade
„zerstört Iran völlig“, schrieb Trump am Montag in Onlinenetzwerken. „Sie
verlieren 500 Millionen Dollar pro Tag, eine Summe, die selbst kurzfristig
untragbar ist“, fuhr er fort. Die Blockade werde erst aufgehoben, wenn
Teheran einem „Deal“ zur Beendigung des Krieges zugestimmt habe. (afp)
## Libanon meldet Verletzte nach israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff im Libanon sind nach Behördenangaben trotz
einer geltenden Waffenruhe mehrere Menschen verletzt worden. Das
Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Beirut meldete, dass bei einem
Angriff in der Provinz Nabatija im Südlibanon sechs Menschen verletzt
wurden. Ein israelischer Armeesprecher dementierte den Angriff. Er sagte,
man habe keine Informationen zu einem solchen Angriff Israels. Seit
vergangener Woche gilt nach mehr als sechs Wochen Krieg eine Waffenruhe
zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. In der aktuellen Vereinbarung
heißt es, Israel soll zwar „offensive“ Einsätze gegen Ziele im Libanon
unterlassen, das Land darf sich jedoch gegen geplante, unmittelbar
bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. (dpa)
## US-Militär hat 27 iranische Schiffe zurückgeschickt
Das US-Militär hat im Rahmen der Blockade iranischer Häfen nach eigenen
Angaben 27 Schiffe zurückbeordert. Die Blockade konzentriere sich auf
Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, teilte das Militär am
Montag mit. Am Wochenende hatten US-Streitkräfte ein iranisches
Frachtschiff beschlagnahmt. (ap)
## Merz: Wohl nur Rutte und ich können noch gut mit Trump reden
Bundeskanzler Friedrich Merz geht nach eigenen Worten davon aus, dass er
zu den wenigen Personen in Europa gehört, die noch offen mit US-Präsident
Donald Trump reden können. „Wahrscheinlich sind (Nato-Generalsekretär) Mark
Rutte und ich zurzeit die einzigen, die relativ vertrauensvoll und gut mit
ihm sprechen können“, sagt Merz auf dem Jahresempfang des Bundesverbandes
deutscher Banken (BdB) in Berlin. „Andere haben, aus welchen Gründen auch
immer, vielleicht mehr Probleme mit ihm.“ Er versuche, ein gutes
persönliches Verhältnis zu erhalten. Trump sei nun einmal US-Präsident.
„Und der deutsche Bundeskanzler muss mit jedem Präsidenten der Vereinigten
Staaten von Amerika versuchen, vernünftig auszukommen.“ Er habe Zugang zu
Trump – „jedenfalls, wenn die Türen geschlossen sind und die Presse nicht
mehr dabei ist, wird es besser. Aber es ist immer noch nicht gut. Es ist
halt schwierig.“ (rtr)
## US-Vize Vance offenbar noch in Washington
US-Vizepräsident J. D. Vance befindet sich offenbar nicht auf dem Weg zu
Gesprächen über ein Ende des Irankriegs in Pakistan. Seine Wagenkolonne
fuhr am späten Montagvormittag (Ortszeit) am Weißen Haus vor. Das bedeutet,
dass Vance die USA nicht für Gespräche in Islamabad verlassen hat. (ap)
21 Apr 2026
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