# taz.de -- Folgen des Irankriegs: Spritflation drückt auf Kauflaune
       
       > Die Konsumbereitschaft in Deutschland ist so niedrig wie seit Anfang 2023
       > nicht mehr. Nicht nur die Inflation bereitet den Menschen Sorgen.
       
 (IMG) Bild: Viel Geld für teure Einkäufe in schicken Kaufhäusern wie Ludwig Beck ausgeben? Das wollen immer weniger Menschen in Deutschland
       
       Die [1][Folgen des Irankriegs] drücken zunehmend auf die Kauflaune und
       damit auf die Nachfrage auf dem deutschen Markt. Die Konsumneigung der
       Menschen hierzulande ist mittlerweile so schlecht wie seit Anfang 2023
       nicht mehr. Dies [2][teilten die Marktforschenden vom Nürnberg Institut für
       Marktentscheidungen (NIM) am Montag mit]. „Die Einkommenserwartungen
       brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein“, erklärte
       NIM-Experte Rolf Bürkl. So erachteten die Menschen auch den Zeitpunkt für
       größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig. Die Binnennachfrage gilt
       als wichtiger Indikator für die Konjunktur.
       
       Auch Anfang 2023 drückte die Inflation auf die Stimmung der Menschen im
       Land. Damals stiegen die Energiepreise im Zuge des russischen Angriffs auf
       die Ukraine. Nun verknappt der Krieg der Regierungen der USA und Israels
       gegen das iranische Regime rund um die Straße von Hormus das globale
       Angebot an fossilen Energieträgern, hierzulande haben die Mineralölkonzerne
       daraufhin besonders die Spritpreise erhöht.
       
       Die NIM-Einschätzung zum Konsumklima beruht auf 2.000 Interviews mit
       Verbraucher*innen, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden.
       Für die aktuelle Erhebung fanden die Gespräche vom 2. bis zum 13. April.
       Demnach sorgen sich die Menschen nicht allein vor steigenden Preisen,
       sondern auch vor Folgen der gestiegenen Benzinpreise auf die Konjunktur.
       
       Diese Sorgen werden von Ökonom*innen geteilt. Zuletzt senkte auch die
       Bundesregierung ihre Konjunkturerwartungen deutlich. Demnach geht sie davon
       aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 0,5 Prozent wachsen wird. Im
       Januar, also vor dem Beginn des Krieges, prognostizierte sie noch 1,0
       Prozent. Dabei geht die Bundesregierung von einer [3][Inflationsrate von im
       Schnitt 2,7 Prozent] in diesem Jahr aus. Diesen Wert hat die Teuerung
       bereits im März erreicht, nachdem sie im Februar noch bei 1,9 Prozent lag.
       
       ## EZB könnte mit Zinsanhebung reagieren
       
       Legt die Inflationsrate zu, wird auch ein Eingreifen der [4][Europäischen
       Zentralbank (EZB)] wahrscheinlicher, die ein Inflationsziel von rund 2,0
       Prozent verfolgt; sie könnte mit höheren Zinsen reagieren. Dies würde die
       Konjunktur zusätzlich bremsen.
       
       27 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /-Nachrichten-im-Irankrieg-Verbrau/!6174258
 (DIR) [2] https://www.nim.org/konsumklima#c8982
 (DIR) [3] /IWF-senkt-Wachstumsprognosen/!6171032
 (DIR) [4] /Zinsentscheide/!6163988
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simon Poelchau
       
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