# taz.de -- Wahlausgang in Budapest: Rechter Star verglüht
> Viktor Orbán hat die Parlamentswahl in Ungarn verloren. Die Rechten in
> Frankreich, Polen und Italien werden ihr Playbook ändern müssen.
(IMG) Bild: Plakat des abgewählten ungarischen Regierungsschefs Viktor Orbán in Budapest
Die Stoßseufzer der Erleichterung waren an diesem Sonntagabend [1][in
weiten Teilen Europas] nicht zu überhören. EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen gehörte zu den ersten, die den ungarischen Wahlsieger der
Parlamentswahlen Péter Magyar beglückwünschten. Auch Kanzler Friedrich Merz
ließ mit seiner Reaktion nicht lange auf sich warten.
Viktor Orbán, der Mann, [2][der unzählige EU-Gipfel sabotierte], wenn es um
Sanktionen gegen Russland ging, der Mann, der mit Tricks aus dem Saal
gelockt werden musste, damit die nächste Tranche an Ukraine-Hilfen
freigegeben werden konnte, und der nun seit Wochen einen Milliardenkredit
an das Land im Krieg blockiert, dieser Mann wandert nun auf die
Oppositionsbank in Ungarn.
Wird die EU mit Magyar also wieder handlungsfähig in der Außen- und
Sicherheitspolitik? Die Hoffnung ist jedenfalls groß, mit historischen
Superlativen wird nicht gespart. Von einer historischen Chance für Ungarn
und Europa ist die Rede und von einer schweren Niederlage für den
Rechtspopulismus. Orbán war und ist ein Star unter den Rechten in
Frankreich, in der Slowakei, in Tschechien, Polen, Deutschland. Er machte
nie einen Hehl daraus, dass er Russlands Machthaber Wladimir Putin deutlich
näher steht als dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Die russische Propagandamaschine lief dementsprechend heiß im Wahlkampf.
Mittendrin tauchten gar Videos auf, in denen ukrainischen Geflüchteten ein
Anschlag auf Orbán angehängt wird. Alles fake und offenbar verbreitet von
einem russischen Bot-Netzwerk, eine Desinformationskampagne auf höchstem
Level.
Auch aus dem Weißen Haus mangelte es nicht an Schützenhilfe. Direkt nach
der Münchner Sicherheitskonferenz tauchte US-Außenminister Marco Rubio in
Budapest auf, wenige Tage vor der [3][Wahl Vizepräsident J. D. Vance.]
Orbán war mehrfach zu Besuch in der Luxusresidenz des US-Präsidenten in
Mar-a-Lago. Nach diesem Wahlsonntag zeigt sich aber, dass der ungarische
Posterboy der Rechten doch nicht so fest im politischen Sattel saß wie
gehofft. Die „Hilfe“ aus Übersee wurde zum Bumerang.
Und nun? Dass das 16 Jahre dauernde Machtregime Orbáns zu Ende ist, ist
mehr als ein Warnsignal an die destruktiven Kräfte in Europa. Es ist auch
klares Nein aus der Bevölkerung Richtung Moskau und Washington. Vorerst.
2027 wird ein Superwahljahr in Europa mit richtungsweisenden
Neuaufstellungen in schwergewichtigen Parlamenten. Das Playbook der Rechten
in Frankreich, Polen, Italien wird sich neu schreiben. Das Wahlergebnis in
Ungarn ist derzeit nicht mehr als eine Verschnaufpause.
14 Apr 2026
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(DIR) Tanja Tricarico
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