# taz.de -- Wahlkampf in Trier: Kanzler will die letzte Ampel abschaffen
> Beim politischen Aschermittwoch in Trier wirbt Kanzler Merz für einen
> Machtwechsel in Rheinland-Pfalz. Spitzenkandidat Schnieder teilt nach
> links aus.
(IMG) Bild: Der unermüdliche Kämpfer für die Sache: Friedrich Merz für Schnieder
Gut einen Monat vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat Trier
prominenten Besuch bekommen: Zum politischen Aschermittwoch der Landes-CDU
reiste Bundeskanzler Friedrich Merz an die Mosel. Bei seinem Auftritt am
Mittwochabend machte er sich für seinen Parteikollegen und Spitzenkandidat
Gordon Schnieder stark. „Ich möchte, dass nach dieser Landtagswahl eine
Landesregierung unter Führung von Schnieder ins Amt kommt“, so der Kanzler
in der Trierer Europahalle. [1][„Damit wird die letzte Ampel der
Bundesrepublik Deutschland Geschichte.“]
Traditionell ist Rheinland-Pfalz SPD-Land, seit 35 Jahren regiert die
Partei im Bundesland. Doch das könnte sich bald ändern: Laut aktuellen
Umfragen liegt der amtierende Ministerpräsident [2][Alexander Schweitzer]
knapp hinter Schnieder. Im Juli 2024 hatte SPD-Politiker Schweitzer als
Nachfolger von Malu Dreyer das Amt übernommen und war damit an die Spitze
der aktuellen Ampelkoalition getreten.
Sein Gegenkandidat, der 50-jährige Schnieder, ist seit 2016 Abgeordneter im
Landtag von Rheinland-Pfalz und seit April 2023 als Fraktionsvorsitzender
Oppositionsführer. Seit September 2024 ist er zudem Landesvorsitzender der
CDU Rheinland-Pfalz. Es ginge seiner Partei darum, dass das Bundesland
wieder zu einem Land werde „das funktioniert“, so Schnieder zu den 1.100
Menschen in der Halle. In den Bereichen Wirtschaft und Bildung sei
Rheinland-Pfalz mittlerweile ein „Absteigerland“. Er wolle kein Land mehr
als „ideologisches Experimentierfeld“, sondern ein wirtschaftsstarkes,
sicheres, modernes Land – „mit den besten Bildungschancen für unsere
Kinder“.
Laut Wahlprogramm soll dazu eine neue Stabsstelle in der Staatskanzlei
eingerichtet werden, verbindliche Fristen für den Bürokratieabbau
eingeführt und über Anträge schneller entschieden werden. Die Sorgen der
Menschen seien real: „Da reicht auch Dauerpräsenz in Talkshows nicht aus“,
so Schnieder als Seitenhieb gegen seinen Konkurrenten Schweitzer. Man müsse
hart für den Mittelstand arbeiten, der viel für das Land leiste. Zudem
wolle man kein Land sein, das „Klimaschutz als ideologischen Sonderweg“
betreibe.
## Merz fordert Handyverbot an Schulen
Schnieders Fokus auf Wirtschaft ist im Wahlkampf sichtbar: Er führt
regelmäßig Gespräche mit Unternehmer*innen und besucht Betriebe sowie
Fabriken. Auch am Mittwochabend wurden neben Politiker*innen aus dem
benachbarten Luxemburg, Vertreter der Sparkasse Trier, Unternehmer und
Geschäftsführer einzeln auf der Bühne begrüßt.
Schnieder forderte am Mittwochabend außerdem eine „klare Abgrenzung von
Extremisten“ – nach rechts und nach links. Von SPD-Kandidat Schweitzer
verlangte er, sich von der Linkspartei zu distanzieren und keine
Zusammenarbeit mit ihr einzugehen. Zudem sprach Schnieder von einem offen
propagierten „Judenhass unter Linken“ sowie von einem „zugewanderten
Antisemitismus in diesem Land“. Auch der Kanzler sprach von einem
„Linksruck“, und fand zusätzlich Worte gegen die AfD: Das europäische Erbe
werde leichtfertig von diesen Populisten verspielt. „Das dürfen wir niemals
vergessen.“
Der Bundeskanzler machte sich in Trier kurz vor dem Bundesparteitag auch
für ein [3][Handyverbot an Schulen] stark. Er habe vollkommen unterschätzt,
was mit Algorithmen und KI möglich sei. „Dagegen müssen wir uns in Wehr
setzen.“ Doch er wolle noch mehr: „Ich möchte Klarnamen im Internet sehen.
Ich möchte wissen, wer sich da zu Wort meldet“, sagte Merz. Die Verfechter
der Anonymität im Internet seien „häufig genug Leute, die im Schatten der
Anonymität größtmögliche Transparenz von anderen fordern“, kritisierte der
Kanzler.
Am 22. März wählen die Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz den 19.
Landtag. Im aktuellen [4][Rheinland-Pfalz-Trend] liegt die CDU mit 29
Prozent als stärkste Kraft vorne. Die SPD von Ministerpräsident Alexander
Schweitzer legt leicht zu und erreicht 26 Prozent, bleibt jedoch weiterhin
klar unter ihrem Ergebnis der Landtagswahl 2021, bei der sie 35,7 Prozent
holte.
19 Feb 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Yağmur Ekim Çay
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