# taz.de -- Olympiaproteste in Mailand: IOC, ICE? Nein, danke: CIO!
       
       > In Mailand eskalieren die Anti-Olympia-Proteste und werden
       > niedergeschlagen. Derweil formiert sich eine antinationale Bewegung für
       > guten Sport.
       
 (IMG) Bild: Kein Eis in Mailand? Auf der Bobbahn und in der Gelateria schon. Protestnote bei Olympia
       
       „Feinde Italiens“ seien da am Werk gewesen. So kommentierte die
       italienische Ministerpräsidentin [1][Giorgia Meloni auf Instagram] Bilder,
       die zeigen, wie Demonstrierende am Samstagabend in Mailand mit
       Feuerwerksraketen auf Polizeibeamte geschossen haben. Die kriegerischen
       Bilder entstanden im Anschluss an eine Demonstration von
       Olympiagegnerinnen, die unweit des olympischen Dorfes durch die Straßen im
       Süden der Stadt gezogen sind.
       
       [2][Bis zu 5.000 Leute sollen da gewesen sein]. Am Ende kam es zu
       Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einem kleinen Teil der
       Protestierenden, der sich mit Helmen und Pyros gut gerüstet hatte. Die
       Polizei reagierte mit massivem Tränengaseinsatz und brachte einen
       Wasserwerfer in Stellung. Etliche Protestierende wurden in Gewahrsam
       genommen.
       
       „Wir sprechen hier von Kriminellen“, [3][meinte Attilio Fontana], der
       Präsident der Provinz Lombardei, angesichts der Bilder von der Demo, und
       verurteilte all diejenigen scharf, die Anti-Olympia-Proteste unterstützen.
       Die werden in der Tat nicht nur von radikalen Kräften getragen. Auf der
       Kundgebung, die dem Demonstrationszug vorausgegangen war, hatte sich ein
       buntes Protestpublikum versammelt, das von propalästinensischen
       Daueraktivisten bis hin zu naturliebenden Umweltfreundinnen reichte.
       
       ## Gentrifizierung und Vertreibung durch Olympia
       
       Ein Künstlerkollektiv hatte eine „Ode an die Berge“ verfasst, das die
       versammelte Demogesellschaft gemeinsam rezitiert hat. „Ich höre das
       Plätschern des schmelzenden Gletscherwassers“, lautet ein Vers der Ode. Die
       Liebe zu den Bergen spricht aus diesen Zeilen. Und auch wenn man der
       typischen „Reclaim the streets“-Parolen linker Aktivistinnen müde sein mag,
       sind deren Hinweise auf die Folgen von Gentrifizierung und Vertreibung der
       eingesessenen Bevölkerung durch Großprojekte wie Olympische Spiele sicher
       berechtigt.
       
       Federführend bei den Protesten in Mailand, zu der auch ein alternativer
       Lichterlauf mit bengalischen Fackeln in der Nähe des
       Giuseppe-Meazza-Stadions am Tag der Eröffnungsfeier gehörte, ist ein
       Kollektiv, das sich CIO nennt. Die Abkürzung steht nicht wie im offiziellen
       Olympia für das IOC. Es bedeutet „Komitee für nichtnachhaltige Spiele“. Das
       veranstaltet in einer besetzten Riesenarena, die mal Sportevents vor über
       10.000 Leuten beherbergt hat, bevor man sie dem Verfall preisgegeben hat,
       gerade alternative Sportspiele. Nationalismus und übersteigerte
       Italienliebe wird man da nicht finden. Schön eigentlich.
       
       8 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.instagram.com/giorgiameloni/
 (DIR) [2] https://www.wort.lu/video/zusammenstoesse-bei-protest-gegen-olympia-in-mailand/130197534.html
 (DIR) [3] https://www.instagram.com/fontanaufficiale/?hl=de
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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       Vance.