# taz.de -- CDU-Streit über Klimaschutz: Die Vollkatastrophe verhindert
> Die CDU-Parteispitze hat sich gegen eine Entkernung der Klimaziele
> gestellt. Das zeigt: Klimaschützer haben in der Partei immer noch
> Einfluss.
(IMG) Bild: NRW-Minister Karl-Josef Laumann (CDU): er hat als Klimaschützer in der Partei immer noch Einfluss
Immerhin Vollkatastrophen können Klimapolitiker*innen innerhalb der
CDU noch abwenden. Das haben sie am Montag [1][wieder] gezeigt: Ein Antrag
von Wirtschafts- und Arbeitnehmer*innenflügel der Union für den
Parteitag im Februar hätte eine dramatische klimapolitische Kehrtwende
bedeutet. Die CDU-Position zum Klimaschutz wäre schwächer gewesen als die
von Staaten wie Indien und Saudi-Arabien, [2][die auf internationaler Bühne
Klimaschutz verzögern und verwässern].
Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) und Christlich-Demokratische
Arbeitnehmerschaft (CDA) stehen selten auf derselben Seite einer
CDU-internen Diskussion. Ein gemeinsamer Antrag hätte gute Chancen gehabt.
Doch dazu wird es nicht kommen. CDA-Chef Dennis Radtke und MIT-Vorsitzende
Gitta Connemann haben zusammen mit CDU-Fraktionsvize Andreas Jung und dem
ehemaligen CDA-Chef Karl-Josef Laumann am Montag [3][eine neue Version
formuliert], die stattdessen dem Parteitag vorgelegt werden soll.
In der ursprünglichen Fassung forderten CDA und MIT, dass Deutschland erst
2050 klimaneutral werden soll, gleichzeitig mit der ganzen EU und fünf
Jahre später als gesetzlich festgeschrieben. Vor allem aber wollten sie den
Begriff „Klimaneutralität“ neu definieren.
Klimaneutralität bedeutet, dass nur so viel CO₂ ausgestoßen wird, wie
Wälder, Moore und technische Methoden wieder einfangen. CDA und MIT wollen
es lieber als 90-prozentige CO₂-Reduktion gegenüber 1990 verstehen. Das
wäre noch schwächer als die Klimaziele Saudi-Arabiens und Indiens, die zwar
länger CO₂ ausstoßen, aber immerhin auf Netto-Null kommen wollen. Ohne
diese Klimaneutralität wird der Klimawandel aber nicht aufhören. Mehr CO₂
in der Atmosphäre erhitzt die Erde immer weiter.
Es ist ein großer Erfolg, dass Jung und Laumann CDA und MIT von ihrer
Position abbringen konnten. Noch besser: Den Auftrag dazu bekamen sie aus
dem CDU-Präsidium. Das zeigt, dass der Kampf für Klimaschutz in der Partei
noch nicht entschieden ist. Glaubwürdig wird die CDU aber erst, wenn sie
[4][ihre Blockadehaltung aufgibt] und beginnt, [5][ernsthafte Klimapolitik
zu betreiben].
27 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Strafzahlungen-aus-dem-Klimafonds/!6112216
(DIR) [2] /UN-Klimakonferenz-enttaeuscht/!6131803
(DIR) [3] /Entschaerfter-Antrag-fuer-Parteitag/!6148937
(DIR) [4] /Schwarz-roter-Koalitionsausschuss/!6137607
(DIR) [5] /CO2-Reduktion-muss-schneller-werden/!6145208
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
## TAGS
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Klimaschutzziele
(DIR) CDU
(DIR) Kanzler Merz
(DIR) Saudi-Arabien
(DIR) Indien
(DIR) Klimaneutralität
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Golfstaaten
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Wasserstoff
(DIR) Europäische Union
(DIR) Energiewende in Gefahr
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Der Kanzler als Handelsvertreter: Merz und Unternehmenschefs tingeln durch die Golf-Staaten
Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sind reich und
haben Erdgas. Das macht sie zu einem beliebten Reiseziel der Regierung.
(DIR) Umwelthilfe-Klage erfolgreich: Kein Tempolimit für Umweltschützer
Die Bundesregierung erfüllt ihre Klimaziele nicht. Das
Bundesverwaltungsgericht bestätigt nun, dass Umweltverbände dagegen klagen
können.
(DIR) Erneuerbarer Ersatz für Erdgas: Wasserstoff aus Lothringen statt aus dem Saarland
Investoren geben drei große Projekte zur Wasserstofferzeugung auf deutscher
Seite auf. Als Gründe werden hohe Strompreise und Bürokratie angegeben.
(DIR) Stromproduktion in der EU: Wind und Solar übertreffen Fossile
Allein Wind und Sonne haben in der EU erstmals mehr Strom produziert als
fossile Brennstoffe. Etwa die Hälfte der EU-Stromproduktion ist erneuerbar.
(DIR) Reiches umstrittenes Energie-Monitoring: Lügt das Wirtschaftsministerium?
Das Wirtschaftsministerium wiederholt, es habe das Energiewende-Monitoring
nicht beeinflusst. Ex-Staatssekretär Michael Kellner glaubt das nicht.