# taz.de -- Reiches umstrittenes Energie-Monitoring: Lügt das Wirtschaftsministerium?
> Das Wirtschaftsministerium wiederholt, es habe das
> Energiewende-Monitoring nicht beeinflusst. Ex-Staatssekretär Michael
> Kellner glaubt das nicht.
(IMG) Bild: Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, bei einer Pressekonferenz
Das von [1][Katherina Reiche (CDU)] geführte Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWE) hält daran fest, dass es keinen Einfluss auf
den Monitoringbericht zur Energiewende genommen hat. „Das BMWE hat keine
Änderungen am finalen Bericht der Gutachter vorgenommen“, heißt es in einer
Antwort auf die schriftliche Frage des früheren Wirtschaftsstaatssekretärs
und heutigen grünen Bundestagsabgeordneten Michael Kellner, die der taz
vorliegt.
Reiche hatte das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität Köln
(EWI) mit einem Gutachten zum Stand der Energiewende beauftragt. Das im
September veröffentlichte Monitoring soll als Grundlage für die weitere
Energiepolitik dienen. Das EWI übersandte dem Ministerium nach eigenen
Angaben am 29. August einen ersten Entwurf und am 11. September den
endgültigen Bericht. Nach Recherchen der Umweltorganisation Greenpeace
[2][unterscheiden sich beide Fassungen an 28 Punkten]. Danach sind
[3][Aussagen geändert und der politischen Agenda von
Energiewende-Kritikerin Reiche angepasst worden].
Aus dem E-Mail-Verkehr zwischen dem Ministerium und dem EWI geht dem
Newsletterportal Table.Media zufolge hervor, dass die Gutachter am 29.
August explizit erklärt haben, [4][keine Änderungen mehr vornehmen zu
wollen]. Das Ministerium soll dem Institut aber angekündigt haben, es
darüber informieren zu wollen, „ob und welche Anpassungen erforderlich
werden“.
Das Ministerium hatte die Änderungen damit erklärt, dass der am 3.
September erschienene Bericht der Bundesnetzagentur zur
Versorgungssicherheit berücksichtigt werden musste. Der lag dem EWI aber
laut Table.Media bereits als Entwurf vor.
## Kellner hält Antwort für unwahr
Bereits im September hatte Staatssekretär Frank Wetzel auf eine Frage von
Kellner geantwortet, dass der Bericht „unverändert veröffentlicht“ worden
sei. Nun wollte der grüne Bundestagsabgeordnete wissen, wie das Ministerium
die Diskrepanz zwischen dieser Antwort und den Ergebnissen der
Greenpeace-Recherche erkläre.
Darauf antwortete Wetzel: „Änderungen gegenüber der Greenpeace im Rahmen
ihrer Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz zugänglich gemachten
Entwurfsfassung, auf der die in der Frage zitierten Recherchen beruhen
dürften, gehen ausschließlich auf Änderungen der Gutachter selbst zurück.“
Kellner hält das nicht für glaubwürdig. „Die Schutzbehauptungen des
Ministeriums sind lächerlich“, sagte er der taz. „Nach meinem Eindruck wird
hier getrickst, getäuscht und das Parlament angelogen.“
Das EWI antwortet nicht eindeutig auf die Anfrage, ob die Änderungen auf
Anregung des Ministeriums zustande kamen. „Das Gutachten (Entwurf oder
finale Fassung) enthält keine Aussagen oder Schwerpunktsetzungen, die nicht
von der fachlichen Einschätzung der Gutachter gedeckt wären oder die auf
Drängen des BMWE in das Gutachten aufgenommen worden wären“, teilte es der
taz mit. Das Institut räumt ein, dass der Bericht der Bundesnetzagentur den
Gutachtern bei der Erstellung der ersten Fassung des Monitorings als
Entwurf vorlag.
14 Jan 2026
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(DIR) [1] /Wirtschaftsministerin-Katherina-Reiche/!6103133
(DIR) [2] /Umstrittenes-Gutachten-zur-Energiewende/!6138830
(DIR) [3] https://www.greenpeace.de/publikationen/2025-12-16-greenpeace-Versionsvergleich-Monitoring-der-Energiewende-Bewertung.pdf
(DIR) [4] /Umstrittenes-Gutachten-zur-Energiewende/!6141505
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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